19. Februar 2008 12:28; Akt: 19.02.2008 14:35 Print

Swiss Music Awards: Wer soll (es) richten?

Die Jury ist geheim und die Kriterien für die Auswahl undurchsichtig. Die Swiss Music Awards strotzen nicht gerade vor Transparenz.

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Auf Diskussionen lässt man sich bei den Swiss Music Awards nicht ein: Die Mitglieder der so genannten Academy und die der Jury werden vorerst nicht verraten. Man wolle die Aufmerksamkeit auf den Anlass und die Künstler richten, die nominiert sind, sagt Organisator Oliver Rosa.

Kompliziertes Auswahlverfahren

Das Auswahlverfahren ist nicht ganz einfach. Die Vorauswahl hat Media Control Schweiz vorgenommen und die zehn kommerziell erfolgreichsten Titel und Interpreten aus der Jahreshitparade 2007 ausgewählt.

Danach kam die so genannte Academy zum Zuge, die sich aus «zahlreichen Protagonisten der Unterhaltungsindustrie und Medienvertretern» zusammensetzt. Sie sucht für jede Kategorie drei Finalisten heraus.

Den Mitgliedern der Academy wird dabei frei überlassen, nach welchen Kriterien sie ihre Nominierten auswählen. «Dadurch wollen wir uns von einer blossen Verkaufszahlen-Ranking abgrenzen», sagt Oliver Rosa. Der Preis sei publikumsorientiert. Das erkläre auch, warum Top-Produzent Timbaland als Newcomer nominiert ist, obwohl er ein alter Hase im Geschäft ist. «Die breite Öffentlichkeit hat ihn erst jetzt seit seinem kommerziellen Durchbruch als Interpret wahrgenommen. Wir haben das so in unserem Reglement definiert, danach richten wir uns.»

Was zählen die Zuschauerstimmen?

In einem letzten Schritt entscheiden die unbekannte Jury und das Publikum, wer von den jeweils drei Nominierten den ersten Platz belegt. Die Zuschauer können per Internet oder SMS für ihre Lieblinge stimmen (siehe Linkbox).

Offen bleibt am Ende die Frage, wie stark der Einfluss der Publikumsstimmen eigentlich ist. Auch die Entscheidungen der Academy und der Jury werden nicht begründet: Man muss sich auf die Kompetenz von Unbekannten verlassen. Doch es besteht noch Hoffnung auf mehr Glaubwürdigkeit. Oliver Rosa: «Vielleicht geben wir die Juroren zu einem späteren Zeitpunkt preis.»

(dre)