Songbird-Festival Davos

21. Dezember 2008 22:18; Akt: 21.12.2008 19:21 Print

Hühnerhaut im Sanatorium

von Bernhard Brechbühl - Das Festival Songbird in Davos soll für die Musik das werden, was Locarno für den Film ist. Der Auftakt ist geglückt – auch dank einer unvergesslichen nächtlichen Jamsession.

Fehler gesehen?

Ein Festival für Singer/Songwriter in der höchstgelegenen Stadt Europas: Das verspricht akustische Gitarren, Pianoklänge, eindringlichen Gesang und viel Schnee. Von allem gabs am Wochenende jede Menge. Zum ersten Mal fand in Davos das Songbird-Festival statt. Neben New­comern und etablierten Künstlern aus der Schweiz erreichten auch ausländische Acts trotz garstigem Schneegestöber den Austragungsort auf 1560 Metern über Meer.

So etwa der in England als neuer Bob Dylan gehypte Sean Taylor oder Rolf Stahlhofen aus Deutschland. Der Ex-Sänger der Söhne Mannheims heizte dem Publikum mächtig ein, nachdem schon die Baslerin Tanja Dankner mit einem Unplugged-Set viel Applaus geerntet hatte.

Einzigartig waren die Venues: eine Zimmerei, ein originell dekoriertes Café, eine Käserei und das prächtige Berghotel Schatzalp, das früher ein Tuberkulose-Sanatorium war und auch grösstenteils so belassen wurde – in den unheimlichen, endlos langen Fluren der einstigen Heilanstalt könnte man einen Gruselfilm drehen. Für Hühnerhaut sorgte aber in der Nacht auf gestern eine illustre Musikergarde: Michael von der Heide, Vera Kaa, Al Walser und viele mehr versammelten sich um zwei Uhr morgens am Klavier in der Hotelbar und gaben Klassiker wie «Stand by Me» oder «Alperose» zum Besten. Ein magischer Moment auf dem Zauberberg.