Marina

21. Mai 2012 18:55; Akt: 21.05.2012 19:00 Print

Pop, Diamanten und neue blonde Haare

von Marlies Seifert - Ihr Sound hat sich genauso verändert wie ihr Aussehen: Vor zwei Jahren war Marina and the Diamonds noch ein leicht verschrobenes, quirliges Pophäschen.

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Weg von Alternative, rein in den Mainstream: Die 27-jährige Engländerin Marina Diamandis. (Warner Music)

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Inzwischen hat sich die Engländerin mit griechischen Wurzeln musikalisch wie äusserlich zum Vamp gemausert. Waren ihre Songs früher auf verspielte und leicht schräge Art eingängig, haut die 27-Jährige jetzt voll auf die Bombastpauke. Unterstützt wird sie dabei unter anderem von Dr. Luke, der schon Katy Perry und Kesha zu Stars machte. «Ich wollte etwas anderes probieren. Immer das Gleiche zu machen, ist doch langweilig», so die Sängerin im Interview mit 20 Minuten.

Einen ersten Vorgeschmack auf den beatlastigen Pop, dem Marina Diamandis neuerdings frönt, bot die Vorabsingle «Primadonna». Sie machte klar: Marina will weg vom Alternativprogramm und rein in die grossen Arenen. Passend zum neuen Ultrapop liess sich die Sängerin eine andere Haarfarbe verpassen: «Ich hätte dieses Album niemals als Brünette aufnehmen können», ist sie sich sicher. «Marilyn Monroe, Madonna – all meine Ikonen sind blond, das kann doch kein Zufall sein», so die Sängerin. «Ich spiele bewusst mit diesem Klischee der Diva.»

Hinter der Fassade der fiktiven Figur Electra Heart erkundet Diamandis die verschiedenen Seiten des Frauseins und wühlt dabei bisweilen auch tief in der Herzschmerzkiste. Das Konzept ist so überkonstruiert wie die Songs simpel. Nur wenige Lichtblicke wie das lyrisch starke «Lies» oder das melodiöse «Starring Role» erinnern an das Talent, das Marina auf ihrem Debüt «Family Jewels» bewiesen hatte. Am Mainstream-Radio funktionieren die übrigen Songs dafür prima – und für die erste Nummer eins im Heimatland hat es auch schon gereicht. Ziel erreicht.


Marina and the Diamonds, «Electra Heart», Warner Music.