Street Parade 2009

08. August 2009 15:25; Akt: 09.08.2009 15:59 Print

Hunderttausende trotzten dem Regen

Gute Stimmung trotz Dauerregen und Kälte: So lautet das Fazit der 18. Street Parade vom Samstag in Zürich. Rund 600 000 Leute trotzten der Nässe und tanzten unter dem Motto «Still have a Dream» am Zürcher Seebecken.

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Was die Kostüme betraf, scheuten viele auch in diesem Jahr keinen Aufwand: Vom halbnackten Indianern mit Federschmuck bis zur Lack-und- Leder-Polizistin war auf Zürichs Strassen alles anzutreffen. Das war zwar nicht immer geschmackvoll, aber dafür umso auffälliger.

Auch Atemschutzmasken waren häufig zu sehen. Als Schutz vor Schweinegrippe taugten diese aber nicht viel, da die meisten nur als Jux um den Hals gehängt wurden. Zudem müssen die Masken trocken sein, um ihre Wirkung zu behalten - und dies blieben sie am Samstag keineswegs.

Kurz vor 15 Uhr nahmen die ersten Love Mobiles die 2,4 Kilometer lange Umzugsroute ums Zürcher Seebecken unter die Räder. Schon zuvor waren Hunderttausende seit Stunden am Tanzen - entweder bei den sieben Bühnen, die rund um das Seebecken aufgebaut wurden, oder in der Halle des Hauptbahnhofes, wo die «Mainstation»-Party ab 10 Uhr morgens für Stimmung sorgte.

Unterkühlungen wegen durchnässter Kleider

Das schlechte Wetter stellte die Teilnehmer aber vor ungewöhnliche Probleme: Die Zürcher Sanität musste mehrere Besucher behandeln, die aufgrund durchnässter Kleider oder zu knapper Kostüme ins Schlottern geraten waren. Etwas Ruhe an einem trockenen Ort und eine warme Decke seien die besten Mittel dagegen, sagte ein Sprecher von Schutz & Rettung auf Anfrage der SDA.

Pöbelein und Alkohol

Insgesamt musste die Zürcher Sanität bis am Samstagabend rund 246 Personen in Obhut nehmen. 43 davon wurden ins Spital gebracht. Die meisten mussten wegen Schnittverletzungen und Schürfungen behandelt werden. Am frühen Abend kam es zu ersten Pöbeleien und Auseinandersetzungen. Mehrere Personen verletzten sich dabei.

Rund 63 Personen übertrieben es mit dem Alkohol dermassen, dass sie sich von Sanitätern betreuen lassen mussten. Eine definitive Bilanz kann aber erst am Sonntagvormittag gezogen werden - wenn sich auch die ausdauerndsten Tänzer langsam nach Hause begeben.

Falschgeld im Umlauf

Die Polizei verhaftete drei Italiener im Alter zwischen 21 und 23 Jahren, die entlang der Umzugsroute falsche 100-Euro-Scheine in Umlauf gebracht hatten. Im Gepäck dieser Männer fand die Polizei 30 weitere Blüten.

(sda)