Social-Media-Star Shirin David

20. September 2019 04:46; Akt: 20.09.2019 04:46 Print

«Sogar im Gammel-Look werde ich erkannt»

Der fünf Millionen Insta-Follower starke Social-Media-Star Shirin David (24) hat sein Debütalbum «Supersize» veröffentlicht. Darüber sprechen wir mit der Deutschen. Und über alte Jogginghosen.

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Rapperin und Social-Media-Star Shirin David hat (24) ihr Debütalbum «Supersize» veröffentlicht. Anfang Woche stellte sie die Platte in den Zürcher Arena Cinemas einer Handvoll Fans vor – 20 Minuten war mit dabei. Shirins erster Auftritt im Kinosaal wurde von den anwesenden Fans gleich doppelt bejubelt: Als die Rapperin nämlich eintraf, bemerkte sie, dass keine Getränke und Essen bereitstanden – und bestellte erst mal Popcorn und Wasser für alle knapp 30 Anwesenden. Auf ihr erstes Album sei sie «sehr stolz», erzählt sie 20 Minuten. «Es wurde sogar noch besser als erwartet.» Zwölf Tracks fasst der Longplayer – sechs davon hat vorher noch niemand gehört. Das Feature mit Xavier Naidoo (47) auf dem Track «Nur mit dir» bedeutet ihr besonders viel: «Als die Zusammenarbeit bestätigt wurde, habe ich vor Freude geheult.» Einer ihrer Lieblingstracks ist «Melodien», weil er ziemlich untypisch sei. Im Song gehe es um Menschen, «die wie Haustiere sind», weil sie immer für einen da seien und bei denen man ganz sich selbst sein könne. Auch zu «Fliegst du mit», in dem es um die zerrüttete Beziehung zu ihrem Vater geht, erzählte die 24-Jährige während der Listening-Session ein bisschen mehr. Lange habe sie das Produzieren des Songs herausgezögert – als sie sich dann habe überwinden können und mit ihrem Produzenten im Studio gesessen sei, sei alles über sie hereingebrochen: «Ich war sechs Stunden lang am Heulen.» Dass der Track auch ihren Fans nahegeht, zeigten die Reaktionen im Kinosaal: Ein Zuhörer meinte, er habe sich «zusammenreissen müssen, um nicht auch zu weinen». Und eine andere Teilnehmerin der Listening-Session offenbarte gar, dass sie sich den Titel des Songs auf den Arm habe tätowieren lassen, da sie zu ihrem Vater ein ähnlich schwieriges Verhältnis habe und das Lied ihr «Kraft gibt». Alle sechs schon vorab veröffentlichten Tracks ihres Albums «Supersize» haben es in die Top 10 der deutschen Charts geschafft. In der Schweiz landeten immerhin alle in den Top 30.

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Druck und Hate auf Social Media

Zu Beginn ihrer Social-Media-Karriere hat sich Shirin David (24) keine Gedanken darüber gemacht, wie ihr Online-Auftritt daherkommt, wie sie 20 Minuten erzählt. 2016 habe sich das geändert: «Da meinte jemand zu mir: ‹Shirin, du hast jetzt so viele Follower, du musst das jetzt professionell machen.›»

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Danach habe sie sich für einige Monate extrem unter Druck gefühlt – bis sie sich dachte: «Scheiss drauf. Jetzt poste ich Bilder frei und zu Zeiten, in denen ich will – auch wenn man nachts um 2 Uhr weniger Interaktionen kriegt.»

Inzwischen hat sie fast fünf Millionen Insta-Abonnenten – da fallen nicht alle Kommentare positiv aus. Shirin hat aber einen Weg gefunden, mit Online-Hate zu umgehen: «Instagram hat eine Funktion, bei der man Begriffe, die man nicht lesen will, auf einer Liste vermerken kann.»

Diese Wörter können dann nicht kommentiert werden: «Bevor ich solche Kommentare lesen kann, sind sie schon blockiert – Hate muss ich mir gar nicht erst geben.»

Ihr Undercover-Style

«Wenn ich ins Studio gehe, dann mache ich mich gern zurecht», so die Musikerin, die für ihre aufwendigen Make-up-Looks und Outfits bekannt ist.

Anders sieht das aus, wenn sie privat auf die Strasse geht und nicht erkannt werden möchte: «Dann hole ich meine gammligsten Kleider aus dem Schrank, trage meine ältesten Jogginghosen und die Haare im verwuschelten Dutt.»

Funktioniert das? «Nein. Ich frage mich zwar immer, wie sie es tun, aber trotz meines Gammel-Looks erkennen mich die Leute tatsächlich trotzdem.»

Shirins Karriere

Bekannt wurde sie als Youtuberin: 2014 startete Shirin ihren Kanal, heute hat die 24-Jährige dank regelmässigen Uploads fast 2,65 Millionen Abonnenten.

Musikerin werden wollte sie eigentlich schon immer, jedoch sei das früher für sie wie ein «utopischer Traum gewesen». Dass sie schlussendlich ins Business einstieg, hat aber niemanden erstaunt, wie sie uns erzählt: «Die Musik war schon immer Teil meines Lebens.» 2017 sass sie sogar in der Jury von «Deutschland sucht den Superstar».

