«DSDS»-Panik

29. März 2011 12:07; Akt: 29.03.2011 14:21 Print

«Reiner Zufall, dass es keine Toten gab»

Nachdem die meisten Verletzten wieder zu Hause sind, schieben sich das Einkaufszentrum und die Produktionsfirma nach der Massenpanik gegenseitig die Schuld in die Schuhe.

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Nach der Massenpanik bei der «DSDS»-Autogrammstunde am Sonntag, den 27. März, in Oberhausen sind von 28 Jugendlichen, die ins Spital eingeliefert werden mussten, drei noch immer in stationärer Behandlung. Insgesamt wurden 60 Teenager verletzt. Obwohl inzwischen Details zur Planung der Veranstaltung ans Tageslicht kommen, will niemand für das Unglück verantwortlich sein.

Die Stadt Oberhausen hat den Veranstalter, das Einkaufszentrum «CentrO» kritisiert. Erst am Donnerstag sei die Autogrammstunde angekündigt worden. Doch weil der Veranstaltungsort für «grosse Menschenansammlungen» mit über 3000 Leuten ausgelegt war, habe es keinen Grund für eine formale Genehmigung gegeben. Als dann das Gedränge losgegangen sei, hätten laut «Welt» nicht die Veranstalter, sondern das Rote Kreuz die Feuerwehr alarmiert und erst als die Polizei darauf drängte, sei die Autogrammstunde abgebrochen worden.

«CentrO»-Manager Markus Remark widerspricht dieser Darstellung nicht: Es habe keine verspätete Anmeldung gegeben, sondern bloss eine Anfrage, ob eine Genehmigung nötig sei. Die Antwort sei «Nein» gewesen. Gegen 12 Uhr habe man die Türen zur «Oase» geöffnet, in der die «DSDS»-Stars auf ihre Fans treffen sollten. Nach 40 Minuten seien die Türen wegen Überfüllung geschlossen worden: Weniger als 3000 Teenager befanden sich in dem Raum.

Wer ist schuld an der Fehleinschätzung?

Vor der Tür warteten 15 000 Jugendliche auf Einlass und machten Druck auf die vorderen Reihen. Um 14.37 Uhr erreichten die Oberhausener Polizei laut «Spiegel» die ersten Anrufe. Um 15 Uhr trafen 53 Feuerwehrmänner ein, eine Viertelstunde später wurde die Veranstaltung abgesagt. Die Polizei hat mittlerweile eine Ermittlungskommission namens «Oase» mit 14 Beamten gebildet. Die Staatsanwaltschaft Duisburg will vorerst gegen Unbekannt wegen fahrlässiger Körperverletzung ermitteln.

Dass es ein Jahr zuvor bei einer «DSDS»-Signierstunde Probleme gab, wussten die Manager des Einkaufszentrums. «Wir haben versucht, aus den Fehlern in Bochum zu lernen», sagte Markus Remark gegenüber «Der Westen». «Auf einen Andrang wie dort waren wir auch gut vorbereitet. Nach Schätzungen kamen heute aber 15 000 bis 20 000, das hat einfach nicht funktioniert.» Die «DSDS»-Produktionsfirma «Grundy Light Entertainment» habe ihm 4000 bis 6000 Fans angekündigt, sagte er weiter.

Unsere Schätzungen sind nichts wert

Eine «Grundy»-Sprecherin bestätigte dem «Spiegel» lediglich, man habe dem «CentrO» die Besucherzahlen der letzten Autogrammstunde mitgeteilt und sei nicht verantwortlich, weil die TV-Firma nicht Veranstalter des Fantreffens sei: «Wir sind nicht Veranstalter, daher können Schätzungen von uns nicht Basis der Veranstaltungsorganisation sein.» Ähnlich tönt es bei RTL: Der Sender betonte, nicht der Veranstalter und somit unschuldig am Unglück zu sein.

Kritik kommt auch von der Gewerkschaft der Polizei. «Es ist reiner Zufall, dass es diesmal keine Toten gegeben hat. Die Veranstalter haben aus der Loveparade-Katastrophe nichts gelernt», sagte Erich Rettinghaus gegenüber «Der Westen» mit Blick auf die Tragödie in Duisburg im Jahr 2010. Die seither verschärften Bestimmungen konnten bei der Autogrammstunde nicht greifen: Sie gelten nur für Veranstaltungen unter freiem Himmel mit mehr als 5000 Menschen.

(phi)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sven E. am 29.03.2011 13:17 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn die halb so gut im organisieren

    wären, wie im Schuld von sich weisen, brächten die sogar Autogrammstunden oder - wer weiss - eine Loveparade zustande.

  • Justin am 29.03.2011 12:48 Report Diesen Beitrag melden

    der verantwortliche ist ganz klar

    der veranstalter! niemand anderes! CentrO der weiss wieviele menschen sie aufnehmen können hat ganz klar versagt. und erst nachdem die polizei drängte wird abgesagt?? sorry nur schon wenn die feuerwehr und die polizei eingreiffen müssen dann ist ganz klar sense. und nicht erst wenn die polizei DRÄNGEN muss.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Sven E. am 29.03.2011 13:17 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn die halb so gut im organisieren

    wären, wie im Schuld von sich weisen, brächten die sogar Autogrammstunden oder - wer weiss - eine Loveparade zustande.

  • Justin am 29.03.2011 12:48 Report Diesen Beitrag melden

    der verantwortliche ist ganz klar

    der veranstalter! niemand anderes! CentrO der weiss wieviele menschen sie aufnehmen können hat ganz klar versagt. und erst nachdem die polizei drängte wird abgesagt?? sorry nur schon wenn die feuerwehr und die polizei eingreiffen müssen dann ist ganz klar sense. und nicht erst wenn die polizei DRÄNGEN muss.