Personalisierte Billete

13. Dezember 2011 20:41; Akt: 13.12.2011 20:41 Print

So liesse sich die Ticket-Farce beenden

Es ist immer dasselbe: Erst sind Tickets für Top-Acts nach wenigen Minuten ausverkauft, dann tauchen Wucher-Angebote im Web auf. Personalisierte Tickets könnten dies verhindern, bergen aber Frust-Potenzial.

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Manchmal hilft alles anstehen nichts: Coldplay-Tickets gibt es nach einer Stunde nur noch auf dem Graumarkt. (Bild: keystone)

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Nach nur einer Stunde war das Konzert von Coldplay im Zürcher Letzigrundstadion ausverkauft. Doch auf Internetbörsen wie Ricardo & Co gibt es wenige Minuten später bereits wieder Billette – zu völlig überteuerten Preisen.

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Im Talkback auf 20 Minuten Online ist die Empörung gross, viele fordern personalisierte Tickets. Das bedeutet: Der Name des Besitzers ist auf die Eintrittskarte gedruckt, die Identität wird beim Eintritt überprüft. Falls der Name auf dem Ticket nicht mit dem Namen in der Identitätskarte übereinstimmt, wird der Einlass verweigert. Dieses System ist im Ausland bei Sportanlässen üblich. Bei den Fussballeuropameisterschaften in der Schweiz wurde der Verkauf bereits so gehandhabt. Auch für Konzerte wäre das kein völlig neuer Weg: Für die Take-That-Tour in Deutschland wurden im letzten Jahr die Billette personalisiert. Wer verhindert ist, kann die Tickets entweder gegen Gebühr umschreiben lassen – oder auf einer offiziellen Ticketplattform zum Einkaufspreis weiterverkaufen. Beide Systeme sind im Ausland in Gebrauch.

Fälschungen im Umlauf

Wer Tickets auf dem Graumarkt kauft, bezahlt nicht nur in der Regel viel zu viel, sondern muss auch damit rechnen, von einem Fälscher reingelegt zu werden. Beim Rammstein-Konzert vom Montag, dem 12. Dezember wurden die Tickets genauer als üblich kontrolliert. Das Resultat: Einige, welche mit gefälschten Schwarzmarkttickets ins Hallenstadion gelangen wollten, wurden von den Kontrolleuren enttäuscht wieder nach Hause geschickt.

Die personalisierten Tickets müsste der Grossveranstalter Good News einführen. «Wir überprüfen im Moment viele Varianten, um die Situation zu verbessern», so Sprecher Marc Reinhardt auf Anfrage von 20 Minuten Online. Denn: «Ich verstehe die Leute, die verärgert sind. Deshalb appellieren wir immer wieder an alle, auf diesen Plattformen keine Tickets zu kaufen.» Wenn die Graumarkthändler auf ihren Tickets sitzenbleiben, ist der Kauf auf Vorrat beim nächsten Mal wohl weniger attraktiv.

«Grosses Chaos»

Laut Ticketcorner wäre ein personalisiertes Ticket mit grossem technischen wie auch personellen Aufwand verbunden. Mediensprecher Stefan Epli prophezeit aber: «Beim Einlass kommt es dann zum grossen Chaos! Für den Konzertbesucher entstehen massive Einschränkungen.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Markus am 13.12.2011 12:30 Report Diesen Beitrag melden

    Angebot und Nachfrage

    Solange es Menschen gibt die überteuerte Tickets auf dem Schwarzmarkt kaufen, solange wird es den Schwarzmarkt auch geben! Ich würde mich freuen, wenn mal niemand die Tickets die z.B. auf Ricardo angeboten werden kaufen würde, dann würde der Schwarzmarkt schnell verschwinden

  • eli g am 13.12.2011 12:45 Report Diesen Beitrag melden

    oleeeeeee

    jippiiiiiiii habe tickets ergattert!!!! *herzaugen*

  • Heinz Kellerei am 13.12.2011 12:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    selbst Schuld

    das Problem liegt nicht nur bei ticketcorner und den schwarzh ändlern , sondern dass die Tickets überteuert gekauft werden.... man müsste den schwarzen Markt nur boykottieren!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Nick am 14.12.2011 17:40 Report Diesen Beitrag melden

    Hetue gab es noch Tickets

    Heute kurz nach 15.00 gab es wieder Tickets zum kaufen, ca 30min lang ging es bis diese Tickets ausverkauft waren. Hatte mir auch noch 2 GoldenCyrcle tickets gekauft. Also einfach immer wieder probieren....

  • Jade Moon am 14.12.2011 08:20 Report Diesen Beitrag melden

    Ausweiskontrolle und Datenbankeintrag

    Wie wäre es denn mit einer Regelung, dass pro Person nur 4 - 8 Karten gekauft werden dürfen. Das mit einer Ausweiskontrolle verbunden und dem Eintrag in eine Datenbank, dass diese Person ihre Limite bereits ausgeschöpft hat. So können doch auch mal diese Hamsterkäufe von gewissen Personen unterbunden werden.

  • Dr. Bob am 14.12.2011 00:08 Report Diesen Beitrag melden

    komisch

    Was heisst hier "genauer als üblich kontrolliert"? Auf dem Ticket befindet sich ja ein Strichcode. Entweder wird es beim Türsteher/Kontrolleu grün=gültig oder eben nicht. was muss da genauer kontrolliert werden?

    • stefan kalt am 14.12.2011 04:55 Report Diesen Beitrag melden

      komisch

      ein orginal kopieren. Dann habe ich zwei gleiche Strichcods. Beide wären ja dann "gültig". Der "Kopierte" geht zuerst, der "Orginale" hat das nachsehen.

    • Mr. Meyer am 14.12.2011 08:10 Report Diesen Beitrag melden

      Strichcode prüfen

      Der Strichcode muss überhaupt kontrolliert werden, ist beim Ticketcorner nicht üblich. Starticket macht das schon seit Jahren so.

    einklappen einklappen
  • Kevin R. am 13.12.2011 23:45 Report Diesen Beitrag melden

    Wo ist der grössere Frust?

    Wenn man eine (eher kleinere) Gebühr fürs Umschreiben / Weiterverkaufen zahlen muss, oder wenn man gar nicht erst an ein Ticket kommt? Also immer her mit den personalisierten Dingern!

  • Paul Meier am 13.12.2011 23:39 Report Diesen Beitrag melden

    Ich war

    mit personalisierten Tickets in Friedrichshafen am Rammstein-konzert. Beim Einlass musste ich sowohl Ticket als auch ID vorweisen und es gab absolut kein Chaos. Ach ja und die Tickets waren keinen Cent teurer als beim Konzert in Zureich