Wurst bei Aeschbacher

04. Juli 2014 01:22; Akt: 04.07.2014 12:50 Print

«Ich war immer ein Skandal – irgendwie»

Hoher Besuch bei Aeschbi: Vor der Sommerpause nimmt die diesjährige ESC-Gewinnerin Conchita Wurst alias Tom Neuwirth bei Kurt Aeschbacher Platz und plaudert aus dem Nähkästchen.

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Kaum eine Gewinnerin des Eurovision Song Contest löste mehr Emotionen aus als die Dame aus Österreich, die mit «Rise Like a Phoenix», Charme und Bart Tausende Herzen eroberte.

Mit dem Sieg ist für Conchita Wurst ein Traum in Erfüllung gegangen, das mediale Echo auf die Drag-Queen war riesig. Die 25-Jährige scheint das Rampenlicht zu geniessen und hat noch viel vor. Sie verspüre künstlerisch grosse Freiheit: «Plötzlich ist der Grammy doch realistisch», verrät sie Aeschbi gleich zu Beginn der Sendung am Donnerstagabend – und erntet dafür Applaus.

Ein Schuss Marlene Dietrich, ein Hauch Jesus und auch eine Geste der Freiheitsstatue – all dies sieht der Moderator im künstlerischen Programm der Dame mit Bart. «Zufall», sagt diese, doch: «Hinter Conchita Wurst steckt weniger Konzept als viele vielleicht glauben.»

Fleissige Königin, fauler Junge

Die Drag-Queen, mit bürgerlichem Namen Tom Neuwirth, erzählt von einer behüteten Kindheit in einem österreichischen Dorf und dass Conchita schon immer in Tom steckte: Auf 80 Prozent ihrer Kinderfotos sehe man sie in Mädchen- oder Frauenkleidern. «Schuhe meiner Freundinnen gab ich nie zurück», erzählt sie, «deren Mütter waren immer wahnsinnig böse auf mich.»

«War das im Dorf ein Skandal?», will Aeschbacher wissen. «Ich war immer ein Skandal – irgendwie», lacht Conchita. Dies allerdings im Guten, auch wegen der grossen Unterstützung ihrer Familie.

Ob Frau Wurst jetzt über Tom bestimme? Nein, die Rolle könne sie privat ganz gut abstreifen und beschreibt sich selbst als «working queen – lazy boy», fleissige Königin, fauler Junge.

(kko)