01. April 2005 05:00; Akt: 01.04.2005 10:40 Print

«Die echte Loft wird in Zukunft sehr gefragt sein»

Lofts verkaufen sich weiterhin am besten. Und wo der Städter wohnt, will er auch arbeiten. Das meint der Stadtzürcher-Architekt Cardo Dubini.

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Herr Dubini, welches sind in Zürich die gesuchtesten Wohnungen?

Cardo Dubini: Im Moment stürzen sich alle auf Lofts, also Wohnungen, die nur aus einem Raum bestehen. Einem grossen Teil der angebotenen Lofts fehlt aber der industrielle Charakter, der ursprünglich mit dieser Wohnform verbunden war. In den aktuellen Neubauten sind zum Beispiel die Decken nicht mehr vier Meter hoch. Der Charme und die Ausstrahlung der stillgelegten Fabriken, in die die ersten Lofts angelegt wurden, ist da logischerweise auch nicht mehr vorhanden.

Ziemlich viel Industriefläche steht im Moment leer. Wieso werden dann nicht einfach mehr "echte" Lofts daraus gemacht?

Dubini: Es ist festgelegt, wo man wohnen darf und wo gearbeitet wird. Ein gutes Beispiel ist die Binz: Ganze Gebäude stehen leer, aber weil nur Gewerbe zugelassen ist, kann man die Flächen nicht als Wohnungen vermieten. Die Behörden müssten eine Ausnahme für die Nutzung genehmigen. Die Stadt Zürich ist aber sehr restriktiv bei solchen Anfragen. So bleibt die Zahl der Wohnungssuchenden hoch, wie auch die ungenutzten Industrie-Quadratmeter.

Was ist die Wohnform der Zukunft?

Dubini: Ähnlich wie die Altwohnungen im Jugendstil wird auch die echte Loft in Zukunft sehr gefragt sein. Zudem wollen Städter auch in der Wohnung arbeiten können. Dies den Baubehörden zu erklären, ist manchmal schwierig.