Openair St. Gallen

25. Juni 2019 11:50; Akt: 25.06.2019 11:50 Print

Wie du im Sittertobel keinen Hitzeschock kriegst

Das Openair St. Gallen wartet 2019 mit einigen Neuerungen auf. Damit du am Donnerstag nicht unvorbereitet dastehst, sagen wir dir, was du fürs Festival wissen musst.

Bildstrecke im Grossformat »
So wird die Sitterbühne am Openair St. Gallen 2019 aussehen – auf Social Media konnten die Fans zwischen zwei Designvorschlägen abstimmen. Wie die Besucher 2019 aussehen werden, wissen wir aktuell halt noch nicht, weil das Festival noch nicht begonnen hat. 2018 waren sie aber absolut wunderschön, weshalb wir dir auf den folgenden Slides nochmals zeigen, was wir letztes Jahr so durch unsere Kameralinse erspäht haben – in umgekehrter Reihenfolge, weil Punk. Zum Abschluss des Openairs St. Gallen 2018 lässt uns die Sonne nochmals schwitzen. Bei Hecht kroch trotzdem das halbe Sittertobel aus den Zelten und versammelte sich vor der Hauptbühne. Sogar sie hier. «Früher haben wir selber in die Sitter gepisst», gestehen Hecht. Heute stehen sie auf der Sitterbühne. Einige Gäste machten sich trotz ausgelassener Stimmung bereits auf den Nachhauseweg. Vielleicht müssen sie morgen arbeiten, vielleicht sind sie auch einfach Memmen. Diese Sonnenblumen stehen eigentlich auf der Bühne ... jemandem ist hier offenbar ein Raubzug gelungen. Heute ist auch Influencerin Antonella Patitucci für uns unterwegs. Unter anderem bemalte sie mit ihrem Freund einen 20-Minuten-Festivalbag. #CoupleGoals Ich bin mittlerweile angetrunken und hab keine Ahnung, was ich zu diesem Foto schreiben soll. Schau es dir einfach an. «Bruh, do you even lift?» Sie wirkt irgendwie hässig. Aber der Coachella-Look sitzt. Sie zwei warten eventuell auf Depeche Mode, obwohl diese bereits gestern gespielt haben - schade! Und wieder zwei Gefallene, die bereits abreisen. Oder sie gehen in der Sitter ihre Kleider waschen. Um zwölf eröffnete Veronica Fusaro die Sitterbühne. Für die meisten Gäste war das noch zu früh. Die paar Nasen, die es geschafft hatten, gaben dafür alles. Gehören eigentlich auf die grosse Bühne, funktionieren aber grandios im Zelt: Faber. Es braucht Grösse, das in St. Gallen zugeben zu können. Bravo. Fabers Band überzeugte auch visuell. Und versetzte sich selbst in Staunen. Visuell beeindruckend starten die Headliner Depeche Mode in ihr Set. Danach werden die visuellen Effekte spartanischer, weshalb Frontmann Dave Gahan anderweitig für optische Aufregung sorgen muss: Er zieht sich ... ... aus und macht mit seinen mittlerweile 56 Jahren immer noch eine sehr beneidenswerte Figur – das ganze Set über. Lauren Mayberry von Chvrches ist mit ziemlich grosser Sicherheit ein Einhorn, schliesslich weint sie Glitzer. Ihr erster Auftritt in der Schweiz: Sigrid aus Norwegen, 22 Jahre jung, «BBC Music Sound of 2018»-Gewinnerin und mit ziemlicher Sicherheit der herzigste Act des ganzen Festivals. Es ist passiert. Am Samstag ist St. Gallen zu St. Höllen geworden – das Thermometer dreht am dritten Festivaltag durch. Darum: Sonnenschützt euch! Wie er hier. Und schaut, dass ihr genügend Flüssigkeit zu euch nehmt. Wie sie hier. Im Zweifelsfall tut eine kalte Dusche immer gut. Schattenplätze sind gerade hart umkämpft - sie hier bastelten sich ihre eigene Höhle. Der Vorteil der Hitze: Endlich zeigen die OASG-Gäste Haut. Anderen machte die Sonne aber auch leicht zu schaffen. Am Samstagnachmittag stand mit dem Shame-Sänger ein waschechter Asi-Punk auf der Bühne - er hält nicht besonders viel von Sonnencreme. Der Drangsal-Sänger montierte die kurzen Velofahrer-Hösli, die niemandem ausser einem Rockstar stehen. Dasselbe gilt für solche Tanzmoves. Und Alma trat mit kugelsicherer Weste auf. Das Equipment von Ufo 361 ist basically ein Raumschiff. Zum Glück ist nix überhitzt. Trotz Temperaturen wie in der Sahara: Der Look muss stimmen. Schliesslich müssen Selfies gemacht, ... ... und Peace-Zeichen verteilt werden. Den musikalischen Anfang auf der Sternenbühne machen heute One Sentence. Supervisor. Zwar ist die Stage überdacht, zur Sicherheit haben die Badener aber trotzdem einen Sonnenschirm mitgebracht. Man weiss ja nie. Sänger Donat ist übrigens im Blaumann gekommen – wahrscheinlich, weil er nachher alle Instrumente (und den Sonnenschirm) zusammenräumen muss. Nine-Inch-Nails-Mastermind Trent Reznor schreit sich durch die Nacht. Manchmal gitarrt er auch. Die