«Wall Street 2»

14. Februar 2011 22:58; Akt: 15.02.2011 00:04 Print

«Geld ist eine Hure, die niemals schläft»

Oliver Stones beste Filme liegen schon fast Jahrzehnte zurück. Umso gespannter war man auf die Fortsetzung seines 80er-Klassikers «Wall Street».

«Wall Street: Money Never Sleeps» - Trailer
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Die Ausgangs­lage: Der wegen Insiderhandels inhaftierte Über-Banker Gordon Gekko wird aus dem Knast entlassen. Inzwischen ist sein Sohn an Crack gestorben, was ihm seine Tochter Winnie nicht verzeihen kann. Also nähert sich Gekko Winnie über ihren Verlobten, den ambitionierten, aber ehrlichen Wall-Street-Broker Jacob an.

Jakob beginnt, in Gekko eine Vaterfigur zu sehen. Aber schon bald merkt er, dass der zukünftige Schwiegervater immer noch ein Meister der Manipulation ist – und keineswegs im Sinn hat, seinen früheren Lebenswandel aufzugeben.

Über weite Strecken wird nicht Gekko, sondern werden seine Tochter und ihr Freund gezeigt. «Wall Street 2» ist so weniger Banken-Film als Familiengeschichte. Auch die erwartete Kapitalismus-Kritik fällt zahm aus.

Immerhin: Auf die knackigen Sprüche, die die Coolness des ersten Teils ausmachten («Wenn du einen Freund brauchst, kauf dir ’nen Hund»), muss man nicht verzichten. «Geld ist eine Hure, die niemals schläft», lautet Gekkos neuste Weisheit. Oder: «Älterwerden ist nichts für Weicheier.» Für manche Regisseure auch nicht.