«5 x 2»

26. April 2005 04:44; Akt: 25.04.2005 19:48 Print

Das grandiose Scheitern einer Liebe

DRAMA – Der Regisseur François Ozon gilt seit Filmen wie «8 femmes» und «Swimming Pool» zu Recht als junger Zauberkünstler des französischen Kinos.

Zum Thema
Fehler gesehen?

In «5 x 2» zeigt er auf verblüffende und bewegende Weise die Kapitel aus dem gemeinsamen Leben des Paares Gilles und Marion: das erste Treffen und der Beginn der Liebe, die Hochzeitsnacht, die Marion mit einem Fremden verbringt, die Geburt des gemeinsamen Kindes, die ohne Gilles stattfindet, ein Dinner mit Freunden, der Scheidungstermin mit anschliessendem Sex in einem Hotel.

Der Clou des Films ist, dass er die Chronologie umkehrt und die einzelnen Stationen des Paares rückwärts erzählt. So kann Ozon mit der kitschig- romantischen Einstellung aufhören, in der alle Liebesfilme enden: die Liebenden am Meer vor einem Sonnenuntergang.

Ozons Geschichte macht neugierig: Wann, wo, in welchem Moment beginnt das Scheitern der Liebe? Wann versagt einer der beiden, wann fehlt Aufmerksamkeit, Einfühlung, woran zerbricht letztlich das Glück? Ozon ist ein kluger Erzähler. Er erklärt nichts. Doch er zeigt: In jeder einzelnen dieser Episoden steckt schon ein Moment des Scheiterns.

Trotz diesem grandiosen Schiffbruch der Liebe wird «5 x 2» von Szene zu Szene heiterer, bunter und lebendiger. Das vermeintliche Happyend täuscht freilich über seine wahre Bedeutung hinweg: Denn es ist doch nur der Anfang vom Ende.

Philippe Zweifel

«5 x 2» mit Stéphane Freiss, Valéria Bruni-Tedeschi, Regie: François Ozon. Rainbow.