One Direction Live

04. Juli 2014 23:31; Akt: 05.07.2014 00:49 Print

Weinende Väter, kreischende Töchter

von Lucien Esseiva - Heute Abend spielte die Boyband One Direction im Stade des Suisse in Bern. 33'000 Mädchen konnten ihr Glück kaum fassen und kreischten sich die Seele aus dem Leib.

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Für viele Väter dürfte der heutige Abend zu den traurigsten ihres Lebens gehört haben. Denn die britisch-irische Über-Boy-Band One Direction trat nämlich im Stade de Suisse auf. Die Trauer der Väter rührt aber nicht von der Performance oder der musikalischen Qualität der fünf Jungs um Oberschnügel Harry Styles her. Hunderte Väter verpassten wegen des Konzerts das WM-Viertelfinalspiel Deutschland gegen Frankreich. Aber das nennt man halt Liebe. Und dieser Akt des selbstlosen Verzichts wird diese Väter für immer und ewig in die Herzen ihrer Töchter eingebrannt haben.

Schon Stunden vor dem Konzert bilden sich rund um das Stade de Suisse lange Schlangen. Ohne anständige Fanaufmachung traut sich kaum jemand in den Pulk. Hoch im Kurs stehen: Leuchtende Minnie-Mouse-Schleifchen auf dem Kopf, logischerweise One Direction Shirts, Stirnbänder mit den Konterfeis der Jungs oder Liebesbekundungen – geschrieben auf alle möglichen Körperstellen. Immer wieder flammt ohrenbetäubendes Gekreische auf. An einem Fenster, hoch oben im Stadion, will jemand ein Mitglied der Band ausgemacht haben. Eine kreischt, alle kreischen. Eine rennt, alle rennen.

«Wie eine Herde Kühe», flucht ein Vater und springt seiner Tochter hinterher. Überhaupt verausgaben sich viele Fans schon vor dem Konzert mit stundenlangem Anstehen, Singen oder Kreischen derart, dass es nicht verwundert, dass einige von ihnen nicht mal die Vorband (5 Seconds of Summer) mitbekommen. Der Sprint in die vordersten Reihen, inklusive beherzten Bodychecks, gibt dann vielen endgültig den Rest.

«Harry, ich will ein Kind von dir!»

Etwas verspätet, um 19 Uhr geht's dann endlich los. Ausverkauft ist das Stadion nicht ganz. 33'000 Fans haben dennoch den Weg nach Bern gefunden. Den Anfang machen die vier Fun-Punker von 5 Seconds of Summer. Die blutjungen Australier sind entgegen dem Klischee keine gecastete Boyband, sondern kennen sich aus der Schule, sind Freunde und machen seit Jahren zusammen Musik. Auf der Bühne geben sie richtig Gas, die musikalische Qualität ist überraschend gut. Manchmal wirkt ihre Punk-Attitüde, mit den tiefhängenden Gitarren, etwas gekünstelt. Dem Publikum gefällt es. Aber das ist alles nur Vorgeplänkel. Das Publikum will One Direction.

Begleitet von ihrem Super Hit «Midnight Memories» stürmen die fünf Jungs um 20 Uhr die Bühne. Der Kreischpegel erreicht in diesem Moment ein Ausmass, dass man fürchtet, die Lampen könnten von der Bühnendecke fallen. One Direction lassen keinen Hit aus. Und sie wissen genau was sie tun. Jede Bewegung oder Tanzschritt, jeder Blick ins Publikum ziel darauf ab die schwelgenden Mädchen in den Wahnsinn zu treiben. Der Plan geht auf. In entrückter Glückseligkeit wird mitgesungen, mitgekreischt, mitgeschmachtet. Als die Stimmung den Höhepunkt erreicht, weint sogar der Himmel über Bern mit.

Stofftierchen fliegen auf die Bühne, Plakate auf denen Dinge wie «Harry, marry me!» oder «Ich will ein Kind von dir» stehen, werden in die Höhe gereckt. Fast zwei Stunden dauert die Show. Zwanzig Songs. Drei Zugaben. Zurück bleiben glühende Mädchenherzen und die Erinnerung an einen unvergesslichen Abend voller Schweiss und Tränen. Das Souvenir für die nächsten Tage: Eine heisere Stimme. Und auch die Väter sind versöhnt. Denn was ist schon ein lausiges WM-Spiel im Vergleich zum glücklichen Lächeln einer Tochter?

