Rap City

14. November 2019 04:49; Akt: 14.11.2019 04:49 Print

Das steckt hinter dem Indoor-Hip-Hop-Festival

Dieses Wochenende steigt das grösste Indoor-Hip-Hop-Festival der Schweiz. Die Organisatoren erklären, was es dazu braucht.

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Zum dritten Mal findet am Samstag das Rap-City-Festival statt. In der Halle 622 in Zürich werden dabei internationale Acts wie Yung Hurn, Gzuz und Summer Cem sowie die Schweizer Hip-Hop-Grössen Pronto und Xen zusammen mit lokalen Newcomern auf der Bühne stehen.

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Nicht mal zwei Jahre nach der ersten Ausgabe ist der Event auf über 3000 Besucher gewachsen. Fünf junge Männer, zwischen 20 und 27 Jahren jung schmeissen das grösste Indoor-Rap-Festival des Landes. Jérôme Humm, verantwortlich für Social Media, Booking und Kommunikation, erklärt, wie sie das geschafft haben.

Die Vorbereitung

Rund zehn Monate arbeitete das Fünferteam auf den Event hin. Zuerst musste eine passende Location gefunden werden. Dann gings ans Line-up: «Du brauchst viel Zeit, vor allem wegen den Acts – weil die alle ihre eigenen Pläne und Agenden haben. Da muss man mit Absagen rechnen», sagt Jerome Humm.

Im kleinen Team hat jeder seinen Job – von Booking über Marketing, Finanzen bis hin zu den Arbeitsplänen. «Wir arbeiten streng nach Konzept und haben einen genauen Plan, was bis wann erledigt sein muss», so Jérôme.

Vor der ersten Rap City im Jahr 2018 haben alle fünf zwei Jahre in die Ausbildung in ihren jeweiligen Fachbereichen investiert. «Wir wollten nicht planlos einfach etwas anfangen.»

Die Acts

Der Booking-Prozess sei kompliziert, sagt Humm. «Wir stellen nach verschiedenen Kriterien eine Liste mit den besten und heissesten Rappern zusammen und beginnen dann mit den Anfragen.» So hätten sie zum Beispiel Apache 207 angefragt, der war aber bereits mit der Bausa-Tour verplant.

Rapper für Rapper arbeiteten sie die Anfragen ab, bis das Line-up stand. Die Kontakte zu den Agenturen und Managements haben sie sich über die Jahre aufgebaut – vor allem, weil die Künstler und Manager mit den bisherigen Events zufrieden waren.

«Wir veranstalten jetzt seit zwei Jahren Konzerte. Da haben wir alle Connections zusammengekratzt, die wir haben, vor allem in der Deutschrap-Szene. In Europa kommen wir an alle Acts ran. Auch in den USA haben wir schon ein paar wertvolle Kontakte geknüpft.»

Die Helfer

Ihr Festival könnten die Organisatoren nicht ohne die Hilfe von Freunden und Bekannten stemmen. Rund 100 freiwillige Helfer werden am Abend ehrenamtlich im Einsatz stehen. «Es ist schön, zu spüren, wie viel Support da kommt», sagt Humm.

Die Strategie

Ihre Events bewerben die Rap-City-Veranstalter vor allem über Social Media. Auf ihrem Instagram-Kanal laden sie neben den Infos auch aufwändig produzierten Content hoch: Mit den Comedians Kiko und Gabirano (die den Abend auch hosten) haben sie einen Prank umgesetzt, der kurz vor den Wahlen viralging.

Zudem laden sie auch gezielt Gäste mit einer gewissen Reichweite auf Social Media ein, die im Gegenzug die Events bewerben.

Der Insta-Kanal soll mit Dokus und Interviews mit Aushängeschildern der Schweizer Rap-Szene ausgebaut werden. «Wir wollen es lustig und unterhaltsam machen, damit es spannend ist, uns zu folgen», sagt Jérôme. Das Ziel sei, eine Plattform zu werden «für Rap in der Schweiz und Content zu bringen, der die Hip-Hop-Szene wachsen lässt».

Das Geld

Für die dritte Ausgabe von Rap City müssen die fünf Macher «mehrere Hunderttausend Franken» investieren. Es sei alles über eigenes Geld finanziert, das sie selbst zusammengespart hätten. Trotzdem wird nicht viel Gewinn herausschauen: «Uns ist wichtig, bei den Eintrittspreisen fair zu bleiben, wir machen das nicht fürs Geld», sagt Humm.

Die Zukunft

Ihre Vision beschreiben die Macher so: «Wir wollen den Hip-Hop-Fans neben den Sommerfestivals im Winter etwas bieten.» Und sie wollen Schweizer Rap auf eine grosse Bühne holen. Mindestens 50 Prozent der Acts sind Schweizer. Für 2020 ist die vierte Rap City geplant – die Venue dürfte noch einmal grösser werden.

Tickets für Rap City Season 3 gibts hier.

(fim)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • der oldschooler am 14.11.2019 06:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    boombap 4 life

    Ist nur traurig wenn ein GZUZ, von all denjenigen, noch am meisten mit rap zu tun hat... Macht lieber Trap city daraus...

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  • Darko am 14.11.2019 08:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alt/Neu

    Eigentlich sollte dieses Festival umgetauft werden. Rap City ist nicht mehr ein Zeitgemässe Name. Wahrscheinlich lesen die Verantwortlichen dieses Festival's auch meinen Kommentar. Hoffe ihr respektiert meine Meinung aber die meisten heutigen Protagonisten arbeiten lediglich mit Autotunes. Hand aufs Herz, aber dass hat nichts mehr mit Rap zu tun. Ich bin mittlerweile 40ig und weiss noch was echter Rap ist. Wie gesagt, ich kritisere lediglich den heutigen Rap. Finde es gut organisiert ihr ein Festival, doch der Name passt nicht zur heutigen Autotunes Singend-sprechenden Artisten. Selbst ihr wisst bestimmt noch was Rap bedeutet und was Rap ist. Autotunes City wäre doch ein Festival Name. Wie gesagt, dass ist meine Meinung und ich glaube einem in meinem Alter kann man in Sachen Real Rap nichts vormachen. Ich habe einfach mühe wenn man den Titel Rap mit diesem neuzeitlichen Autotunes gleich stellt.

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  • Earl Uhtred am 14.11.2019 07:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    alles

    klar, "rap"-festival, der war gut

Die neusten Leser-Kommentare

  • Ganjaflash am 14.11.2019 19:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden
    Giphy Giphy
  • Cool savas am 14.11.2019 16:45 Report Diesen Beitrag melden

    Rap oder Teap interessiert mich nicht die Bohne

    Hammer Jungs!! Viel Erfolg euch!! Ob Rap oder Trap...ziehts durch und weiter so!! Ich jedenfalls war bis jetzt immer begeistert, was ihr immer wieder auf die Beine stellt!! Verdient grossen Respekt!

  • qrct am 14.11.2019 13:54 Report Diesen Beitrag melden

    6000 Breitbild

    grösstes indoor Festival mit 3000 leuten..., Breitbild hatte 6000 letztes wochenende !

  • Brueck87 am 14.11.2019 10:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schande

    Sorry aber das hat ja nichts mehr mit Rap zu tun.

  • Dario Bühler am 14.11.2019 10:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    (C)rap

    Dies als "Hip Hop" zu bezeichnen ist in etwa so als würde man sich den Hörnerv durchtrennen weil man Beethoven als Tinitus hören will.