Garbage - «Bleed Like Me»

12. April 2005 04:50; Akt: 11.04.2005 20:18 Print

Garbage für einmal zahm und harmlos

POP – Die Gitarren sind das tragende Element auf der neuen, mit Spannung erwarteten Garbage-Scheibe «Bleed Like Me».

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Die auf den letzten Alben auffälligen Elektro-Klänge und die Dominanz der Vocals fuhr die Band stark zurück. Vor allem den Synthesizer scheint Garbage komplett über Bord geworfen zu haben und sich auf die klassische Instrumentierung – Gitarre, Bass, Schlagzeug und Stimme – zu konzentrieren.

Diese Rückbesinnung auf traditionelle Werte entspricht dem aktuellen Trend in der Musikindustrie. Obwohl dies sehr zu begrüssen ist, lässt sich der Gesamteindruck von «Bleed Like Me» am besten in einem Wort umschreiben: zahm. Irgendwie reisst einen die Scheibe nicht mit. Vielleicht liegts daran, dass Shirley Mansons Organ keinen Moment aufdringlich wirkt?

Möglich, doch der wirkliche Grund für das viel zu harmlose und uninspirierende Album liegt wohl eher an den Problemen rund um die Band. Die Hepatitis-A- Infektion von Gitarrist Butch Vig löste kaum einen kreativen Schub aus. So erstaunt es wenig, dass gerade die Balladen mit den tiefgründigen Texten zu den stärksten Songs der Platte zählen.

Ralph Hennecke

Garbage «Bleed Like Me», Warner Music.