Grossbritannien

14. Februar 2011 15:50; Akt: 14.02.2011 16:18 Print

«Rastamouse» muss raus

In Grossbritannien regen sich Eltern über eine kleine Maus mit Rastalocken auf: Das beliebte Nagetier aus der BBC-Kindersendung fördere bei Kindern den Gebrauch von Jamaika-Slang.

«Rastamouse» soll in einer BBC-Sendung den Kindern den Wert von Liebe und Respekt beibringen. (Quelle: YouTube)
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«Rastamouse» ist die kleine animierte Maus einer Kindersendung der britischen BBC. Sie trägt Rastalocken und unterhält ihr Publikum mit lustigem Reggae-Gesang. Und während sich die Kleinen vor dem Fernseher damit amüsieren, laufen die Eltern Sturm: Laut Einträgen im Forum «Mumsnet» könnte die Rastamaus für rassistisch gehalten werden. Ausserdem fördere sie den Gebrauch von Slang, meinen viele.

Dabei war die Idee der Macher eine ganz andere: Die «Rastamaus» sollte den Kindern den Wert von Liebe und Respekt beibringen. Darüber hinaus sollte sie ein Vorbild in Sachen Verbrechensbekämpfung sein. Doch wie die Tageszeitung «The Telegraph» berichtet, sei die Botschaft bei den Eltern anders angekommen. «Was mir am meisten Angst macht», schreibt die Benutzerin TinyD4ncer, «ist der Gebrauch des Begriffs 'Rasta'». Die besorgte Mutter meint, ihr weisses Kind könne dieses Wort «falsch» benutzen und so Schlägereien provozieren.

BBC bleibt hart

In den meisten der über 100 Einträge, die sich seit Lancierung der Sendung vor einem Monat angesammelt haben, äussern die Eltern ihre Sorge, ihre Spösslinge könnten plötzlich jamaikanische Ausdrücke wie «irie» («happy») oder «wagwan» («What’s going on?», zu deutsch «Was lauft?») in ihr Vokabular aufnehmen.

Der Sender hat jedoch keine Absicht die «zeitgenössische, farbenfrohe und lustige» Sendung abzusetzen. «Eltern und Kinder sollten sie sehen und geniessen», sagt Genevieve Webster, eine Mitautorin des Buches, das zur TV-Sendung inspirierte. Unterstützung erhält Webster von der BBC: «Rastamouse ist ein Teil unseres vielfältigen Angebots, das nicht nur für den afro-karibischen Zuschauern gemeint ist.» Die Geschichten seien bereichernd – egal welcher Herkunft die Kinder seien.

(kle)