«Tatort»-Presseschau

26. Januar 2015 06:02; Akt: 26.01.2015 15:16 Print

«Alles, was geil ist, wird noch geiler»

Die Kritiken zum Kieler «Tatort» haben Seltenheitswert: Mit Lob wird nicht gespart. Applaus ernten die Macher vor allem, weil sie beim Drogenthema auf Moralpredigten verzichten.

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«Hauptdarstellerin Elisa Schlott war beängstigend gut. Zwar war der Film als Krimi nur mässig spannend, als Gesellschaftsstudie aber umso mehr», übt der «Tagi» leise Kritik als eine der wenigen Zeitungen. «Ein düsterer «Tatort», der zeitweise mit krassen Bildern aufwartete. Abgesehen von diesen einzelnen Szenen wurde die Geschichte aber subtil erzählt, zeichnete manchen interessanten Charakter und führte den Zuschauer zuweilen auf eine falsche Fährte.» «Borowski und der Himmel über Kiel» bleibt ohne Identifikationsfigur oder Hauptschauplatz, eine Aneinanderreihung von Szenen, die nicht einmal der graue Regenschleier zusammenhalten kann.» «Ein mutiges TV-Stück; er verzichtet auf penetrante Pädagogik, setzt auf den mündigen Zuschauer.» : Q&A bei der deutschen Boulevardzeitung. «Nein! Ohne Ruhe- oder Schlafphasen würden das Herz und Organe nicht am Stück überstehen», heisst die Antwort. «Drehbuchautor Rolf Bassedow gelingt es, den Breaking-Bad-Schrecken um die Droge Chrystal Meth ins norddeutsche Tatort-Format zu übersetzen.» Sibel Kekilli bleibe «wie immer eher farblos und nur an einer Stelle sympathisch». : «Ein mutiger und berührender 'Tatort' mit einer sehr tollen Hauptdarstellerin, Elisa Schlott, in deren Spiel sich Verderben aus Verführung entwickelt und Tod aus Tanz.» «Nichts wird ausgespart, nichts wird beschönigt. Aber eben auch nichts verteufelt. Für das ARD-Lagerfeuer am Sonntag um 20.15 Uhr eine fast schon mutige Haltung.» «Dieser Tatort ist nicht nur spannend, sondern erschreckend, schonungslos und ziemlich abgründig.» «Alles ist gut an diesem 'Tatort'. Nur der Titel nicht. 'Borowski und der Himmel über Kiel'! Mann, Mann.» «Gerade weil er nicht versucht, die grosse amerikanische Serie 'Breaking Bad' nachzuahmen, ist der neue Kieler 'Tatort' durchgehend spannend und eigenwillig düster.» «Der Film, Borowski und bald vermutlich auch mancher Zuschauer ist nicht direkt verliebt in Elisa Schlott als jugendliche Rita, aber keiner kann genug von ihrem Gesicht und ihrem Blick bekommen.» «Hände weg von Drogen, mahnt dieser 'Tatort' überzeugend, ergötzt sich aber zugleich an den wilden Rammeleien und Gewaltexzessen im Rausch», das habe einen unangenehmen Beigeschmack, schreibt die Zeitung. «Das Highlight ist die 20 Jahre junge Schauspielerin Elisa Schlott. Über die werden die Zuschauer reden! Sie spielt atemberaubend intensiv.» «Es ist der coole Witz, der Borowski ausmacht und ihm so viele Fans verschafft. Damit glänzt er auch diesmal wieder» und «Der Kieler 'Tatort' bleibt auf gewohnt hohem Niveau. Einschaltbefehl!»

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Der Kieler «Tatort» von Regisseur Christian Schwochow und Autor Rolf Basedow steht bei den Kritikern im deutschsprachigen Raum ganz hoch in der Gunst.

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Nicht nur die Macher, auch die Schauspieler ernten Lob. «Ein mutiger und berührender Tatort mit einer sehr tollen Hauptdarstellerin Elisa Schlott», schreibt die «Süddeutsche Zeitung». Auch der «Tages-Anzeiger» findet Schlott «beängstigend gut».

Schlott und Joel Basman würden perfekt harmonieren, Basman zeige seinen kompletten Facettenreichtum. In deutschen Medien wird der 25-Jährige hingegen kaum erwähnt.

«Ein guter harter Drogenthriller»

Zahlreiche Kritiker finden den jüngsten «Tatort» «mutig», etwa jene des «Spiegels». «Ein guter harter Drogenthriller», schreiben sie.

Besonders goutiert wird, dass der «Tatort» trotz der bekannten Gefahr von Crystal Meth keine Moralpredigt geworden ist. Der «Spiegel» dazu: «Er verzichtet auf penetrante Pädagogik, setzt auf mündige Zuschauer.»

Da ist die «NZZ» mit ihrer Kritik allein auf weiter Flur: «‹Borowski und der Himmel über Kiel›» bleibt ohne Identifikationsfigur oder Hauptschauplatz, eine Aneinanderreihung von Szenen, die nicht einmal der graue Regenschleier zusammenhalten kann.»

Wie der Kieler «Tatort» sonst noch bewertet wird, sehen Sie in der Bildstrecke.

(kko)