«Silent Hunter III»

07. April 2005 04:11; Akt: 06.04.2005 22:19 Print

Tiefenrausch

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Spiele-Entwickler, die eine U-Boot-Simulation im Zweiten Weltkrieg ansiedeln wollen, stehen vor einem Dilemma. Zwar verfügten damals die alliierten Kräfte über Unterseeboote. Aber die technische Überlegenheit der deutschen Unterwasserjäger und deren legendenumwobene Geschichte verlieh den U-Booten der deutschen Marine einen Mythos, der sie für Games um einiges attraktiver macht. Die Entwickler von Ubisoft entschieden sich deshalb, die Spieler bei der Simulation Silent Hunter III ausschliesslich in deutschen U-Booten Platz nehmen zu lassen. Dass damit alliierte Schiffe versenkt werden müssen, mag manchem Spieler deshalb sauer aufstossen. Wer aber darüber hinwegsieht, taucht in eine packende U-Boot-Simulation ein, die für Stunden an den Bildschirm zu fesseln vermag.

Als virtueller Unterwasser-Käpt’n schickt der Spieler ein deutsches U-Boot auf die Jagd. Dafür bedient er sich seiner Offiziere, die über Spezialkenntnisse in Navigation und Waffenkunde verfügen. Kurse müssen festgelegt, die Mannschaft muss eingeteilt und die Suche nach feindlichen Schiffen in Angriff genommen werden. Doch die Jagd will geplant sein: Aufspüren und lautloses Anpirschen gehören ebenso zur siegreichen Mission wie das Berechnen des Torpedoschusses. Dabei muss der Seewolf aufpassen, dass er nicht selbst zum Ziel wird. Haben die feindlichen Kriegsschiffe die Gefahr nämlich entdeckt, machen sie umgehend mit Unterwasserbomben Jagd auf ihn. Da hilft dann nur noch abtauchen — und zwar so tief, dass der Stahl kreischt und sich ein beklemmendes Gefühl einstellt. Im Erzeugen dieser realistisch anmutenden Situationen und Stimmungen liegt denn auch die eigentliche Stärke des Games.

Jan Graber