ESC in Stockholm

16. Mai 2016 11:18; Akt: 16.05.2016 17:18 Print

Rykka singt sich auf den letzten Platz

Die offizielle Rangliste des Eurovision Song Contest beweist: Der Schweizer Beitrag ist chancenlos geblieben.

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Lässt sich das ESC-Debakel nicht anmerken: Rykka am Montag in der Redaktion von 20 Minuten in Zürich. Fit mit Rykka: Die Schweizer Darbietung beim zweiten Halbfinal fiel durch, wie die offiziellen Resultate beweisen. (11. Mai 2016) Politischer Inhalt: Das Siegerlied aus der Krim sorgt für Empörung in Russland. (14. Mai 2016) Der Eurovision Song Contest 2016 geht also an die Ukraine. Sängerin Jamala konnte sich im allerletzten Moment gegen... ...Dami Im aus Australien durchsetzen. Diese war nach dem Juryvoting deutlich in Führung gelegen. Am Ende gaben jedoch die Zuschauerstimmen den Ausschlag. Russland erhielt am meisten Zuschauerstimmen. Den Rückstand aus dem Juryvoting konnte Sergey Lazarev jedoch nicht mehr wettmachen. Bulgarien konnte ebenfalls von den Publikumsstimmen profitieren und landete auf Rang 4. Das Gastgeberland erreichte mit dem 17-jährigen Frans den 5. Rang. Justin Timberlake sang ebenfalls am ESC – allerdings ausser Konkurrenz. Mit Startnummer 1 ging Laura Tesoro mit «What's the Pressure» für Belgien ins Rennen. Am Ende reichte es für Rang 10. Startnummer 2: Gabriela Guncikova mit «I Stand» für Tschechien. Am Ende wurde es ebenfalls der zweite Platz – allerdings von hinten. Startnummer 3: Douwe Bob mit «Slow Down» für die Niederlande. Sein Endresultat: Rang 11. Startnummer 4: Samra mit «Miracle» für Aserbaidschan. Sie landete auf Rang 17. Startnummer 5: Freddie mit «Pioneer» für Ungarn. Am Ende reichte es für Rang 19. Startnummer 6: Francesca Michielin mit «No Degree of Separation» für Italien. Schlussrang: 16. Startnummer 7: Hovi Star mit «Made of Stars» für Israel. Am Ende schaute der 14. Rang heraus. Startnummer 8: Poli Genova mit «If Love Was a Crime» für Bulgarien. Sie schaffte es schliesslich auf den hervorragenden 4. Platz. Startnummer 9: Frans mit «If I Were Sorry» für Schweden. Endresultat: 5. Platz. Startnummer 10: Jamie-Lee mit «Ghost» für Deutschland. Sie konnte am wenigsten Stimmen für sich gewinnen: letzter Platz. Startnummer 11: Amir mit «J'ai Cherché» für Frankreich. Schlussrang: 6. Startnummer 12: Michal Szpak mit «Color of Your Life» für Polen. Nach dem Juryvoting lag er noch ganz weit hinten. Die Zuschauerstimmen brachten ihn jedoch einen Riesensprung nach vorne: auf Rang 8. Startnummer 13: Dami Im mit «Sound of Silence» für Australien. Beinahe hätte es für Down Under gereicht. Im allerletzten Moment musste Dami Im die Spitzenposition an die Ukraine abgeben. Startnummer 14: Minus One mit «Alter Ego» für Zypern. Am Ende schaute der 21. Rang heraus. Startnummer 15: Sanja Vucic ZAA mit «Goodbye (Shelter)» für Serbien. Mit den Zuschauerstimmen und den Jurystimmen reichte es für Rang 18. Startnummer 16: Donny Montell mit «I've Been Waiting for This Night» für Litauen. Damit schaffte es es knapp in die Top 10: Platz 9 für Donny Montell. Startnummer 17: Nina Kraljic mit «Lighthouse» für Kroatien. Trotz imposantem Outfit reichte es nur für Platz 23. Startnummer 18: Sergey Lazarev mit «You Are the Only One» für Russland. Am Ende reichte es fürs Podest: Rang 3. Startnummer 19: Barei mit «Say Yay!» für Spanien. Auch am Ende war sie nur unter «ferner liefen»: Platz 22. Startnummer 20: Justs für Lettland. Er erreichte den 15. Schlussrang. Jamala ging mit Startnummer 21 und dem Song «1944» für die Ukraine ins Rennen und liess am Ende alle hinter sich: Platz 1 für die Ukraine! Startnummer 22: Ira Losco mit «Walk on Water» für Malta. Nach einem zwischenzeitlichen Vormarsch in die Top 5 reichte es am Ende noch für Platz 12. Startnummer 23: Nika Kocharov and Young Georgian Lolitaz mit «Midnight Gold» für Georgien. Schlussrang: 20. Startnummer 24: Zoë mit «Loin d'ici» für Österreich. Die Zuschauer verhalfen ihr am Ende zu Rang 13. Startnummer 25: Joe and Jake mit «You're Not Alone» für Grossbritannien. Robbie Williams hat vergeblich die Daumen gedrückt: Nur der drittletzte Rang schaute heraus. Startnummer 26: Iveta Mukuchyan mit «LoveWave» für Armenien. Das reichte für den beachtlichen 7. Rang.

