13. März 2006 22:50; Akt: 13.03.2006 22:53 Print

Jude und Moslem auf Europa-Tour

Während die Welt unter religiösen Feindseligkeiten ächzt, zeigen zwei Musiker, dass es auch anders geht: King Django, ein Jude aus New York, und Babar Luck, ein Moslem aus London, sind zusammen auf Europa-Tour.

Fehler gesehen?

«Ich habe King Django in einem Traum kennen gelernt: Ich lief an einer Synagoge vorbei, er kam heraus. Wir schüttelten unsere Hände und beteten zusammen.» Laut lachend erzählt Babar Luck von der ersten Begegnung mit seinem Tour-Partner und zeigt damit von Anfang an: Das Verhältnis dieser Herren zu ihrer Religion ist vor allem eins, nämlich unverkrampft.

«Ich habe mit Juden, Christen, Buddhisten und sogar Satanisten gesprochen. Im Kern sind sich alle Religionen ähnlich», sagt Luck und fügt an: «Es geht um Liebe und Einigkeit, nicht um Hass und Zwietracht.» Genau dies sei das Schöne an der Musik, erklärt Django, «sie bringt die Menschen zusammen». Trotz ihrer unterschiedlichen spirituellen Herkunft haben die beiden keinerlei Probleme miteinander. Die gemeinsame Begeisterung für Reggae mit Einflüssen aus Punk, Ska und Hip-Hop fegt alle Unterschiede hinweg.

In den kommenden Wochen spielen die beiden zusammen 15 Konzerte in ganz Europa. King Django ist dabei der Hauptact, und Babar Luck wärmt mit seiner One-Man-Show die Konzertbesucher auf. Die zwei Musiker zeigen ihrem Publikum, wie man mit Toleranz, Humor und Liebe zur Musik religiöse Mauern niederreissen kann, um gemeinsam auf eine bessere Welt hinzuarbeiten.

Thomas Nagy

Di, 14. März: Dynamo, Zürich
Mi, 15. März: Boa, Luzern
Do, 16. März: Cafe Mokka, Thun