«Die Bachelorette»

06. Mai 2019 04:47; Akt: 06.05.2019 04:47 Print

3+ versteckt so viel Werbung wie noch nie

Wer das Erfolgsformat «Die Bachelorette» schauen will, muss auch Werbung schauen. Nicht nur in den Unterbrechungen.

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Vor einer Woche hat Andrina Santoro als neue Bachelorette ihre Mission gestartet: Sie will unter 21 Männern einen potenziellen Lebenspartner finden. Dabei muss die 26-Jährige nebenher auch ein paar Werbeaufträge für den Sender 3+ erledigen. So achteten ihre Freunde in Folge eins beim nicht ganz so entspannten Küchen-Talk darauf, dass die Etiketten des Getränkesponsors immer schön zur Kamera zeigten. Und natürlich stiessen alle werbewirksam auf Andrinas Liebesabenteuer an. Die neuste Staffel wurde in Südafrika abgedreht – eine Premiere. Für die Reise an den südlichsten Zipfel des afrikanischen Kontinents hat 3+ Unterstützung von Reise-Partnern. Die umwerfende Szenerie vor Ort wird über die Staffel hinweg immer wieder potenziellen Reisenden schmackhaft gemacht. Und auch die drei Locations, in denen die Bachelorette, die Jungs und die Crew unterkamen, werden regelmässig ins Bild gerückt. Ist dir diese Werbung aufgefallen? Bei den Blind Dates brachte Zöllner Dominik Handschellen mit. Andrina nahm sich auch noch einen Moment Zeit, das Mitbringsel genauer zu betrachten. Genug Zeit für 3+, um noch einen Einblender mit Verweis auf einen Sextoys-Onlineshop einzuspielen. Bei den Speed-Dates wollte Massimo den historischen Moment noch mit einem Erinnerungs-Selfie festhalten. Klar, warum nicht, könnte man denken. Weniger klar ist, warum er nicht sein eigenes Handy zückt. Zum Glück hat Andrina ihr Smartphone aber hinter einem Kissen griffbereit. Die beiden knipsen ein Foto vom ersten gemeinsamen Gespräch, und ... ... das Handy erhält dabei auch eine Nahaufnahme. Über 10 Sekunden dauert der in die Sendung eingebaute Werbespot. Teure Bildschirmzeit. Die gute Arbeit der Selfie-Kamera wird auch noch eingeblendet. Auf Instagram macht Andrina übrigens Werbung für einen Telekom-Anbieter, der das gezeigte Produkt aktuell in einem Wettbewerb verlost. Diese Produkt-Platzierung hingegen war weniger subtil und ist schon ein Klassiker in der Schweizer «Bachelor/ette»-Welt: Bald-Architektur-Student Kenny setzt in einem Einspieler einen Wassersprudler in Szene. Gut 25 Sekunden lang ist das Produkt zu sehen, immer wieder auch in Nahaufnahme. Schmuck spielt ebenfalls regelmässig eine Rolle – ein Ring-Produzent ist Sponsor der Staffel. Eine Erfrischung am Strand? Gut zu wissen, dass die Jungs bei ihren Challenges dank der Sponsoren immer versorgt sind, wie auch in Folge zwei zu sehen sein wird. Dort greift Kandidat Levin zu einem bekannten Move: Er hat der Bachelorette ein Päckli mit Beauty-Artikeln aus der Schweiz nach Südafrika mitgebracht – der Online-Versand ist Sponsor. Andrina besucht Papa Santoro in dessen Garage. Hier schliessen wir ein Product Placement übrigens aus – zumindest ist die italienische Automarke nicht unter den Sponsoren der Sendung aufgeführt. Vor jeder Folge werden die Marken gezeigt, von denen Produkte in der Sendung beworben werden. Bei Folge eins waren es elf. 3+ begrenzt die Anzahl Platzierungen pro Folge übrigens. Und sie machen damit keinen Gewinn: «Wir verlieren mit allen unseren grossen Formaten nach wie vor Geld. Die Einnahmen aus dem Sponsoring und der Werbung decken leider die hohen Produktionskosten nicht.»

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Die Werbeblöcke

85 Minuten dauert die erste Folge von «Die Bachelorette», reine Showtime. Dazwischen wurden am vergangenen Montag noch vier Werbeblöcke gestreut, sodass die Sendezeit des Staffel-Auftakts auf 3+ letztlich rund 110 Minuten, also etwas unter zwei Stunden betrug. Macht 25 Minuten Werbung.

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Hoher Marktanteil

Die Eigenproduktion von 3+ kommt beim Publikum an, nach sieben «Bachelor»- und vier «Bachelorette»-Staffeln haben die Formate ein treues sowie wachsendes Publikum gefunden. «Die Sendungen sind fast mit jeder Folge in allen relevanten Zielgruppen Marktführer. Gerade bei den jungen Frauen wird gar regelmässig ein Marktanteil von über 50 Prozent Marktanteil erzielt», teilt 3+ auf Anfrage mit.

