Schawinski-Eklat

19. Dezember 2014 06:20; Akt: 19.12.2014 08:56 Print

«Arschloch-Beschimpfung ist nicht akzeptabel»

von Yves Schott - Die Skandal-Sendung von Roger Schawinski mit Andreas Thiel gibt weiterhin zu reden. Kommunikationsexperten halten das Verhalten des TV-Talkers für unwürdig.

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Die Reaktionen sprechen eine deutliche Sprache. Die 20-Minuten-Leser halten in der Causa «Schawinski vs. Thiel» mehrheitlich zum Berner Satiriker. «Wer austeilt, muss auch einstecken können, und das kann Schawinski definitiv nicht», ist noch einer der harmloseren Kommentare. Andere Leser werden deutlicher: «Schawinski ist schon lange nicht mehr tragbar.»

Am Montag lud der ehemalige Radiopirat Roger Schawinski den Satiriker Andreas Thiel in seine Sendung ein. Obwohl es eigentlich um dessen provokative Äusserungen zum Koran in einer der letzten «Weltwoche»-Ausgaben ging, wurde das Gespräch sehr schnell persönlich und verletzend. Hinter den Kameras sei er vom Moderator schliesslich auch noch als «Arschloch» bezeichnet worden, wetterte Thiel, was Schawinski selber auch zugab.

«Er reagiert oft mimosenhaft»

Für Medienexperte Jürg Wildberger ist dieser Ausraster «nicht akzeptabel», wie er gegenüber 20 Minuten zu Protokoll gibt. Trotzdem ist der ehemalige TV3-Chef der Meinung, der Eklat schade Schawinskis Image nicht. Wildberger kritisiert den 69-Jährigen ausserdem dafür, dass er «emotional zu stark engagiert» gewesen sei und es nicht geschafft habe, die Gesprächsebene zu wechseln. «Er verlor damit seine Souveränität.»

Deutliche Worte wählt auch Balts Livio, langjähriger Medienredaktor der NZZ. Schawinski sei grundsätzlich «impulsiv und emotional», er befeuere sich selber. Solche Eigenschaften würden das sterile SRF-Programm zumindest punktuell beleben, so Livio. Bloss: «Er reagiert oft mimosenhaft auf Kritik und recht pikiert, wenn ihm – wie hier – die Kontrolle entgleitet.»

SRF gibt sich wortkarg

Der Kommunikationsexperte folgert, in der Angelegenheit stehe es 1:0 für Thiel. Livio hält aber auch fest, dass es sich hier um einen Mini-Hype handle, ein «Hypli», wir er selber sagt, «das dem Satiriker völlig unverdiente Publicity» verschafft habe. Dies belegt auch ein Blick auf die SRF-Website: Fast 500'000-mal wurde die aktuelle «Schawinski»-Sendung bereits angeschaut. Normalerweise liegen die Zahlen bei etwa 10'000 Klicks.

Bezüglich der «Arschloch»-Beschimpfung gibt sich das Schweizer Fernsehen wortkarg. «Zu den privaten Gesprächen der Beteiligten nach der Sendung äussert sich SRF nicht», heisst es auf Anfrage. TV-Chefredaktor Tristan Brenn habe bereits viele Fragen beantwortet – diese Aussagen hätten nach wie vor Gültigkeit.

Roger Schawinski mag sich zur Geschichte nicht mehr äussern. Zu gross war wohl der Wirbel um seine Person in den letzten Tagen.


(Quelle: SRF)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dan Wesson am 19.12.2014 06:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Privat?

    Abzuklären ist, wann die Arbeitszeit endet. Somit ist die Beschimpfung nicht privat sondern während der Arbeitszeit, was Folgen haben muss. Zudem hat er mit 69 sowieso das Ende seiner Arbeitszeit erreicht!

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  • Hans am 19.12.2014 06:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rente

    Schawinski soll doch mit seinen 69 Jahren in Rente gehen, seine bornierete Art ist unausstehlich

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  • Fönsi am 19.12.2014 06:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Roger almighty

    ...Schawinski meint von sich der Beste zu sein ("...wer heds erfunde?") Er kann einfach nicht verkraften, wenn ihm jemand die Stirn bieten kann - und dann wird es (er) unakzeptabel!!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • derWilli am 20.12.2014 18:22 Report Diesen Beitrag melden

    Frage?

    Eine Frage steht bei mir offen..Wenn Schawinski ihm vorwirft in "dieser gefährlichen Zeit" wie er es selbst nennt solche aussagen zu machen sei Verantwortungslos, warum gibt er ihm ausgerechnet in dieser gefährlichen Zeit denn eine Plattform und thematisiert ausschliesslich Religionen? Irgendwie ist das Dorftrottel-Journalismus hier. Schawinski muss in Pension gehen... definitiv.

  • K.i. am 20.12.2014 18:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sehr shwach

    Schawinski spürte sich definitiv nicht mehr! Er war voller agressionen. Er war sehr unruhig und funmelte immer was mit den händen rum, er konnte nie ruhig sitzen. Warum gibt es solche menschen, die der glaube von Anderen nicht akzeptieren? Jeder soll doch glauben was er will. Ich selber bin konfessionslos, aber verurteile niemanden der einen glauben hat. Das ist jedem selber überlassen und jeder macht das was er für richtig hält und einem gut tut!

  • Sabine Abbel am 20.12.2014 17:48 Report Diesen Beitrag melden

    Götzendämmerung

    Wir kennen das aus Deutschland: Dies und das darf nicht gesagt werden, weil es das "Klima" verändere und wer dies sagt ist ein Rassist. Das 1. Mal, wenn man das hört, ist man vielleicht beeindruckt, mittlerweile bin ich nur noch abgestoßen. Das ist die DDR im Kleinformat von Leuten, die sich ein "Wächteramt" herbeiphantasieren. Thiel war m.E. großartig und hat S. auflaufen lassen.

  • Zuschauer am 20.12.2014 16:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ...auf einen guten Lacher!

    Freue mich schon auf Sonntag! Giaccobo Müller werden wieder rocken

  • Kater Carlo am 20.12.2014 14:38 Report Diesen Beitrag melden

    Schawinski brilliert

    und der selbsternannte Historiker guckt massiv in die Röhre. Hat ihm den Spiegel vorgehalten, und der kann es nicht wahrhaben, dass einer ihm überlegen war.Seit dieser Sendung habe ich eine andere Meinung von RS.Eine bessere als davor

    • Fritz Bachmann am 20.12.2014 23:04 Report Diesen Beitrag melden

      @ Kater

      Ich denke, so etwas kann nur eine Katze schreiben, die sich seit ungefähr 2 Tagen im Tiefschlaf befindet. Es wäre langsam auch Zeit für Carlo, aufzuwachen.

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