Releases der Woche

13. November 2018 16:25; Akt: 13.11.2018 16:25 Print

Muse glauben, wir leben in einer Simulation

von Neil Werndli - Die britische Sci-Fi-Rockband macht uns paranoid, Ariana Grande atmet ihre Panikattacken weg und Idles erschüttern Zürich – die Musik-News der Woche.

Das neue Muse-Album klingt, als hätte man aus «Stranger Things» eine Rock-Oper gemacht. (Quelle: Youtube/Muse)
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Album der Woche: Muse – «Simulation Theory»

Muse-Sänger Matt Bellamy (40) war in Sachen Technologie schon immer ein Pessimist. Das letzte Album widmeten die Briten der Bedrohung durch Drohnen. Und auf ihrer neuen Platte trichtert uns Bellamy unter anderem ein, dass unsere ganze Welt nur ein Fake ist.

Die sogenannte Simulation Theory besagt, dass die Realität, wie wir sie erleben, in Wahrheit nur ein Computerprogramm ist – so ungefähr, als wären wir alle nur Sims. Kluge Köpfe wie Elon Musk (47) vertreten die Theorie ebenfalls. «Wir sind gefangen in einer Simulation, Algorithmen entwickeln sich und machen uns obsolet», heisst es im Album-Opener.


«Das bedeutet Krieg!» Muse sind hässig auf Algorithmen. (Quelle: Youtube/Muse)

Trotz Drama in den Lyrics klingt die Musik nicht mehr ganz so aufgeblasen, wie man es von den letzten Muse-Würfen kennt. «Propaganda» kombiniert Hip-Hop-Beats mit Country-Gitarren, während Bellamy mit dem Gesang einen auf Prince macht, und «Blockades» erinnert an die Zeit, bevor die Gruppe ganze Stadien füllte.

Ein bisschen Pathos muss aber dann doch sein: «Algorithm» fühlt sich mit einer Kombination aus Synth-Arpeggios, Pianos und Orchester an, als hätte man «Stranger Things» in eine Oper umgewandelt. Die Netflix-Show scheint allgemein als Inspiration gedient zu haben: Das Artwork wurde von Kyle Lambert designt, der auch für die Retro-Sci-Fi-Ästhetik von «Stranger Things» verantwortlich war.

Video der Woche: Ariana Grande – «Breathin'»

«Einfach weiteratmen», heisst es im Refrain von «Breathin'». Ariana Grande (25), die in den vergangenen Monaten einen Terroranschlag und den Tod ihres Ex-Freundes mit ansehen musste, singt darin über Panikattacken. Im Video trauert die Amerikanerin inmitten von Menschenmengen, die sie im hektischen Alltag aber gar nicht wahrnehmen. Ein starkes Statement zu psychischen Problemen.


Ariana Grande thematisiert in «Breathin'» Angststörungen. (Quelle: Youtube/Ariana Grande)

Konzert-Tipp: Idles – Punk wider Willen
Montag, 19. November; Mascotte, Zürich

«Zum allerletzten Mal: Wir sind keine verdammte Punkband», schimpfte Idles-Sänger Joe Talbot kürzlich bei einer Show. Zumindest die Attitüde des Punks ist aber tief in ihrer DNS verwurzelt. Die Musik der Band aus Bristol ist simpel, brachial und Talbot klingt ständig, als hätte er ein, zwei Dosenbier zu viel intus.

Als Idles 2011 loslegten, beherrschten sie noch nicht einmal ihre Instrumente wirklich: «Wir waren ziemlich lange absolut furchtbar.» Mittlerweile haben sie sich allerdings zu Kritikerlieblingen entwickelt – nicht zuletzt wegen ihrer radikalen Shows. Nächste Woche stellen Idles ihr neues Album «Joy as an Act of Resistance» live im Mascotte vor.


Wir verlosen 1 x 2 Tickets für die Show!
Schicke zur Teilnahme ein Mail an konzerte@20minuten.ch


Mit dem Vorschlaghammer: Idles. (Quelle: Youtube/Idles)

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