Bewunderung des Publikums ist ihm dabei sicher. Wir wiederum bewundern Jungle, welche die Sternenbühne kurzerhand zum sexiest place auf dem ganzen Festivalgelände haben. Schaut euch nur mal diese Inbrunst an, mit der die Londoner ihren Modern-Soul in die Menge peitschen. Ein wahres Schauspiel. Sonnenschutz ist wichtig. Notfalls auch mit Schwan. Dio? Dude, du hast dich etwa um 20 Jahre vertan. Aber schön, bist da. Ein Kenner: Bei Raf Camora geht die Hip-Hop-Hand hoch. Armes Ding: Die Hosen sind schon ganz zerfleddert. Am Freitag traute sich die Sonne dann doch noch ins Sittertobel. Wichtig: Gehörschutz. Vor allem vor der Sitterbühne, weil jesses, waren die Bässe bei Sofi Tukker und Editors heftig. Kein Matsch am Freitag, im Gras hocken und das volle Festivalfeeling geniessen ist angesagt. Am Donnerstag war das Gelände noch überschaubar, spätestens seit Freitagnachmittag ist das Durchkommen so schwer wie bei der Swisscom-Hotline. Einige Leute stehen sogar so lange rum, dass ihnen Blätter wachsen. Und mehr. Wir sagten es schon mal und sagen es immer wieder: Auf den Schultern hocken ist asi, aber unsere Fotografen mögen es. Was unsere Fotografen auch mögen: dezente Männer-Sideboobs. Und Typen, die gerade Gruppen-Selfies schiessen. Meta-Fotografie, sozusagen. Bei 20 Minuten hatten wir vor Kurzem mal verkündet, dass Boxer Braids out sind. Scheinbar sind nicht nur 20-Minuten-Leserinnen am Openair St. Gallen. Wir sind darob nicht hässig, aber enttäuscht. So sieht's vor der Hauptbühne aus, wenn's nicht wie aus Kübeln schüttet. Zur Abwechslung auch mal ganz nett. Ist das jetzt John oder Ossi? Jedenfalls: Schweden-Indie! Und hier ist die andere Hälfte von Johnossi. So lang ist er, der Tom von Smith, dem Editors-Sänger. Da ist auch Bassist Russell baff. Oh shit, die Feels kicken in. Ging uns beim Gig der Editors genauso. Es kommen immer noch Leute an. Das Sittertobel blüht. Und die Leute entlausen sich gegenseitig. Wichtig. Die 20-Minuten-Festivalbags gibt's in der 20-Minuten-Kreativbox im Plaza-Dörfli. Gratis. Mit Farbstiften zum Aus- und Penisdraufmalen. #ad Nothing But Thieves geben vollen Stimmbändereinsatz. Und sie haben die Haare sogar noch schöner als Kaufmann. Apropos schöne Haare: Crimer mit Mittelscheitel-Luv. Und mit Männer-Luv zwischen Crimey und Gitarrist Momo. Der erste Act auf der Sitterbühne dieses Jahres: Sofi Tukker. Er besteht aus Sophie, deren Eltern in der Schweiz wohnen, wie sie an der Show verrät ... ... und aus Tucker, dessen Look uns ein bisschen an den frühen Robin Rehmann erinnert. <3 Portugal. The Psychedelic Man sorgen am ersten Abend für durch die Gegend fliegende Fan-Arme. Und die Visuals sind...beeindruckend...grell...wir wissen nicht mehr, wo wir sind. Der erste Gig des Openair St. Gallen 2018: Mama Jefferson aus Zürich. Während sich das Publikum die 20-Minuten-Ponchos (#ad) überstreifen muss, weil die Wettervorhersagen gar optimistisch waren, ... ... spielt die Band mit offener Jacke. The perks of being a rock starlet halt. Zu sehen: Sängerin Vanja. Nicht zu sehen: Sie steht barfuss auf der Bühne. Kaufmann, der Churer Kuno Lauener. Schön, haben es BoJack Horseman und sein Albino-Cousin auch ans Festival geschafft. Tag 1: Die St. Galler sind gut gerüstet für vier Tage Musik, Exzess und Liebe. Bereits am Mittwoch versammelten sich besonders hartgesottene Festivalgänger im Wartebereich. Wir nennen es liebevoll das «Auffangbecken». Sind das Zwillinge oder ein und dieselbe Person, die sich unglaublich schnell hin- und herbewegt? So sah es derweil hinter den Kulissen aus. SRF-Moderatorin Tina Nägeli wartete mit einer Konfettikanone auf die ersten Gäste. Dieser Typ hier war offenbar der Erste auf dem Gelände. Und bäm – Konfetti! Yay! Obwohl wir sie in unserem Liveticker dazu aufforderten, weigerte sich Tina Nägeli, ihr Konfetti wieder wegzuräumen. Nach dem ersten Sprint hielt das Nadelöhr runter ins Sittertobel die Meute dann gleich wieder auf. Der eine Kerl mit dem Lautsprecher bekam von uns den Spitznamen «Rave Ronny». Er ist unser neuer Held. «Rave Ronny», falls du das hier liest: melde dich! Oh, da ist er wieder! «Rave Ronny» im Hintergrund <3. Sie streckt unserem Fotografen die Zunge raus, was wir grundsätzlich gut finden. Innert weniger Minuten verwandelte sich das grüne Naturschutzgebiet in eine Zeltstadt.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Tschüss, Westeingang

