Grammys

11. Februar 2019 06:57; Akt: 11.02.2019 08:43 Print

Michelle Obama hat einen Überraschungsauftritt

In Los Angeles werden zum 61. Mal die Grammy-Musikpreise verliehen. Lady Gaga holte drei Preise. Die frühere First Lady hat mit ihrem Auftritt alle überrascht.

Dua Lipa ist die beste neue Künstlerin, Lady Gaga holte drei Grammys und Kacey Musgraves wurde für das beste Album ausgezeichnet. (Video: Reuters)
Zum Thema
Fehler gesehen?

Die US-Country-Musikerin Kacey Musgraves hat bei der diesjährigen Grammy-Verleihung den Königspreis für das beste Album gewonnen. Ausgezeichnet wurde ihr Werk «Golden Hour», das bei der Gala in Los Angeles zuvor in der Kategorie bestes Country-Album triumphiert hatte.
In ihrer Rede dankte Musgraves ihrem Mann, der dabei geholfen habe, das Album möglich zu machen. Sie würdigte zudem die ebenfalls nominierten Künstler. «Zu gewinnen macht mein Album nicht besser als jenes von irgendeinem anderen.»

Musgraves überschreitet in ihrem von der Kritik gepriesenen Album die Grenzen des Country-Genres und verbindet es mit Elementen der psychedelischen Musik. Sie gewann insgesamt vier Grammys. Ausgezeichnet wurde sie auch in der Country-Sparte für die beste Solo-Darbietung, den besten Song und das beste Album.

Ein weiterer grosser Gewinner des Abends war der Rapper Childish Gambino - das Musik-Pseudonym des Schauspielers Donald Glover. Auch er holte vier Preise. Für seinen mit Sozialkritik aufgeladenen Song «This Is America» gewann er die ebenfalls besonders prestigeträchtigen Grammys für den besten Song und die beste Aufnahme des Jahres.

Erstmals für einen Rap-Song

Mit dem Song-Preis wird der Komponist geehrt, mit dem Aufnahme-Preis der Künstler sowie die Produzenten und Tontechniker. Es ist das erste Mal in der Geschichte der Grammys, dass diese beiden Preise für einen Rap-Song verliehen werden. Die britische Sängerin Dua Lipa ("New Rules") heimste den Preis als beste neue Künstlerin des Jahres ein.

Als Überraschungsgast an der mehrstündigen Gala im Staples Center trat die ehemalige First Lady der USA, Michelle Obama, auf. Die Frau von Ex-Präsident Barack Obama erschien am Sonntag im graugrünen Glitzerkleid auf der Bühne zusammen mit den Sängerinnen Lady Gaga, Jada Pinkett Smith und Jennifer Lopez sowie mit Alicia Keys, die als Gastgeberin durch den Abend führte.

«Musik hat mir geholfen, meine Geschichte zu erzählen»

«Ob wir Country, Rap oder Rock mögen: Musik hilft uns dabei, uns selbst, unsere Würde und unser Leid, unsere Hoffnungen und Freude zu teilen», sagte die 55-Jährige. «Musik hat mir immer geholfen, meine Geschichte zu erzählen.»

Obama hatte während der Amtszeit ihres Mannes von 2009 bis 2017 im Weissen Haus gelebt und während dieser Zeit unter anderem für gesunde Ernährung geworben.

An der 61. Grammy-Verleihung wurden insgesamt 84 Ehrungen verliehen. Die meisten Preise waren schon vor Beginn der grossen Show in einer kleineren Zeremonie ohne Fernsehübertragung verliehen worden. So erhielt Superstar Lady Gaga bereits vorab zwei Preise. Ausgezeichnet wurde sie für den besten Solo-Auftritt in der Popsparte für ihren Song «Joanne (Where Do You Think You're Goin'?)» und als Komponistin für die Ballade «Shallow» aus dem Film «A Star Is Born».

Ex-Präsident Carter bekommt dritten Grammy

Ariana Grande heimste einen Grammy für das beste Pop-Gesangsalbum für «Sweetener» ein. Der Rapper Childish Gambio wurde ebenfalls für das Video zu seinem Song «This Is America» geehrt. In dem Clip prangert er Schusswaffengewalt und Rassismus in den USA an. Der experimentierfreudige und die Genregrenzen überschreitende Sänger, Instrumentalist und Komponist Beck gewann mit «Colors» den Preis für das beste Album in der Kategorie «Alternative Music».

Dreimaliger Grammy-Preisträger ist nun Ex-US-Präsident Jimmy Carter. Bei der Verleihung gibt es auch eine Sparte für das beste Album mit gesprochenem Wort, in der sich Carter mit seiner Produktion «Faith - A Journey for All» durchsetzte. 2016 hatte er in der gleichen Kategorie bei den Grammys mit «A Full Life: Reflections at Ninenty» reüssiert, im Jahr darauf mit dem Audiobuch «Our Endangered Values: America's Moral Crisis.»

Die Grammy-Kategorie umfasst neben Audiobüchern auch gesprochene Gedichte und Geschichten. Der 94-jährige Carter nahm nicht an der Zeremonie vor der Hauptshow teil.


(chk/sda/afp)