Zweifelnder Clarkson

13. März 2015 13:35; Akt: 13.03.2015 13:35 Print

«Ich bin wahrscheinlich ‹Top Gear›-Moderator»

Seit er suspendiert ist, hält sich «Top Gear»-Moderator Jeremy Clarkson in den sozialen Medien zurück. Doch nun hat er auf Twitter seine Job-Beschreibung geändert.

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Jeremy Clarkson hat seine Twitter-Beschreibung geändert. Neu ist er nur noch «wahrscheinlich» Moderator von «Top Gear». Unterdessen meldet sich ein Zeuge des Zwischenfalls zu Wort. Laut der anonymen Quelle tickte Clarkson tatsächlich aus, weil er kein Essen mehr bekam. Wirklich geschlagen habe er den BBC-Produzenten jedoch nicht, «es war eher eine Rauferei». «Er ist ein Schw... - aber eigentlich mag ich ihn», sagt «Top Gear»-Moderator James May (l.) über seinen suspendierten Kollegen Jeremy Clarkson. Auch Jeremy Clarkson wurde von Journalisten abgefangen. «Ich bin dann mal im Jobcenter», witzelte er, als er in sein Auto stieg. 1. "Top Gear vs the Germans": Das britische TG-Dreierteam muss gegen ein deutsches TV-Automagazin antreten, um anhand diverser Rennen und Challenges ein für alle Mal festzulegen, welche dieser grossen Nationen die bessere ist. (Hinweis: Es ist nicht Deutschland.) Unter anderem gibt es ein Doppeldecker-Rennen (Bild): Der untere Fahrer eines Doppelpack-Autos bedient Gaspedal und Bremse, der obere die Lenkung. Dumm nur, dass Jeremy Clarksons Auto von einem einarmigen Toningenieur gelenkt wird ... 2. Auto-Darts: Für Stunts in James-Bond-Filmen, in denen ein Auto durch die Luft fliegt, wird eine Art mit Druckluft betriebene Kanone gebraucht. Die TG-Jungs haben sich eines solchen Geräts behändigt - und beschliessen, mit Autos Darts zu spielen. 3. Reliant Robin Space Shuttle: In einer der wohl ehrgeizigsten TG-Challenges geht es darum, aus einem Auto einen echten, funktionierenden Space Shuttle zu bauen. Richard Hammond beschliesst, das dreirädrige BIlligstauto Reliant Robin als Basis zu nehmen. Weshalb? Weil es ein bisschen wie ein Space Shuttle aussieht. (Der Versuch fand einen Eintrag in das Guinness Buch der Rekorde als der grösste nichtstaatliche Raketenstart Europas.) 4. Wohnmobilrennen: Richard Hammond versucht immer wieder, neue Auto-Renn-Klassen bekannt zu machen. Nach seiner Minivan-Rennserie und den Rennen auf Flughafen-Gerätschaften will er uns nun für den Geschwindigkeitskampf mit Wohnmobilen begeistern. 5. Range Rover Sport vs. Challenger-Panzer: Ist der Range Rover Sport nicht bloss ein Yuppie-Fahrzeug, das nichts mehr mit einem Geländewagen gemein hat? Schauen wir mal, ob es einem Challenger-II-Panzer entfliehen kann! 6. Die Botswana-Reise: In dieser Challenge geht es darum, allen Goldküsten-Mamis zu beweisen, dass man keinen Offraoder benötigt, nur um die Kinder von der Schule abzuholen oder um auf dem manchmal etwas verschneiten Garagenvorplatz des Engadiner Ferienhauses manövrierfähig zu sein. Nein, denn mit einem Zweiradantrieb-Auto kann man ohne Probleme Afrika durchqueren! Also macht sich TG daran, Botswana von Ost nach West zu durchqueren. Dafür ersteht Jeremy Clarkson einen alten Lancia Beta Coupe vor Ort ("Lancia war mehrfacher Rallye-Weltmeister - dies ist das ideale Auto für Afrika!"), James May einen alten Mercedes 230E und Richard Hammond einen 1963er Opel Kadett, den er liebevoll "Oliver" tauft. 7. Die Überquerung des Ärmelkanals: Ein amphibisches Auto zu bauen, kann doch nicht so schwer sein! Wir wetten, dass wir mit so was ohne Probleme den Ärmelkanal überqueren können! 8. Das härteste Auto der Welt: Bei einem Sportwagen will man herausfinden, wie schnell er ist. Bei einem Familienauto wie sicher. Bei einem 4x4-Nutzfahrzeug will man wissen, was es alles aushält. Feuer, Wasser und ein Crash von einem Hochhaus können dem Second-Hand-Toyota nichts anhaben: Er läuft und läuft und läuft. (Siehe Bildstrecke) 9. Lotus Exige vs. Apache-Kampfhubschrauber: Die Lotus-Flitzer gelten als die wendigsten, kurvenschnellsten Sportwagen der Welt. Ob das kleine Auto dem schwerbewaffneten Helikopter der Royal Air Force entkommen kann? 10. Selbstgebastelte Polizeiwagen: Moderne Polizeiautos kosten zu viel und taugen nichts, so die Meinung der TG-Kumpels. Dass es billiger und auch besser geht, wollen sie beweisen mit je einem Occasionsfahrzeug, das sie mit einer selbstgebauten Geheimwaffe ausstatten.