Dieses Jahr gibts beim Openair St. Gallen nur noch einen Ein- und Ausgang. Der Westeingang ist also Geschichte, genauso der zugehörige Campingbereich, in dem Diehard-OASG-Besucher schon am Mittwoch vor Festivalbeginn übernachten konnten, um sich nach der Geländeöffnung am Donnerstagnachmittag die besten Zeltplätze zu sichern.

Umfrage
Sehen wir dich am Openair St. Gallen?

Der Grund dafür ist simpel: Als der Westeingang 2014 geschaffen wurde, campten laut den Veranstaltern bis zu 2500 Fans in der Nacht auf Donnerstag, letztes Jahr waren es noch 600 bis 800. Das Openair ist zudem erneut nicht ausverkauft, weshalb der obere Zugang nicht mehr nötig und vom Aufwand her nicht mehr gerechtfertigt sei.

Kurz vor dem Festival sieht das Gelände noch saftig-grün und unberührt aus:

Wer trotzdem schon ab Mittwoch anstehen will, muss das eben bei der Strasse beim gewohnten Haupteingang im Osten tun – WCs stehen bereit. Die Organisatoren empfehlen allerdings eine Anreise ab Donnerstag, auf dem Trottoir übernachten ist ja eh nicht so der Wahnsinn (wissen wir von, äh, einem Freund).

Und damit die Abtwiler aus dem Westen sich nicht selbst um die Reise ums Sittertobel herum kümmern müssen, fahren die Shuttlebusse ab Donnerstag auch von Abtwil aus im 24-Stunden-Betrieb.

Live Aid auf der Hauptbühne

Das PxP (Peace by Peace) ist Europas grösstes Benefizfestival für Kinderrechte und expandiert 2019 von Berlin aus nach St. Gallen. Sophie Hunger, Johannes Oerding, Teesy und Fetsum tun sich extra dafür zusammen und spielen am Openair-Sonntag ab 14 Uhr eine Stunde lang auf der Sitterbühne.

Als Quasi-Vorbild dafür dient gemäss den Initianten Bob Geldofs 1985er-Benefiz-Grossanlass Live Aid. Nach dem Ärzte-Konzert am Samstagabend bleibts also auch am Sonntag ein wenig politisch im Sittertobel.

Mehr Platz zum Rumhängen

Die Campfire Stage wird ausgebaut – und damit sozusagen zum Campfire Village. Mit mehr Bars und vor allem mehr gedeckten Sitzplätzen reagieren die Veranstalter auf den Wunsch der Besucher nach mehr Möglichkeiten «zum Chillen».

Bye-bye, Plastikröhrli

Ab diesem Jahr ist das Openair St. Gallen komplett klimaneutral. Dies gaben die Macher letzten Monat in einer Medienmitteilung bekannt.

Schon seit vielen Jahren werden in sämtlichen Bereichen die Nachhaltigkeit optimiert und die Emissionen reduziert, 2019 werden die Restemissionen – die vor allem durch die Anreise der Künstler entstehen – via Myclimate komplett kompensiert.