Das macht das Format attraktiv für Werbekunden – und natürlich wollen die Sendungsmacher den Erfolg auch zu Geld machen. Neben den üblichen Werbeblöcken flechtet 3+ deshalb auch immer mehr Produkte ins Storytelling mit ein, die so beworben werden

Hohe Werbe-Dichte

Für die erste Folge der Andrina-Staffel werden vor der Sendung elf Sponsoren ausgewiesen. Neben klassischen Produkten aus der Lifestyle-Welt gehören auch die Reise- und Unterkunftspartner dazu. In der Sendung selbst werden die Sponsoren mal mehr, mal weniger subtil eingebunden.

So werden für einzelne Produkte extra Szenen gedreht – die dabei sogar zum Hauptdarsteller werden. Bei den Speed-Dates wurden für ein Selfie, das Andrina mit einem gesponserten Handy macht, 12 Sekunden Sendezeit eingebaut.

Kenny ist rund 25 Sekunden lang mit selbst aufgesprudeltem Wasser im Bild. Und als Dominik, der Zöllner, beim ersten Kennenlernen die Handschellen zückt, wird per Werbe-Banner auf einen Sextoys-Shop verwiesen.

Kein Gewinn

«Das kommerzielle Interesse an Partnerschaften hat deutlich zugenommen», teilt 3+ mit. Damit das Format aber nicht zu einer reinen Werbesendung verkommt, setzen die Macher eine Beschränkung für die Anzahl Produkte-Platzierungen. «Wir haben eine klare definierte Grenze, die wir nicht überschreiten.»

Wie hoch die Anzahl Platzierungen ist, behalten sie für sich. Die Vermarkter der Sendung könnten durchaus noch mehr unterbringen – die Nachfrage übersteige die festgelegte Werbe-Grenze.

Gewinn macht 3+ damit aber nicht. «Wir verlieren mit allen unseren grossen Formaten nach wie vor Geld. Die Einnahmen aus dem Sponsoring und der Werbung decken leider die hohen Produktionskosten nicht.»

Das Wichtigste aus der ersten Folge gibts hier zum Nachschauen – eingedampft auf unter vier Minuten.

(fim)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • nino bosch am 06.05.2019 04:53 Report Diesen Beitrag melden

    Die Werbung ist doch das Beste

    Die Werbung ist doch das Beste an der Sendung!

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  • Claudia G. am 06.05.2019 07:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Meine Meinung

    Es ist wie bei einem Unfall. Alle finden es schrecklich, aber jeder schaut hin. Naja...nicht jeder...aber viele...

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  • PG am 06.05.2019 06:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    3+....nein Danke

    Der Sender ist unglaublich was der Werbung bringt.Das bringt sonst keiner. Wenn man das braucht , soviel Werbung, um sich zu finanzieren sollte man aufhören. Ist echt nicht mehr normal. Das einzige was ich da schaue ist der Restaurant Tester....solange das ich die Spultaste nutzen kann. Ohne die Möglichkeit würde ich denn Sender meiden.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • marko 34 am 07.05.2019 04:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schrecklich

    Schrecklich

  • Gary Gordon am 06.05.2019 19:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Werbesendungen

    Es muss einfach einmal klar werden, die Privatsenden strahlen Werbesendungen aus die dann lästigerweise durch Programmfragmente unterbrochen werden. Dass sich die meist fantasielosen Spots als Endlosschlaufe das Programm beherrschen ist besonders ätzend.

  • Ruedi am 06.05.2019 19:06 Report Diesen Beitrag melden

    Glaub ich kaum

    Ich habe diesen Sender erst vor kurzem endeckt. (Satellit im Ausland) Die erste Sendung war der Bumann und das fand ich gut bis die Werbung kam. Dann die erste Sendung mit den halbnackten, aufgepumpten Weibern. Das war mir dann zu blöd. Seither habe ich nie mehr diesen Sender geschaut. Teils eckelhaft was da gesendet wird. Ich dachte die deutschen privaten Idiotensender seien nicht zu toppen aber 3+ schafft das problemlos.

  • Silberdistel am 06.05.2019 15:32 Report Diesen Beitrag melden

    Komisch

    Ich habe diese komische Sendung noch nie geschaut und werde es auch in Zukunft nicht machen. Dafür ist mir die Zeit zu schade.

  • Sepp am 06.05.2019 12:53 Report Diesen Beitrag melden

    Werbung überall

    Um Werbung kommt man gar nicht mehr herum. Sogar bei Talk Sendungen ist irgendein Mineralwasser so platziert, das man die Marke gut lesen kann. Auch sehr beliebt, Schweizer Uhren in Filmen.