Flatulenter Mexikaner

07. Februar 2011 13:38; Akt: 07.02.2011 13:40 Print

«Top Gear» entschuldigt sich – ein klein wenig

Ganz ungestraft durfte «Top Gear» nicht über Mexiko herziehen. Nach einem formellen Protest hat die BBC sich zwar entschuldigt, aber gleichzeitig auch verteidigt.

In der Sendung am 31. Januar gaben die Moderatoren ihren britischen Humor zum besten - sie päsentierten ein mexikanisches Rennauto namens «Tortilla». (Quelle: Top Gear/YouTube)
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«Okay, das war nun ziemlich frech, aber so richtig bösartig wars nun auch nicht gemeint» – so etwa der Tenor der Entschuldigung, zu der sich der britische TV-Sender BBC durchgerungen hat, nachdem der mexikanische Botschafter Eduardo Medina-Mora Icaza einen formellen Protest deponierte.

Zur Erinnerung: In der «Top Gear»-Sendung vom 31. Januar 2011 meinte Moderator Richard Hammond, Autos würden oft den Nationalcharakter reflektieren. «Ein mexikanisches Auto wäre demnach ein fauler, nutzloser, flatulenter Depp mit einem Schnauz, der sich zum Schlafen gegen einen Zaun lehnt, einen Kaktus anstarrt während er eine Bettdecke mit einem Loch in der Mitte als Mantel trägt», so Hammond.

«Xenophob» und «beleidigend»

Die mexikanische Botschaft meldete sich daraufhin mit einer Beschwerde beim britischen Sender. Der Inhalt des Top-Gear-Berichts sei «xenophob» und «beleidigend». Die Show-Moderatoren hätten sich «ungeheuerlicher, vulgärer und unentschuldbarer Beleidigungen» bedient mit der Absicht, «abschätzige Gefühle gegenüber dem mexikanischen Volk, seiner Kultur und seinem offiziellen Vertreter im Vereinigten Königreich anzustacheln», so der Botschafter. Man erwarte eine offizielle Entschuldigung seitens der BBC.

Letztere hat die mexikanische Vertretung nun bekommen. In einem Statement schrieb die BBC, sie bedauere, dass die Sendung Ärgernis verursacht habe. Die Bemerkungen der Redaktoren mögen vielleicht «unanständig» und «boshaft» gewesen sein, es würde aber keine böse Absicht dahinter stehen.

Unfähige Romantiker

«Unsere eigenen Komiker machen Witze darüber, wie schrecklich die Briten als Köche und Romantiker sind, und wir machen dafür Witze über die chaotischen und theatralischen Italiener, die arroganten Franzosen und die überreglementierten Deutschen.»

Auf Nationalklischees basierte Comedy sei innerhalb ihrer Richtlinien erlaubt, so die BBC, wenn man davon ausgehen könne, dass das Publikum wisse, dass solche erwartet werden könne. Zudem entschuldigte der «Top Gear»-Produzent sich persönlich beim mexikanischen Botschafter wegen der Witze, die über seine Person gemacht wurden. Moderator Jeremy Clarkson hatte gesagt, es sei «grossartig», Mexikaner zu sein, denn so könne man den ganzen Tag schlafen. Zudem müssten sie keine Beschwerden vom mexikanischen Botschafter befürchten, da dieser schon längstens vor dem Fernsehen eingeschlafen sei.

(obi)