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Mit dem Lied «Last of Our Kind» wollte Rykka am Eurovision Song Contest (ESC) in Stockholm für Furore sorgen. Es blieb bei der Absicht: Die kanadisch-schweizerische Doppelbürgerin schaffte den Finaleinzug nicht – und zwar auf deutliche Art und Weise, wie die offizielle Punktetabelle beweist. Der Vortrag aus der Schweiz erreichte im zweiten Halbfinal 28 Punkte und landete auf dem letzten Platz, wie SRF.ch berichtet. In der Gesamtwertung sieht es nicht besser aus: Nur Estland liegt mit 24 Punkten hinter der Schweiz.

Mit anderen Worten: Rykkas Intermezzo in der schwedischen Hauptstadt geht als weiteres Desaster in die wenig ruhmreiche Schweizer ESC-Geschichte ein. Im eigenen Land erntete der Auftritt wenig Lob, vor allem wurde ihre fantasielose choreografische Vorstellung bitterböse kommentiert und unter anderem als «Kniebeugen-Training bei einer Fitness-Lektion» bezeichnet.

Die Nachricht der AfD

Beim weltweit beachteten Show-Event – von Kritikern boshaft als «Europameisterschaft der Peinlichkeiten» eingestuft – nahmen 42 Nationen teil. Nicht nur der Beitrag aus der Schweiz fiel kolossal durch, auch jener von Deutschland fand bei Jury und Publikum keine Gnade. Künstlerin Jamie-Lee sang sich im Finale auf den letzten Platz – nördlich des Rheins wird nicht nur nach den Gründen für das Desaster gerätselt, sondern es hat sich gar eine Debatte mit politischem Anstrich entwickelt. Die AfD lässt mit einer Nachricht bei Twitter aufhorchen, in der Kanzlerin Angela Merkel und den etablierten Parteien die Schuld an dem Abschneiden zugeschoben wird.

Die Nachricht des bayrischen AfD-Landesverbands hatte allerdings einen Shitstorm zur Folge, wie welt.de berichtet. «Daraufhin suchten die bayerischen Alternativ-Deutschen ihre Rettung im Anschluss an die netzweite Fraktion der Ironiker: Humor ist offensichtlich nicht gerade die Stärke der AfD-Gegner, schrieben sie und setzten einen augenzwinkernden Smiley hinzu», schreibt «Die Welt» weiter.

Neues Punktesystem erhöht die Spannung

Bei der Entscheidung in Stockholm wurde eine neue Punkteregelung eingeführt. «Der Abstimmungsmodus 2016 hat den ESC deutlich spannender gemacht als zuvor», findet etwa die «Berliner Zeitung». Die Wertungen der Jurys aus den Ländern und jener der Zuschauer wurden getrennt vorgetragen. Jede Nation konnte also maximal 24 Punkte an eine andere verteilen: 12 durch die Jury, 12 durch das Fernsehpublikum.

Das hatte zur Folge, dass die Jury-Wertung durch die teilnehmenden Zuschauer teilweise völlig auf den Kopf gestellt wurde. So erhielt der polnische Sänger von den nationalen Jury nur sieben, vom Publikum aber 222 Punkte. Das reichte am Ende zu Rang 8. Nicht zuletzt die siegreiche Ukrainerin Jamala profitierte von der Reform: Nachdem die Jury gewählt hatte, lag die Krim-Tatarin auf Rang 2 hinter Australien. Am Ende verhalf das votende TV-Publikum Jamala zum knappen Triumph mit 534 Punkten vor der Australierin Dami mit 511.

(fal)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Geissenpeter am 16.05.2016 11:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Warum können wir nicht aussteigen?

    Ist es wirklich Pflicht jedes Jahr da mitzumachen? Ich wäre dafür, dass die Schweiz nicht mehr teilnimmt. - weniger Scham - keine Blamagen - keine Kosten!

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  • MRT am 16.05.2016 11:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unnötige Teilnahme

    Ganz ehrlich warum macht die Schweiz dort überhaupt mit? Als nicht-Mitglied der EU werden wir eh nie Punkte kriegen... Mal abgesehen davon wie beschähmend Rykkas Auftritt war.

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  • Martin am 16.05.2016 11:24 Report Diesen Beitrag melden

    Bühneshow

    Ich frage mich warum die einen Feuerwerk, 3D Animationen etc. haben und eine Rykka einfach nur Squats auf der Bühne macht? Es ist doch nun hinlänglich bekannt dass die Show alleine 80% ausmacht. Warum Sie einen auf EGO macht und gerade mal ein rauchendes Kleid (??) hat ist mir Schleierhaft. Das Lied war nicht mal sooo schlecht (nur schlecht gesungen)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Cavi33 am 17.05.2016 13:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Na sowas

    Letzter Platz ist eine Leistung. Niemanden mehr schicken und das Geld sparen.

  • Chris__ am 17.05.2016 07:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schade

    Vor 15 Jahren war der ESC noch was...aber mit der Zeit wirds nur noch schräger...angefangen mit Conchita und jetzt mit Politischen Hintergründen.. Schade..

  • Zane am 17.05.2016 07:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Berechtigt

    Sie war einfach schlecht, gesanglich und Performance sogar ihr outfit und Haare, nichts hat gestummen...

  • Igel am 17.05.2016 06:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So ist es

    Wenn der EVENT heissen würde (Wer gewinnt denn letzten Platz) dann wäre die Schweiz der Gewinner.

  • Singer am 17.05.2016 06:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ganz oder gar nicht

    Schickt jemanden mit potenzial und gebt genug geld für das ganze drumherum oder lasst den event sausen. Kann doch nicht sein, dass man da mit teurer sparflamme auftaucht, um sich die laterne abzuholen...