«Tatort»-Debakel

17. Februar 2011 19:49; Akt: 18.02.2011 07:10 Print

«Es macht mich traurig»

von Bettina Bendiner - Sie sei eine «Fehlbesetzung», im nächsten Luzerner «Tatort» wird sie keine Rolle mehr spielen. Gegenüber 20 Minuten Online nimmt Sophia Milos jetzt erstmals Stellung.

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An der Seite von Stefan Gubser konnte Sofia Milos nicht überzeugen. (Bild: SRF)

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20 Minuten Online: Frau Milos, wieso haben Sie im Tatort mitgespielt?
Sofia Milos: Als mich Stefan Gubser fragte, habe ich sofort ja gesagt. Für mich war es eine Rückkehr in das Land, in dem ich auf die Welt gekommen bin und in dem ich bis 17 gelebt habe. Ich wollte mit Stefan zusammen arbeiten. Wir haben uns sehr gut verstanden.

Wie waren die Dreharbeiten im Vergleich zu US-Produktionen?
Ich habe viel fürs US-TV gedreht und bin seit sieben Staffeln bei CSI Miami dabei – ich bin hohe Professionalität gewohnt. Und war sehr von der Tatort-Produktion beeindruckt. Das Team war grossartig und wir hatten eine wunderbare Zeit zusammen. Alle waren so nett, Luzern so hübsch – es hätte nicht schöner sein können. Luzern ist wunderschön!

Das SF will den Film nicht zeigen. Können Sie sich vorstellen, wieso?
Ich bin extrem überrascht. Schliesslich waren sie vor wenigen Wochen noch sehr glücklich mit dem Film und uns Schauspielern, haben sich sehr auf die Premiere gefreut. Ich hoffe, es handelt sich um ein Missverständnis. Ich bin überzeugt, dass alles, was wir gefilmt haben, sehr gut herausgekommen ist. Stefan Gubser und die Produzenten waren sehr glücklich. Über das, was letztlich am Schnittpult geschieht, habe ich natürlich keine Kontrolle. Ich hoffe jedoch, dass nun Änderungen aus künstlerischen und nicht politischen oder ideologischen Gründen vorgenommen werden.

Die SF-Kulturchefin und Regisseur Markus Imboden halten Sie für eine Fehlbesetzung.
Das kann doch nicht wahr sein, ich bezweifle das. Das Schweizer Fernsehen ist auf mich zugekommen und hat mich davon überzeugt, in diesem wichtigen Projekt mitzuspielen. Sie kannten meine Arbeit und meinen Ruf als Schauspielerin. Sie haben die Rolle extra für mich geschrieben. Es kann nicht sein, dass ich eine Fehlbesetzung für eine Rolle bin, die man mir auf den Leib geschneidert hat, finden Sie nicht?

Es heisst, Sie hätten sich zu sehr um Ihr Aussehen gekümmert.
Das ist total übertrieben. Haar und Make-up dauern bei mir nicht länger als bei anderen Schauspielerinnen. Die Frisur aufzufrischen ist nicht das Wichtigste an einem Drehtag. Und diese Rolle brauchte sowieso viel weniger Zeit für das Styling als andere, glamourösere Rollen.

In den USA sind Sie sehr erfolgreich. Müssen Sie über die Reaktion beim SF lächeln?
Es macht mich traurig. Meine Fans liegen mir am Herzen. Das Team hat einen wirklich guten Job gemacht. Die Zuschauer sollten Gelegenheit bekommen, sich eine eigene Meinung zu bilden. Meine Fans freuen sich darauf, mich 'Tatort' zu sehen. Jetzt sind sie bestimmt noch neugieriger.

Ist Ihnen so etwas schon einmal passiert?
Mein Erfolg basiert auf der Zuneigung von Millionen von Fans, die meine Arbeit unbeeinflusst von Kritikern verfolgen. Bis jetzt wurde ich immer von beiden Seiten unterstützt. Lustig ist, dass diesen Film noch nicht einmal gezeigt wurde. Sich da eine Meinung zu bilden, ist schwierig.

Würden Sie es wieder machen?
Wenn es ein Angebot, das sich mit meinem Look und meinem Terminplan vereinbaren liesse, gäbe – natürlich. Ich hatte eine wundervolle Zeit in der Schweiz. Ich hoffe, die Schweizer mögen den Film genauso sehr, wie ich die Arbeit in ihrem Land. Ich selbst möchte ihn mir sehr bald anschauen.