Releases der Woche

17. Juli 2018 15:27; Akt: 23.07.2018 16:20 Print

Marius Bears Stimme ist zu gross für die Schweiz

von Neil Werndli - Der Appenzeller Marius Bear hat alles, was es braucht, um die Welt zu erobern. Interpol gründen eine Sekte und Anderson Paak spielt in Zürich – die Musik-News der Woche.

Marius Bear studiert Musik an der gleichen Schule wie einst Tom Odell. (Quelle: Youtube / Marius Bear)
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Hier präsentieren wir dir wöchentlich ein neues Album und ein frisches Musikvideo. Zudem verschenken wir Tickets für ein Konzert, das wir Musikentdeckern wärmstens empfehlen.

Album der Woche: Marius Bear – «Sanity»

«Du hast eine geile Stimme. Du könntest Grunge singen», sagte ein Rekrut im Militär zu Marius Bear, nachdem dieser ihn angeschrien hatte. Das war der Moment, als Bear entschied, sein Organ lieber für die Musik als für den Drill einzusetzen. Von Appenzell zog der 25-Jährige deshalb in die Welt hinaus. Mittlerweile wohnt er in London, studiert dort Musik und hat soeben die EP «Sanity» veröffentlicht.

Die Schule, die Bear besucht, brachte schon riesige Namen hervor: James Bay, Tom Odell, George Ezra, um nur einige zu nennen. Und der Appenzeller hat definitiv das Potenzial, in ihre Fussstapfen zu treten. Die Gitarre, mit der er seine ersten Auftritte als Strassenmusiker in Schweizer Städten bestritt, tauschte Bear grösstenteils gegen Synthies und Drum-Machines ein. Das Kratzen seiner urchigen Stimme sorgt dafür, dass die Arrangements trotzdem warm und natürlich klingen.

In dramatischen Songs wie «New York» oder «Remember Me» stecken ausserdem grosse Gefühle. «Ich bin ein sehr einfühlsamer Mensch», sagt Bear zu 20 Minuten. «Bei Liebesfilmen bin ich der Erste, der weint, bei Horrorfilmen der Erste, der erschrickt.» Diese Feinfühligkeit steckt in jeder Note. Und wenn sich im grossen Finale «Devil In A Church» verzerrte Synthie-Flächen bedrohlich auftürmen, ist Gänsehaut vorprogrammiert. Diese Schweizer Stimme ist für Grosses bestimmt.

Video der Woche: Interpol – «The Rover»

Hinter dem neuen Video der US-Band Interpol steckt kein Geringerer als «Narcos»-Regisseur Gerardo Naranjo. «The Rover» zeigt die Geburt einer Sekte: Schauspieler Ebon Moss-Bachrach sucht sich inmitten des chaotischen Mexiko City eine Gefolgschaft, nur um am Ende des Videos eine Pressekonferenz der Band zu stürmen und Sänger Paul Banks Kopf zu berühren. Die Konferenz fand tatsächlich statt (Video hier) und der – wie sich nun herausstellt inszenierte – Moment sorgte bei den anwesenden Journalisten für Verwirrung.


«Das Video ist quasi die Vorgeschichte zum Songtext», sagt Interpol-Sänger Paul Banks. (Quelle: Youtube / Interpol)

Konzerttipp: Von der Gras-Plantage in Dr. Dres Studio
Anderson Paak; Dienstag, 17. Juli; Komplex 457, Zürich.

Vor wenigen Jahren arbeitete Anderson Paak noch auf einer Hanfplantage – dann kam Dr. Dre, nahm ihn unter seine Fittiche und kurz darauf war der US-Rapper für einen Grammy nominiert. Mitten in der Schnittmenge zwischen Soul und Hip-Hop fand Paak eine loyale Gefolgschaft, die momentan wie auf Nadeln sitzt und seinem dritten Album entgegenfiebert.

Bei seinem letzten Besuch in Zürich spielte der 32-Jährige gleich zwei Gigs an einem Tag: Zuerst als Support von Bruno Mars im Hallenstadion, dann im proppenvollen Exil. Heute Abend kehrt er zurück und gibt im Komplex 457 vielleicht bereits einen ersten Vorgeschmack auf die neuen Songs.

Wir verlosen 2 x 2 Tickets für die Show!
Schicke zur Teilnahme ein Mail an konzerte@20minuten.ch.


Die aktuelle Anderson-Paak-Single «Bubblin». (Quelle: Youtube / Anderson Paak)