Waren Sie auch am One-Direction-Konzert? Als Fan, Vater oder Mutter? Erzählen Sie uns, wie der Abend für Sie war.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Matt am 05.07.2014 16:54 Report Diesen Beitrag melden

    Nur immer Teeniebands

    Es wäre schön wenn auch vom Metallica Konzert ein Bericht online wäre und nicht nur eine kurze Erwähnung in einem andern Bericht. Das man über eine Teenieband berichtet ist ja schön und recht. Aber wenn man nur immer Bericht über One Direction, Justin Biber etc liest hängt einem das etwas zum Hals raus. Darum liebe 20min berichtet von mir aus gerne weiter darüber, aber denkt auch daran, dass es noch Leute gibt die andere Musik hören ;)

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  • Metalhead am 05.07.2014 00:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Basel

    Metallica hatte deutlich mehr Publikum in Basel ;D Versteh auch nicht, wie man stattdessen für Playback und Low-Niveau "Musik" zahlen kann... METALLICA F*CKING RULES!!

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  • Andy S. am 05.07.2014 00:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Achsoo

    Darum war der Zug von Zürich nach Bern so voll mit Mädchen, deren jede zweite Aussage einen facepalm zur Folge hat..

Die neusten Leser-Kommentare

  • 1D Loverin am 06.07.2014 13:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Toll!

    Es war mein erstes Konzert und ich war überwältigt! Ich bin 16, aber kreische nicht rum oder schubse jemanden weg. Ich stand da, sang mit und genoss es, den Jungs zuzuschauen. Es war einfach eine tolle Show! Also, meiner Meinung nach können Harry, Zayn, Niall, Louis & Liam öfters kommen. :)

  • Kim Uysal am 06.07.2014 12:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nie wider mit gebrochenen zeh

    Es war einfach nur gail Es ist ein unfasbares gefül wenn man weiss man sieht die fünf leute die dir immer hoffnung geben man sieht seine idole man steht nur wenige meter weg von ihnen! Ich bin trotz gebrochenem zeh zum konzert gegangen es war ein erlebnis ich werde es nie mehr mache Ich durfte nähmlich zum ende des konzertes auch mal über die abschrankungen getragen werden ind die stars zwar ein bischen beduselt aber trotzdem noch näher gesehen es war einfach ein unfassbares erlebnis

  • Gehörschutz am 06.07.2014 10:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Metallica

    Bin ich froh, dass ich um diese zeit am metallica konzert in basel war und mir dieses gekreische nicht antun musste!!!:)

  • Moser Manu am 06.07.2014 09:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sorry Bern, zu gross für euch

    Der Ärger vor dem Stadion bei mir war grenzenlos !!! Total überforderte Security Leute fuchtelten wütend und genervt mit den Armen und gaben unklare Anweisungen. Lauft, bleibt stehen, schliesst auf, zügig, langsam...... Ja Himmel was denn nun ? Statt die Fans aufzuklären warum es nur schleppend voran geht, wurde man von den Sicherheitsleuten nur angemotzt. Der Weg zum Eingang war eine Tortour und eine bodenlose Frechheit. sorry Bern aber das war eine Nummer zu gross für euch !!! Ich durfte schon viele Konzerte besuchen, das war das schlecht Organisierteste von allen !!

  • lala dada am 06.07.2014 08:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    1D , Bern : Regen, Freude, Fussball

    Es war super. Ich und eine Kollegin hatten einen super Abend. Es war fantastisch zu sehn, dass die Mitglieder von One Direction trotz Wind und monsunartigem Regen sehr gut performt haben und ihr Lachen ihr Humor und ihre Freude an der Sach nicht verloren haben. RESPEKT. Das selbe gilt natürlich für die vielen Technicker, Sanitäter und Sicherheitsleute. :) Den wichtigen WM-Match haben wir dank eines mitgebrachten tablet auch nicht verpasst. Was will man mehr ?!