21. April 2005 04:40; Akt: 20.04.2005 23:20 Print

Zappelphilippe: Es gibt immer mehr davon in der Schweiz

Das so genannte Zappelphilipp- Syndrom hat sich zu einem echten Problem der Volksgesundheit entwickelt. Fast jedes zehnte Kind ist davon betroffen.

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Gemäss einer vom Bundesamt für Gesundheit finanzierten Studie zeigen 9,6 Prozent der Kinder hyperaktives Verhalten. Dabei sind Knaben doppelt so häufig betroffen wie Mädchen. Die Ergebnisse entstammen einer Umfrage, die im Jahr 2001 bei 954 Kindern zwischen 4 und 17 Jahren in Morges im Kanton Waadt durchgeführt wurde. Gemäss Olivier Halfon vom psychiatrischen Jugenddienst der Universität Lausanne ist das hyperaktive Verhalten bei Minderjährigen
am Zunehmen.

Die Autoren befragten auch 276 Ärzte im Waadtland, um herauszufinden, ob sie die «Gehorsams-Pille» Ritalin leichtfertig verschreiben. Die Antwort darauf lautet Nein. Die Einnahme von Ritalin beruhige das Kind und erlaube die Aufnahme von psychotherapeutischer Behandlung oder anderer Beziehungstherapien, sagte Halfon. Gleichzeitig warnte er davor, das Medikament ohne gründliche Vorabklärung einzusetzen.

Das Psychostimulans Ritalin hat Nebenwirkungen und kann abhängig machen. Gemäss einer Untersuchung aus dem Jahr 2001 verschreiben 94 Prozent der Ärzte, die eine Hyperaktivität diagnostizieren, eine medikamentöse Behandlung. Und fast immer wählen sie dabei Ritalin.