«Flammender Grund»

04. April 2005 21:42; Akt: 04.04.2005 21:51 Print

Deutschlehrer auf der Flucht nach Las Vegas

Ein Schweizer Deutschlehrer mit dem exotischen Namen Viktor Scheichenwartz treibt sich in der Wüste Nevadas herum. Ist er auf der Flucht, weil er sich in Zürich an einer Schülerin vergangen hat?

Zum Thema
Fehler gesehen?

Oder sucht dieser Mann ohne besondere Eigenschaften nur das Grab seines in die USA ausgewanderten Urgrossvaters? Von diesem ist 92 Jahre zu spät eine Ansichtskarte in die Schweiz gelangt, abgesandt aus der Goldgräberstadt Rhyolite, heute eine Geisterstadt im Death Valley.

Unterwegs trifft Viktor die geheimnisvolle Jade, in die er sich verliebt und die nichts von ihm wissen will. Zusammen fahren sie nach Rhyolite, treffen einen der letzten Bewohner, einen exzentrischen Vietnam-Veteranen, und finden das Grab des Urgrossvaters leer. In der gnadenlosen Hitze des «Flammenden Grundes», wie die Indianer das Death Valley nannten, verwirren sich Viktors Sinne immer mehr. Jade verschwindet auf rätselhafte Weise, und Viktor ist plötzlich musikalischer Alleinunterhalter in einem Hotel in Las Vegas.

Frank Heer, Ostschweizer Journalist, Musiker und lange Zeit in New York lebend, hat einen radikal unschweizerischen Roman geschrieben. Es ist eine flotte Mischung aus Roadmovie, Trash- und Schauerroman, die mit sehr eindrucksvollen Bildern arbeitet. Mit seiner vertrackten Konstruktion stellt dieser Roman auch durchaus eine Herausforderung an den Leser dar.

Wolfgang Bortlik