Jonas Projer gerügt

11. April 2017 13:06; Akt: 12.04.2017 14:30 Print

«Arena»-Moderator hat Ganser unfair behandelt

Ombudsmann Roger Blum gibt den zahlreichen Kritikern Recht: Die Sendung vom 24. Februar ist misslungen. Dass Jonas Projer deshalb «abgelöst» werden müsse, verneint er jedoch.

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Hatten das Heu nicht auf der gleichen Bühne: Historiker Daniele Ganser (l.) und Moderator Jonas Projer. (Screenshot SRF)

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Die SRF-Sendung «Arena» über die Glaubwürdigkeit der Medien war misslungen, so das Urteil des SRG-Ombudsmanns. Das Sachgerechtigkeitsgebot sei verletzt worden. Gegen die Sendung gingen fast 500 Beschwerden ein – so viele wie noch nie.

Kritisiert wurde vor allem der Umgang von Moderator Jonas Projer mit seinem Gast Daniele Ganser. Der Historiker und Publizist sei in der Sendung zum Thema «Trumps Krieg gegen die Medien» unfair und diskriminierend behandelt und als Verschwörungstheoretiker diffamiert worden. Ausserdem habe der Sender eine E-Mail Gansers veröffentlicht, ohne dessen Einwilligung eingeholt zu haben.

Einige der Kritikpunkte unterstützt der Ombudsmann, wie er in seinem heute veröffentlichten Bericht schreibt. So etwa die beanstandete Vorstellung der Gäste. Es sei nicht die Frage, ob Ganser umstritten sei oder nicht. Die Frage sei, ob gleich lange Spiesse herrschten. Und dies war offensichtlich nicht der Fall.

Thema erfordert besondere journalistische Sorgfalt

Die übrigen Hauptpersonen wurden neutral mit ihrer Haupttätigkeit vorgestellt, Ganser dagegen als «umstrittener Publizist». Damit habe sich die Redaktion bei den übrigen Gästen referierend verhalten, im Bezug auf Ganser aber kommentierend. Das sei nicht sachgerecht, schreibt Ombudsmann Roger Blum.

In einer Diskussionssendung dürfe der Moderator durchaus den einen Gast kritisch befragen, mit dem anderen aber kein solches «Kreuzverhör» durchführen. Allerdings gebe es zwei Ausnahmen: Bei Sendungen vor Wahlen und Abstimmungen und bei Sendungen, in denen das Fernsehen selber das Thema ist.

Und genau letzteres war bei «Trumps Krieg gegen die Medien» der Fall. Zum einen ging es um den Berufsstand des Moderators, zum anderen um das eigene Haus, um Schweizer Radio und Fernsehen SRF. Dabei verteidigte Projer die Position von SRF. «Er war folglich Partei und nicht mehr Schiedsrichter», schreibt der Ombudsmann. Wenn ein Sender sich selbst thematisiere, sei dies besonders heikel und verpflichte zu besonderer journalistischer Sorgfalt. «Diese besondere journalistische Sorgfaltspflicht war in dieser Phase der Sendung, als Dr. Daniele Ganser mehrfach angegriffen wurde, nicht erfüllt.»

Probleme nicht durch Rücktritt lösen

Einen doppelten Regelverstoss sieht der Ombudsmann, als es um die E-Mail ging. Erstens sei es nicht fair gewesen, eine E-Mail, die eigentlich zum Privatbereich gehört, ohne Einwilligung des Verfassers im Fernsehen zu veröffentlichten. Zweitens sei es nicht fair gewesen, den zweiten Teil der E-Mail wegzulassen. Auch dies sei ein Verstoss gegen das Sachgerechtigkeitsgebot.

Moderator Jonas Projer habe in der Sendung übersehen, dass eine doppelte Selbstthematisierung vorlag und daher eine erhöhte journalistische Sorgfaltspflicht nötig gewesen wäre. «Auch ein ausgezeichneter Moderator kann mal scheitern», schreibt der Ombudsmann.

Dass Projer deshalb «abgelöst» werden müsse, wie einige Beanstander forderten, verneint Blum jedoch. Es sei ein Wesenselement der schweizerischen politischen Kultur, dass man die Probleme nicht einfach mit Rücktritt löst, sondern damit, dass man lernt und sich verbessert.

«Lehren aus dem Fall ziehen»

Der Ombudsmann empfiehlt SRF, seine «Publizistischen Leitlinien» so zu ergänzen, dass in Sendungen, in denen die Medien an und für sich und SRF im Speziellen thematisiert werden, eine erhöhte journalistische Sorgfaltspflicht gilt.

