Wegen Protesten

08. Januar 2011 14:27; Akt: 08.01.2011 14:31 Print

«The Kennedys» abgewürgt

Die Familiensaga der Kennedys war das bislang teuerste Projekt des «History Channel». Der Sender zeigt die achtteilige Serie mit Katie Holmes aber nicht: Politiker und Historiker sind dagegen.

storybild

Katie Holmes (li.) spielt Jackie und Greg Kennear den 1963 ermordeten US-Präsidenten John F. Kennedy.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die Familie des 1963 ermordeten US-Präsidenten John F. Kennedy gilt als «Royal Family» der USA. Der «History Channel» verfilmte ihre Geschichte mit Katie Holmes als Jackie und Greg Kinnear als John F. Kennedy. Doch jetzt wird das bislang teuerste Projekt des Fernsehsenders böse ausgebremst.

Historiker und demokratische Politiker wehrten sich gegen die achtteilige Familien-Saga. Der TV-Sender lenkt ein und legt die Serie nun auf Eis. Ein Sprecher teilte überraschend mit: «Nach Fertigstellung des Projekts entschied sich der «History Channel», die acht Folgen nicht zu zeigen. Die schauspielerische und produktionstechnische Qualität ist zwar hoch. Nachdem wir aber das fertige Produkt gesehen hatten, entschieden wir uns, dass das Endresultat nicht zu unserer Marke passt.»

Das Drehbuch zu «The Kennedys» stiess auf heftige Kritik. Liberalen Politikern und Kennedy-Historikern passte die Darstellung der Familie nicht. Der US-Filmemacher Robert Greenwald rief sogar eine Protest-Website ins Leben. Auf «stopkennedysmears.com» warf er den Machern Rufmord vor. Sie würden Politische Fiktion als historische Realität verkaufen, schreibt er auf seiner Website. 50 000 Menschen solidarisierten sich mit ihm und drohten dem «History Channel», sie würden, falls die Mini-Serie im Fernsehen gezeigt werde, nie wieder einschalten.

Doch ganz müssen Kennedy-Interessierte nicht auf die Serie verzichten. Die Firma «Muse Entertainment» sicherte sich die Film-Rechte ausserhalb der USA – und zeigt die Saga ab dem 6. März in Kanada.