«Der Biber»

03. Oktober 2011 19:04; Akt: 03.10.2011 19:11 Print

Ein Spielzeug hält Mann von Suizid ab

Nachdem Mel Gibson seine Frau zusammengeschlagen und antisemitische Beleidigungen von sich ge­geben hatte, sah es in den letzten Jahren nicht gut aus für ­seine Karriere.

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Der Mann mit der Puppe: Mel Gibson als Walter Black in «Der Biber».

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Nun hat ausgerechnet die Feministin Jodie Foster dem Macho eine zweite Chance gegeben.

Gibson spielt in Fosters Film Walter Black, einen depressiven Unternehmer, der Familie und Beruf verloren hat. Nur ein Augenblick trennt ihn noch vom Suizid, als seine Aufmerksamkeit auf ein Spielzeug seiner Kindheit fällt – eine abgenutzte Biber-Handpuppe. Und siehe da: Die Puppe leiht ihm ihre Stimme, was Walter therapiert und auch zu brillanten Geschäftsideen führt.

Was wie Kliby und Caroline klingt, nimmt dann allerdings eine überraschende Wendung: Der Biber übernimmt komplett die Regie in Walters Leben – mit tragischen Folgen.

Dass Gibson ein hoch talentierter Schauspieler ist, steht ausser Frage. Ob als Brave­heart, Hamlet oder zart besaiteter Chauvinist in der Komödie «Was Frauen wollen»: Es gibt kaum eine Rolle, die er nicht beherrscht. In «Der ­Biber» spielt er wiederum grossartig auf; es ist gleichzeitig spassig und traurig, seinem Walter zuzusehen. Nicht alles, so besagt der Film, kommt gut: Eine mutige Botschaft für eine US-Mainstream-Produktion.

(phz/20 Minuten)