«Strangeland»

07. Mai 2012 22:22; Akt: 07.05.2012 20:40 Print

Keane dort, wo sie angefangen haben

von Marlies Seifert - Achtzigerjahre-­Anleihen, Blubberbass und Synthesizer-Gedudel sind vergessen: Vier Jahre nach den elektronischen Klangexperimenten auf ihrem letzten ­Album «Symmetry» setzen Keane wieder auf Altbewährtes.

Keane - Strangeland - May 7th 2012 (Album trailer)
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«Es fühlt sich in vielerlei Hinsicht so an, als ob sich mit diesem Album ein Kreis schliessen würde», so Schlagzeuger Richard Hughes. Er hat Recht: Die Gruppe – inzwischen vom Trio zum Quartett angewachsen – kommt mit ihrem vierten Album wieder dort an, wo vor acht Jahren alles angefangen hatte: beim Pianorock.

Das Klavier von Chef-Songwriter Tim Rice-Oxley spielt wieder die Hauptrolle. Vermissten eingefleischte Fans auf der letzten Platte sehnsüchtige Balladen und pathetische Stadionhymnen, werden sie sich beim Anhören von «Strangeland» ganz zu Hause fühlen. Songs wie «Disconnected» und «Day Will Come» erinnern mit ihren euphorisierenden Refrains an die alten Hits.

Es war ein kurzer Ausflug in Richtung Coolness, die Keane mit ihrer letzten Platte unternommen hatten. Jetzt ist die bravere Version von Coldplay wieder bei ihrer Kernkompetenz angelangt: den Schmachtfetzen. Irgendwie schade, irgendwie aber auch nicht. Denn dieses Metier beherrschen die Briten blind.