Japan-Unglück

28. März 2011 14:35; Akt: 28.03.2011 15:12 Print

«Simpson»-Macher versteht Überprüfung

Nicht nur in der Schweiz, auch in Deutschland und Österreich stehen die «Simpsons» nach der Japan-Katastrophe auf dem Prüfstand. Produzent Al Jean kann das verstehen.

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Springfield heisst die fiktive US-amerikanische Stadt, in der die Zeichentrickserie «The Simpsons» spielt.

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Nach dem SF haben auch in Deutschland und Österreich die Sender begonnen, die «Simpsons»-Folgen nach der Katastrophe in Japan zu überprüfen (20 Minuten Online berichtete). Das ORF ist inzwischen fündig geworden und hat zwei Episoden vorerst gestrichen. Es geht um Folge 66 («Marge Gets a Job») und um Folge 364 («On a Clear Day I Can't See My Sister»). Bei ersterer sterben die Gaststars Marie Curie and Pierre Curie an Verstrahlung, bei letzterer gibt es derbe Witze über eine Kernschmelze.

Al Jean, Produzent der Zeichentrickserie, äusserte gegenüber «Entertainment Weekly» Verständnis. «Wir haben 480 Folgen gemacht und wenn es da einige gibt, die sie angesichts der schrecklichen Dinge, die da vor sich gehen, für eine Weile nicht ausstrahlen wollen, kann ich das komplett verstehen. Wir würden niemals unseren Vorteil aus dem ziehen, was in Japan geschieht.»

Auch 2001 gab es «Zensur»

In den noch auszustrahlenden, neuen Episoden spielt das Thema Kernschmelze keine Rolle. «Es gibt einige Arbeitsplatz-Folgen, aber die drehen sich bloss um Homer, der bei der Arbeit ist. Es geht nicht um Kernkraft.» Homer einen neuen Job zu verpassen, hält Al Jean jedoch für unnötig. «Er wird weiter dort arbeiten. Wir haben ein reiches Universum, in dem wir Millionen Dinge tun können, ohne das anzutasten.»

Auch im Jahr 2001 war eine Episode der «Simpsons» zensiert worden, erinnert der Amerikaner: «Homer Versus the City of New York» war nach den Anschlägen auf die Twin Towers zurückgezogen worden, weil das World Trade Center in der Folge eine wesentliche Rolle spielt.

(phi)