Was das OASG alles in Sachen Nachhaltigkeit tut und wie du mithelfen kannst, liest du hier nach. Und stell dich schon mal auf ein neues Schlürfgefühl ein: Ab sofort gibts auf dem Gelände keine Plastikröhrchen mehr.

Und was ist mit der Hitze?

Mit der neu konzipierten Sternenbühne und dem neu gebauten Campfire Village wird es zusätzliche Schatten-Spots geben. Zudem gibt es Gratis-Durstlöscher. «Natürlich stehen bei der WC-Anlage auch Trinkwasserhähne zur Verfügung und an fest exponierten Stellen wie direkt vor der Sitterbühne verteilen wir situativ auch Trinkwasser», sagt die Medienverantwortliche Nora Fuchs.

Die beste Abkühlung bietet aber wie jedes Jahr die Sitter, die direkt am Gelände vorbeifliesst.


«When You Were Young» von The Killers war 2018 der letzte Song, der am Openair St. Gallen gespielt wurde. (Video: 20 Minuten)

Das Openair St. Gallen findet vom 27. bis am 30. Juni im St. Galler Sittertobel statt.

Das Line-up wird angeführt von Die Ärzte, Florence + The Machine, K.I.Z und Diplo, Tickets sind über die Festival-Website und bei Starticket erhältlich.

(shy)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • OASG-Gängerin am 25.06.2019 11:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nach 11 Jahren aussetzen...

    Tja, tut zwar etwas weh denn die Stimmung war immer toll, aber wegen dem unterirdischen Lineup dieses Jahr ohne mich...

    einklappen einklappen
  • Fragender am 25.06.2019 12:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    An was liegt das?

    warum erlebt Openair St. Gallen immer mehr Zuhörerschwund? Andere immer höherer zuwachs.......

    einklappen einklappen
  • John deere am 25.06.2019 13:32 Report Diesen Beitrag melden

    Gegen überhitzung hilft?

    In dem du dieses openair meidest bis sie wieder ein vernünftiges linup haben

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Steven Gisler am 28.06.2019 19:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    zu teuer für das Line Up

    Grund das Festival bringt immer weniger gute acts und wird schlechter. konkurenz schläfft nicht die haben immer besseres Programm. dazu kommt Kein Openair ist so Teuer wie St.Gallen und das macht Das oasg kaput. Weil viele wollen nicht so viel zahlen für ein openair mit schlechtem Line up. Ausser die Ärzte und nemo. kaum was gutes

  • Bleibe fern am 26.06.2019 09:14 Report Diesen Beitrag melden

    nicht hin gehen

    Wenn Du nicht hingehst erledigt sich auch dieses Problemchen.

  • Openairler am 25.06.2019 18:55 Report Diesen Beitrag melden

    Antwort

    In dem man das OASG nicht besucht. Also verpassen tut man sicher nichts.

    • Aufraeuemer am 25.06.2019 22:14 Report Diesen Beitrag melden

      Openairler

      Besuchen kann man es schon, aber nur wenn man seinen Abfall gerecht entsorgt, oder mit nach Hause nimmt..., einfach den Platz so verlassen, wie vorgefunden...., zuallervorderst die Klimaaktivisten!

    einklappen einklappen
  • Christian Manser am 25.06.2019 18:14 Report Diesen Beitrag melden

    Live-Ticker ist schlimmer als Hitze

    Schlimmer als die Hitze ist der nervige Live-Ticker von zwei "Redaktoren", die von der St. Galler Festivalkultur nichts verstehen. Als treuer OASGler schäme ich mich jeweils fast fremd.

  • Tschoni Käsch am 25.06.2019 17:35 Report Diesen Beitrag melden

    ohne moos nix los

    wer bitteschön tut sich das lineup an?!

    • Peter Von Tränk am 25.06.2019 21:54 Report Diesen Beitrag melden

      Besucher NoNoNoNo

      Immer weniger Besucher an diesem äääähm...wo war das schon wieder? Ahhh ja, muss was mit der Bildungsoffensive am Bratworscht-Aequator zu tun haben.

    • Petra von Daenk am 25.06.2019 22:15 Report Diesen Beitrag melden

      Peter von Traenk

      ..., wenn schon Brodworscht!..., vor allem ohne Senf!

    • Peter Von Tränk am 26.06.2019 05:21 Report Diesen Beitrag melden

      Zahnbürschteli

      Habe nach dem Zähneputzen das Bürschteli aus dem Mund entfernt..ein kleiner feiner Unterschied, man daenkt und lernt..

    einklappen einklappen