«The Kids Are All Right»

28. März 2011 23:01; Akt: 28.03.2011 20:33 Print

Auf der Suche nach dem Samenspender

Schwule im Kino? Da denkt man an die Paradies­vögel von «Priscilla» oder die Cowboys aus «Brokeback Mountain». Doch «The Kids Are All Right» ist weder schrilles Musical noch sensibles Drama.

The Kids Are All Right - Trailer
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Erzählt wird die Geschichte einer eigentlich durchschnittlichen Familie – wären die Eltern Nic und Jules nicht lesbisch.

Seit über 20 Jahren sind die Frauen zusammen. Beide haben jeweils ein Kind von demselben anonymen Samenspender bekommen. Jules erledigt den Haushalt, Nic arbeitet als Ärztin.

Als die Kinder eines Tages den Samenspender aufspüren, bekommt die Harmonie Risse: Der Mann entpuppt sich als freundlicher, aber etwas simpler Restaurantbesitzer, der ­gerne seine verschwitzten Brustmuskeln präsentiert.

Wie die beiden Lesben zeigen, wie viel Toleranz wirklich in ihnen steckt, ist witzig und gescheit inszeniert. Vor allem aber handelt der Film das Familien- und Beziehungsleben so authentisch und amüsant ab, dass man die sexuelle Orientierung der Figuren vollkommen vergisst. Es spielen sich keine tränenreichen Tragödien ab, sondern bloss das übliche Alltagstheater, das wir alle kennen.

Wieso man «The Kids Are All Right» dennoch sehen sollte? Weil er der wahrste und warmherzigste Film der vergangenen Saison ist.

(phz/20 Minuten)