Musikerin Evelinn Trouble

04. Dezember 2019 16:55; Akt: 04.12.2019 18:21 Print

«Mein Job ist leider alles andere als klimaneutral»

Evelinn Trouble veröffentlicht mit der Klimaorganisation Music Declares Emergency und befreundeten Künstlern einen Adventskalender mit Message.

Am 28. November veröffentlichte Evelinn Trouble ihre Single «Made of Rain» – ein Vorbote auf den Adventskalender und die gleichnamige Tour, die am 4. Dezember in Zürich beginnt. (Quelle: Youtube/evelinntrouble)
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Evelinn, was bedeutet dir Weihnachten?
Nicht so viel, vor allem die Werbung und der Kaufwahn gehen mir auf die Nerven. Dank dem Kalender hab ich aber einen neuen Zugang gefunden, der Advent macht wieder ein bisschen Spass.

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Es ist bereits dein zweiter Adventskalender. In diesem Jahr unterstützt der Schweizer Ableger von Music Declares Emergency deine Aktion. Wie kams?
Gerade in der Adventszeit wird konsumiert und rumgeflogen, als gäbe es kein Morgen. Das Kalenderthema «Tropical» ist als bunter Warnruf gemeint. Die Musikbranche ist durchs Touren leider alles andere klimaneutral, darum haben wir zusammengespannt.

Was tust du als Privatperson fürs Klima?
Das Übliche halt: Ich esse kein Fleisch, fliege nur, wenn es nicht zu vermeiden ist, bin sparsam mit Strom und Heizung, produziere mein Merchandise klimaneutral. Aber viel ist das nicht, hier liegt ja das Problem: Das Thema hat die Dimension des Privaten längst überstiegen. Die Klimawende weiterhin von der Wahl des Einzelnen abhängig zu machen, ist fahrlässig.

Was können wir tun?
Wir sind an dem Punkt, wo die Politik ins System eingreifen und ein paar unbequeme Entscheidungen treffen muss, um die Katastrophe aufzuhalten. Ich denke, der Rückhalt in der Bevölkerung wäre da, und es gibt ja hierzu auch schon konkrete Ideen wie zum Beispiel die Konzernverantwortungsinitiative.

Warum dauern die Songs im «Trouble & Friends Christmas Calendar» maximal eine Minute lang?
Die Kürze ist eine songwriterische Herausforderung, es kommen lustige Sachen dabei heraus. Ich fand das Format passend, weil man jeden morgen ein Türchen öffnet. Der Song erklingt kurz und dann es ist auch schon wieder vorbei.

Wie hast du ausgewählt, wer mitmacht?
Persönlicher Geschmack und wir wollten ähnlich viele Schweizer und internationale sowie weibliche und männliche Acts.

Faber hat seinen Beitrag vom letztjährigen «Trouble & Friends»-Kalender auf seinem Album «I Fucking Love My Life» neu veröffentlicht (20 Minuten berichtete). Eine gute Sache?
Sicher! Ist doch super, wenn das Projekt die Künstlerinnen und Künstler zu einem Song inspiriert, mit dem sie so happy sind, dass sie ihn weiterverwenden wollen. Wenn wir noch ein paar Jahre weitermachen, gibt das irgendwann eine schöne Sammlung Musik!


Aus Fabers 2018er-Trouble-Kalender-Beitrag ist «Heiligabig, ich bi bsoffe» entstanden. (Quelle: Youtube/FABER)

Parallel zum Kalender startest du deine «Made of Rain»-Tour. Wie hängt das inhaltlich zusammen?
Die Tour ist sozusagen die analoge Erweiterung. Ich bin solo in der Schweiz, Deutschland, Österreich und Frankreich unterwegs und in einzelnen Städten habe ich Gäste aus dem Kalender eingeladen.

Was erwartet uns?
Ein Fan meinte nach der letzten Show, es sei sehr schön, aber emotional anstrengend gewesen. Es wird wohl eher besinnlich als «tropical».

Für dich selber ebenfalls?
Ja, durch die reduzierte Instrumentierung kommen die Texte besser zur Geltung als sonst. Es ist eine sehr intime Sache, solo vor Publikum zu spielen – das kann schon aufwühlend werden.

Am Mittwoch startet Evelinn Trouble ihre «Made of Rain»-Tour mit einem Konzert im Helsinki in Zürich.

(mel)

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