Thomas Ott - «Cinema Panopticum»

28. April 2005 04:55; Akt: 27.04.2005 21:45 Print

Am Anfang war das Licht

Vorhang auf für eine weitere kleine Horrorshow aus der Nadel von Thomas Ott.

Fehler gesehen?

«Cinema Panopticum», so der Titel, führt ein kleines Mädchen zum Rummelplatz. Doch für die wenigen Groschen, die es besitzt, bleibt ihm nur die Schaukastenbude, um sich zu vergnügen. Fünf Kurzgeschichten lehren das metaphysische Gruseln, das von Ott einmal mehr auf unverwechselbare Weise zu Papier gebracht wurde. Während einem Hotelbesucher das Essen nicht so gut bekommt, ein Wrestling-Champion mit dem Tod ringt, ein Kürzestsichtiger plötzlich mehr als alle anderen sieht und ein verzweifelter Mann das Ende der Welt zu prophezeien versucht, erfährt das Mädchen zum Schluss noch die Geschichte, die nur es kennt. Mehr sei nicht verraten. Otts neustes Werk besticht einmal mehr durch die ausgefeilte Kratztechnik, bei der der Zeichner seine stummen Fantasien aus dem Dunkel ins Auge des Betrachters leuchten lässt. Im Comic-Shop Analph in Zürich sind derzeit noch wenige nummerierte Ausgaben mit speziell gestaltetem Cover erhältlich. Die reguläre Ausgabe erscheint am 6. Mai.


gau


Thomas Ott, «Cinema Panopticum», Verlag Edition Moderne, Zürich 2005, 102 Seiten, 59 Franken.