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Jeremy Clarkson kommt momentan ziemlich unter die Räder. Nachdem er einen Produzenten seiner Sendung «Top Gear» geschlagen haben soll, suspendierte ihn die BBC. Die Fans sind empört und fordern ihren Liebling zurück.

Der Moderator selbst verliert jedoch auch in dieser Situation nicht seinen beissenden Humor. Als Clarkson gestern auf der Strasse einer Schar Journalisten begegnete, sagte er nur knapp, er sei auf dem Weg zum Jobcenter. In den sozialen Medien folgte in der Nacht auf heute die nächste Anspielung auf seine Suspendierung.

«Ich bin wahrscheinlich ‹Top Gear›-Moderator»

Clarkson hat auf Twitter die Kurzbeschreibung zu seiner Person geändert. Neu heisst es da: «Ich bin wahrscheinlich Moderator der BBC2-Autoshow ‹Top Gear›.» – «Wahrscheinlich»! – Ein subtiler, aber wichtiger Unterschied zur früheren Beschreibung. Das Enfant terrible des britischen Fernsehens ist sich wohl selbst nicht mehr so sicher, wie es weitergehen soll. Ende März hätten die Verträge mit dem Moderationsteam verlängert werden sollen.

Unterdessen ging ein anderes Meme zur Causa Jeremy Clarkson viral. Snickers nutzte den Rummel für Werbung in eigener Sache und schickte dem Moderator eine Grosspackung der Schokoriegel. «Du bist nicht du, wenn du hungrig bist», ist darauf zu lesen.


Der Koch hatte schon Feierabend

Es scheint sich zu bewahrheiten, dass Clarkson wegen fehlenden Caterings zuschlug. Der britische «Mirror» zitiert einen anonymen Zeugen des Zwischenfalls. «Als die Crew kurz nach zehn Uhr im Hotel ankam, wurde Clarkson wütend», sagt die Quelle. Von einer Prügelei will der Zeuge jedoch nichts wissen: «Es war mehr eine kleine Rauferei. Er hat aber viel geflucht. Der Produzent stand nur beschämt da.»

Im Hotel gab es kein Essen mehr, weil der Koch bereits Feierabend gemacht hatte – Clarkson gab seinem Produzenten die Schuld dafür. «Am Ende hat der Geschäftsführer höchstpersönlich für die Moderatoren gekocht», so der anonyme Zeuge.

(nei)