Auf die Musik fokussiere sie sich dann vorerst auch: «Ich bin gerade nicht mehr als klassische Youtuberin unterwegs.» Sie möchte über die Plattform aber nach wie vor mit ihrer Community in Kontakt bleiben.


So siehts aus, wenn Shirin youtubt: Anfang Juli zeigte sie in einem Vlog das Making-of des Musikvideos zu ihrem Hit «On Off». (Quelle: Youtube/Shirin David)

Lieblingslieder auf der neuen Platte

Ihr liebster Track auf ihrem Debütalbum «Supersize» sei von ihrer Tagesstimmung abhängig, sagt Shirin: «Besonders mag ich aber ‹Melodien›, weil der ziemlich untypisch ist – und auch ‹Gibt es dich› finde ich sehr nice.»

Inspiration für ihre Musik findet die 24-Jährige in alltäglichen Situationen: «Egal, ob es um Liebe oder Streit geht – alles, was ich singe, kommt aus einem echten Feeling heraus.» Das ist ihr wichtig, denn sonst habe sie das Gefühl, dass «der Song nicht lebt».


Ihr bislang grösster Hit ist «Gib ihm» – zwei Wochen lang sass der Track an der Spitze der deutschen Charts. In der Schweiz reichte es immerhin für Platz neun. (Quelle: Youtube/Shirin David)

Ihre Vergangenheit mit klassischer Musik

Die Deutsche hört privat alle möglichen Musikgenres – «bis auf Hardcore Heavy Metal». Aufgewachsen ist die Rapperin aber mit klassischer Musik, als Teenager hat sie sogar eine Ausbildung an der Jugend-Opern-Akademie gemacht.

«Ich denke, Klassik ist der Grundbaustein aller Genres», so Shirin. Sie schätzt ihre musikalische Früherziehung und dass sie erst später damit begann, sich auf andere Musikrichtungen zu konzentrieren.

Auch heute hört sie noch viel klassische Musik: «Besonders wenn ich Entspannung brauche oder am Autofahren bin.» Sie kann sich sogar vorstellen, mal «ein Livealbum mit einem Streichorchester aufzunehmen».

(mim)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pädi am 20.09.2019 08:11 Report Diesen Beitrag melden

    Glaub ich nicht

    Also ungeschminkt erkennt sie sicher niemand.

  • Reni am 20.09.2019 08:10 Report Diesen Beitrag melden

    Make-Up

    Ich denke nicht, wenn Sie ungeschminkt ist, dass die Leute Sie erkennen....Sie hat ein bisschen Gesicht im Make-Up

  • HipHop head am 20.09.2019 06:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    no recognition

    Ich liebe Rap / HipHop seit über 25 Jahren... habe keine Ahnung wer das is

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Mr. Bull am 20.09.2019 18:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hä?

    Die könnte mir auf dem schoss sitzen und ich würde sie nicht erkennen. Noch nie gesehen, noch nie gehört. Wer soll das sein? Was kann sie? Was hat sie geleistet?

  • Klint am 20.09.2019 10:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Abzocke im namen der Musik

    Schön teure klamotten tragen, aber für 50.- gibt es eine billige plastiktasche die in der produktion in china nicht einmal 5.- kostet. Und wie ich mitbekommen habe zählt es für die charts wieviele boxen man verkauft hat. Arme "musik"industrie. Die kinder tun mir leid dessen eltern so etwas unterstützen und sie ihren kindern nicht früh genug beibringen was gut und schlecht ist.

  • Elfe69 am 20.09.2019 09:56 Report Diesen Beitrag melden

    Zusammengeschminktes Püppchen

    habe dieses zusammengeschminkte Püppchen in einer Sendung gesehen, und zwar als Jurorin bei DSDS und schon damals fand ich sie schrecklich. Immer diese furchtbaren Perücken und dieses unnatürliche getue, einfach fürchterlich. Ich weiss ja nicht wie sie in Natur aussieht, aber wenn sie so aussieht wie sie spricht, ist sie auch nichts Besonderes. Solche junge Frauen tun mir nur noch Leid, keine Persönlichkeit und Nichts, schade.

  • Scrat am 20.09.2019 09:42 Report Diesen Beitrag melden

    No thanks.

    Ich sehe da nichts Schönes geschweige den Stylisches, sondern nur künstliches Gehabe und Marken-/Luxusgeilheit. Not my choice... Im out.

  • stella88 am 20.09.2019 09:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    immerhin

    Bei allem Respekt für den Youtube-Erfolg der Dame ist es etwas für mich leicht irritierend dass von den rund 3-5 Millionen "Followern" und "Fans?" oder wie man es nennt(?) lediglich ca. 30 davon vorbeischauten. Auch wenn ihre Follower sicher nicht alle in der Schweiz wohnen.. eine etwas bescheidene Anzahl für einen Star - nicht? Eins muss man ihr lassen. Sie gibt vollen Einsatz und stellt sich der Realität des richtigen Lebens :-) irgendwie süss Einen schönen Tag allerseits :-)