Chartsdominatoren

01. März 2011 14:49; Akt: 02.03.2011 14:22 Print

Wie macht man einen Hit?

von Niklaus Riegg - Gleich drei Alben unter den Top 20 der aktuellen Schweizer Hitparade kommen aus dem Hause Hitmill. Gründer Roman Camenzind verrät seine Erfolgsgeheimnisse.

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Ob TinkaBelle (l.) oder Bligg (r.): Fred Herrmann und Roman Camenzind machen die Hits. (Bild: WB/Lena Thüring/UMG)

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Wer in der Schweiz mit Popmusik Erfolg haben will, der arbeitet in der Regel mit Fred Herrmann und Roman Camenzind von den Hitmill-Studios zusammen. So sind momentan gleich drei von ihnen produzierte Alben in den Top 20 der Schweizer Charts zu finden: «Bart aber herzlich» von Bligg (momentan auf Platz 6, Peak Platz 1), «Highway» von TinkaBelle (diese Woche Platz 11, Höchstplatzierung Platz 2) und «Herz» von Adrian Stern (jetzt auf Platz 16, Peak Platz 2). Zusammengenommen haben sich allein diese drei Alben über 120 000-mal verkauft.
Für 20 Minuten Online plauderte Roman Camenzind aus dem Nähkästchen und verrät die Geheimnisse hinter den Hitmill-Erfolgen.

Das Alleinstellungsmerkmal
«Wir machen nicht nur Musik, sondern erarbeiten ein umfassendes Konzept. Unsere Aufgabe ist es, die Stärken und die Schwächen eines Künstlers zu finden. Bei Adrian Stern haben wir bewusst ein sehr romantisches Album produziert, da dies seinem Charakter entspricht.»

Adrian Stern «Nr. 1»

Quelle: YouTube


Das Team
«Fred ist ein Produktionsgenie, ich kenne durch meine früheren Jobs bei Plattenfirmen den Markt sehr gut. So haben wir nicht nur die künstlerische, sondern auch die kommerzielle Arbeit immer im Blick.»

Der Sound
«Es gibt keinen Hitmill-Sound! Das wäre fatal. Unsere Aufgabe ist es, für jeden Künstler seinen Sound zu finden. Wenn man sofort hören würde, dass ein Song von uns produziert wird, dann wären wir nicht schon seit Jahren so erfolgreich.»

Die Auswahl
«Von zehn Anfragen machen wir vielleicht eine. Denn was uns nicht gefällt, das machen wir nicht. Eine Band braucht etwas, was uns begeistert. Manchmal wie bei Bligg gehen wir aber auch auf den Künstler zu und unterbreiten ihm unser Konzept.»

Bligg «Legändä und Heldä»

Quelle: YouTube


Die Arbeit
«Klar ist es mehr als nur ein 9-to-5-Job, man arbeitet auch einmal ein Wochenende durch. Aber weil wir unseren Job lieben, können wir ohne Abnützungserscheinungen viel Zeit im Studio verbringen.»

Die Erfolgsquote
«Nicht alles, was wir machen, wird ein Hit, es gibt keine Garantie. Aber unsere Quote ist schon sehr hoch. Das Letzte, was nicht so gut funktioniert hat, wie ich mir erhofft habe, war Gimmas 'Hippie'-Album. Aber das war auch ein bewusstes Vollrisiko-Projekt.»

Die Zukunft
«DJ Bobo würde mich reizen. Das wäre was ganz neues für HitMill. Ausserdem wollen wir den Fokus vermehrt auf Newcomer legen. TinkaBelle hat bewiesen, dass es möglich ist, aus dem Nichts erfolgreich zu werden. Als Nächstes steht die Bieler Band Pegasus an. Und das wird eine Überraschungsbombe!»

TinkaBelle «The Man I Need»

Quelle: YouTube