Die Redaktion hatte die Beanstandungen zurückgewiesen. Der Ombudsmann habe nun anders entschieden, schreibt Jonas Projer, der auch Redaktionsleiter der «Arena» ist, in einer Stellungnahme. Nun gelte es, die Lehren aus dem Fall zu ziehen und bei einem vergleichbaren nächsten Mal eine bessere «Arena» zu machen.

Man werde sich selbstkritisch mit dem Schlussbericht des Ombudsmanns auseinandersetzen, teilte TV-Chefredaktor Tristan Brenn mit.

(nag/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Utschin am 11.04.2017 14:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Arroganz hoch 2

    Seit Jonas Projer die Sendung moderiert, habe ich keine Lust nehr diese zu schauen..Schon viele Male ust er mit seiner arroganter Art gegenüber Gästen aufgefallen! Ich finde ihn überheblich und frech. Kein Stil und so richtig grünschnäbelig! Nein er gehört defonitiv nicht in die Arena, er ist zu parteiisch, einseitig und das spürt man auch sofort! Totale Fehlbesetzung der Junge! Gebt ihm etwas leichtere Kost als TV-Moderator!

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  • Dré am 11.04.2017 14:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Trotz Ombutsmann nichts gelernt.

    Die Sendung war etwas vom Unprofessionellsten, dass ich je gesegen habe SRF! Speziell das Duett Projer/Schawinski, gesponsert mit Steuergeld. Bin froh hat der Ombudsmann sachlich entschieden. Damit Hr. Ganser nach seiner Denunzierung durch das SRF Personal, doch noch zu seinem Recht kommt. Interessant: 500 Reklamationen und eine Rüge durch den Ombutsmann, aber Hr. Projer weiss immer noch nicht, wie man sich bei seinen Gästen nach eine Fauxpas entschuldigen sollte. Bravo, ein Hoch auf die Arena und sein Personal!

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  • AlCapone am 11.04.2017 14:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Srf

    Also ich kann diesen Jonas Projer seit dieser Arena-Sendung kaum mehr ernst nehmen...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Zadak36 am 13.04.2017 00:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Per Zufall und Absichtlich sind nicht das gleiche

    Ich finde ein wichtiger Punkt wird hier nicht angesprochen. Es wird so getan als hätte sich Projer/SRF n der hitze der Debate falsch verhalten, Aber dies war nicht der Fall. Es war offensichtlich alles geplant und ist nicht per Zufall so verlaufen. Nun frage ich mich wenn SRF also geplant und absichtlich eine Person innerhalb 4 Wochen gleich in 2 Sendungen als Hauptfigur unglaubwürdig und einseitig darzustellen versucht, warum ist diese Person so wichtig für SRF ? Projers und Schawinskis grobes Faulspiel war hinterhältig und da absichtlich und geplant auch ein Kündigungsgrund und kein Fehle

  • Andreas am 12.04.2017 13:23 Report Diesen Beitrag melden

    Nützt gar rein nichts

    Was haben wir von einem Staatssender mit Zwangsgebühren zu erwarten, welcher auf seiner Internetseite nur ein Like, nicht aber ein Dislike anbietet ? Kritikfähigkeit war noch nie die Stärke von SRF und de Weck hat diesen Zustand noch weiter verschlimmert. Kritische Kommentare sind nicht möglich, so dass man nur den Weg der Beschwerde über den SRG-Ombudsmanns nehmen kann. Gut haben die Zuschauer nun doch mal reagiert, auch wenn es nichts nutzen wird.

  • Simon am 12.04.2017 13:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    unnötiger Hass

    Projer ist ein sehr guter Moderator. Ich verstehe diesen Hass gegen Projer nicht.

  • Waldema Kiefer am 12.04.2017 12:12 Report Diesen Beitrag melden

    Ganser

    Eine sehr besonnene Rüge, m.E. aber ein Tick zu besonnen. Die hat Herr Projer nicht "verdient".

  • Sergio am 12.04.2017 08:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nein danke Projer

    Seit Projer die Arena leitet schau ich da nicht mehr rein. Habe selten einen schlechteren Moderator erlebt, der dauernd einseitig unterbricht, selbstverliebter in seine Stimme ist und dazu noch seine Meinung dauernd in den Vordergrund stellt. Auch das Format, dass er eingeführt hat ist Blödsinn. SRF, bitte weg mit dem und zurück zum alten Arenaformat.

    • F.Meier am 12.04.2017 14:32 Report Diesen Beitrag melden

      Super erkannt -Danke

      @ Sergio super erkannt - er unterbricht dauernd einseitig - gibt eigene Kommentare stellt Suggestivfragen und macht negative Einleitungen und Vorstellungen von Personen. Das ist absolut nicht neutral - was bei SRF auch nicht zu erwarten ist - leider!

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