Doch keine SRF-Revolution?

20. November 2014 16:21; Akt: 20.11.2014 17:14 Print

«Es geht nicht um eine Änderung von Formaten»

von Yves Schott - Die Nachricht schlug ein wie eine Bombe: Beim SRF komme es zur grossen Unterhaltungs-Revolution, schreibt die «Weltwoche». Nun nimmt der Sender Stellung.

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«Die Swissness ist ‹Teufelszeug›», schreibt SRF-Unterhaltungschef Christoph Gebel in einem internen Papier, aus dem die «Weltwoche» zitierte. Zwar sei die Swissness das wichtigste «Alleinstellungsmerkmal» gegenüber der deutschsprachigen Konkurrenz. Aber: Es gebe «definitiv zu viele Kühe und Alpen im Programm».

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Gebel wolle, so heisst es in dem Schreiben weiter, verhindern, «dass wir dem Publikum ein reaktionäres Weltbild vermitteln, also das Bild einer Schweiz skizzieren, die es so nur noch auf dem Leporello gibt». Man müsse realistischere Stoffe einplanen. Auch bei «SRF bi de Lüt» sei das «möglich und nötig».

Kommt es beim öffentlich-rechtlichen Sender tatsächlich zum grossen Umbruch oder ist alles halb so wild? 20 Minuten hat bei der zuständigen SRF-Mediensprecherin Eva Wismer nachgefragt.

Wie kommt es zu diesem radikalen Sinneswandel?

Der von der «Weltwoche» veröffentlichte Artikel basierte auf einem internen Papier, das als Grundlage für einen SRF-Workshop diente. Auftrag war es, die häufigsten Kritikpunkte an den Unterhaltungssendungen von SRF aufzulisten und zu beleuchten. Wie andere Unternehmen auch, fragt sich das SRF regelmässig, ob die Erfolgsfaktoren von heute auch morgen noch wirken. [...] Es handelte sich wie gesagt um eine Diskussion, die langfristig zum Ziel hat, die Qualität der Unterhaltungsformate zu sichern, breit und umfangreich zu berichten und den Bedürfnissen des Publikums gerecht zu werden.

Wieso will das SRF erfolgreiche Formate abändern?

Es geht nicht um eine Änderung von Formaten, sondern um eine ständige Diskussion und Weiterentwicklung, was das Angebot angeht.

Formate wie «SRF bi de Lüt» widerspiegeln doch auch einen grossen Teil der Schweiz und des TV-Publikums.

Ja, mit «SRF bi de Lüt» werden die verschiedensten Themen abgedeckt: Die Formate reichen von der «Landfrauenküche», «Der Problemlöser», «Familiensache», «Wunderland» bis hin zu den «Hüttengeschichten», der «Männerküche» und «Selbstgemacht».

Der Auftrag vom SRF ist es doch, unterhaltsame Sendungen zu produzieren, und nicht, Politik zu machen.
Der Auftrag von SRF ist, die schweizerische Wirklichkeit auf nationaler, sprachregionaler und beim Radio ebenso auf regionaler Ebene umfassend abzubilden und dies in allen gesellschaftlich relevanten Bereichen – von der Politik, Kultur und Wirtschaft über die Gesellschaft, den Sport bis hin zur Unterhaltung.

Ab wann sollen die beschlossenen Änderungen umgesetzt werden?
Wie gesagt handelt es sich um ein internes Papier, das als Grundlage für eine interne Diskussion an einem Workshop diente.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • C.S. am 20.11.2014 13:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Billag soll weg!

    Genau darum muss die Billag abgeschafft werden. SRF kann es nicht allen recht machen, aber heute müssen ALLE dafür bezahlen.

    einklappen einklappen
  • Ameliore am 20.11.2014 12:58 Report Diesen Beitrag melden

    Sollen sich ein Beispiel

    an ORF nehmen - Kultur und aktuelle Serien/Filme gehen da sehr gut nebeneinander her!

    einklappen einklappen
  • Herr R. am 20.11.2014 12:59 Report Diesen Beitrag melden

    Mist

    Mit dem Wort ist das alles umschrieben was Sie da planen. Identität zerstören/nicht mehr vermitteln wollen sie und mehr RTL Formate. Warum dann nicht gleich das RTL Programm komplett einkaufen ?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Hamlet am 22.11.2014 00:03 Report Diesen Beitrag melden

    Quoten, Privatfernsehen

    Ja man produziert doch nur für die Quoten, das lässt sich auch immer wieder an den Äusserungen der SF Führung ablesen. Nichts von Verfassungauftrag die Leute zu informieren. SF ist ein privates Fernsehen das von den Bürgern Zwangsfinanziert wird. Ich bin für ein Werbungsverbot im SF.

  • Oliver Borries am 21.11.2014 22:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Besser als Hartz 4tv

    Ich z.b. Schaue SRF...jeder Freitag auch bi de lüt... Das ist mein Highlight im Einheitsbrei und Hartz 4 tv von rtl 2 und wie die Sender alle heissen. Ich bin deutscher und wohne seit 10 Jahren im Grossraum zürich...und für solches tv Format zahle ich gern billig... Auf alle Fälle besser als irgendwelche amerikanischen pseudo komischen Serien zu schauen

  • Walter Spahni am 21.11.2014 17:05 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht nur die Billag muss weg!

    SRF kann gleich auch aufglöst werden. Wer schaut denn noch SRF??

  • Rentner am 21.11.2014 16:41 Report Diesen Beitrag melden

    titel

    Wenn's bloss noch für die Jungen ist, will ich aber keine Gebühren mehr bezahlen.

  • Thomas Germann am 21.11.2014 16:37 Report Diesen Beitrag melden

    Service Public

    ist für mich Nachrichten, Abstimmungsresultate, Meteo und Notfallprogramme im Falle von Naturkatastrophen und im Kriegsfall. Alles andere ist Entertainment, und das ist NICHT Auftrag von Service Public !!! Daher mein Vorschlag; SFInfo behalten, den rest kippen. Macht Platz für private und reduziert die Billag um 99%.