Releases der Woche

05. Dezember 2018 17:08; Akt: 06.12.2018 14:54 Print

Sein neuer Fame macht Manillio Rückenweh

Manillio singt über die Kehrseite des Erfolgs, Ariana Grande bricht einen Youtube-Rekord und Charlotte Gainsbourg kommt nach Zürich – die Musik-News der Woche.

Manillios neues Album soll man «auch beim Kochen hören» können – trotzdem ist es nicht ohne Ecken und Kanten. (Quelle: Youtube / ManillioVEVO)
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Hier präsentieren wir dir wöchentlich ein neues Album und ein frisches Musikvideo. Zudem verschenken wir Tickets für ein Konzert, das wir dir wärmstens empfehlen.

Album der Woche: Manillio – «Plus Minus»

In einem Alter, in dem viele ihre Jugendträume begraben und langsam ein sesshaftes Leben planen, setzte Manillio nochmals voll auf die Musik. Sein Album «Kryptonit» und der Hit «Monbijou» machten den Solothurner vom Underground-Rapper zum Popstar – Platz eins, Gold, Hauptbühnen-Shows. Nun legt der 31-Jährige mit «Plus Minus» nach und thematisiert darauf unter anderem die Kehrseiten des Erfolgs.

Fame und Bling standen für Manillio noch nie an erster Stelle: «I ha meh Ahänger u meh Aahängsu. Doch irgendwenn ou Rüggeweh», rappt er in «Supernintendo» über seinen Aufstieg. In der Single «Psst!» geht es um Klatsch und Tratsch, den das Leben als Promi mit sich bringt.

Jammern auf hohem Niveau – die positiven Seiten des Karriereaufstiegs werden aber nicht komplett ausgeblendet und genau darum geht es auf «Plus Minus»: das alltägliche Spannungsfeld, die Ambivalenz des Lebens. «Es gibt Ups und Downs, Plus- und Minuspole, die Energie wirkt dazwischen und ich versuche irgendwie damit umzugehen», sagt Manillio.


80s-Flashback-Synthies mit Trap-Beats: Manillios «180 km/h». (Quelle: Youtube / ManillioVEVO)

Musikalisch suchten der Rapper und seine Produzenten eine neue Herangehensweise: «Ich habe den Jungs gesagt, ich wolle ein Album machen, das ich selber zum Kochen hören könnte.»

Für diese Vision wurde Manillio von seinen Buddies belächelt – sie funktioniert aber. Songs wie «180 km/h» oder das Lo-&-Leduc-Feature «Bon Appetit» sind eingängig und radiotauglich, ohne die Wurzeln im Rap zu leugnen. Dementsprechend kann man zu «Plus Minus» nicht nur Kochen, sondern auch verknallt mit überhöhter Geschwindigkeit durch die Stadt rasen.

«Alles hät äs Ändi», heisst es im Closer «Minus». Für Manillio geht der Weg nach oben dank «Plus Minus» aber definitiv noch weiter.

Video der Woche: Ariana Grande ist jetzt ein Mean Girl

Mit ihrem Clip zur Verflossenen-Hymne «Thank U, Next» brach Ariana Grande übers Wochenende einen Youtube-Rekord: Kein Video zuvor wurde während der ersten 24 Stunden so oft angeklickt. Grande persifliert darin verschiedene Girlie-Filme der Nullerjahre: Zum Beispiel ist sie als Teil der fiesen Plastics-Gang aus «Mean Girls» zu sehen.


Ariana Grande als mobbende High-School-Schönheit. (Quelle: Youtube / Ariana Grande)

Konzerttipp: Ein letztes Mal Charlotte Gainsbourg?
Charlotte Gainsbourg; Donnerstag, 06. Dezember; Volkshaus, Zürich.

Das künstlerische Talent saugte Charlotte Gainsbourg mit der Muttermilch auf. Als Tochter von Jane Birkin und Serge Gainsbourg war sie für eine Karriere im Showbusiness prädestiniert. Neben der Schauspielerei mauserte sie sich auch mit der Musik zum Kritikerliebling, zuletzt mit dem Album «Rest» (2017), auf dem sie den Tod ihres Vaters und ihrer Halbschwester verarbeitet – ein düsteres, stark elektronisch geprägtes Werk, auf dem sich die 47-Jährige unter anderem mit Alkoholsucht auseinandersetzt.

Nach zwei Shows im Kaufleuten tritt Gainsbourg nun erneut in Zürich auf. Laut den Veranstaltern ist es «wohl für längere Zeit ihr letztes Konzert in der Schweiz».

Wir verlosen 2 x 2 Tickets für die Show!
Schicke zur Teilnahme ein Mail an konzerte@20minuten.ch


Gainsbourg führte selbst Regie beim Video zu «Deadly Valentine». (Quelle: Youtube / Charlotte Gainsbourg)

(nei)