Bikram Choudhury

27. November 2019 11:30; Akt: 27.11.2019 11:30 Print

Umstrittener Yogi äussert sich zur Netflix-Doku

Die Doku «Bikram: Yogi, Guru, Predator» hält Netflix-Fans rund um den Globus in Atem. Was wurde aus dem umstrittenen Guru?

«Bikram: Yogi, Guru, Predator» zeichnet den Aufstieg von Bikram Choudhury nach. Quelle: Netflix
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Wer ist der Typ?

Bikram Choudhury übersiedelte 1973 von Indien nach Kalifornien, wo er in Los Angeles das Bikram Yoga College of India gründete. Teilnehmer trainieren beim Bikram-Yoga in einem auf 40 Grad Celsius erhitzten Raum. Mittlerweile gibt es in den USA und Europa knapp 1200 Bikram-Yoga-Schulen. Er baute damit über die Jahre ein 100-Millionen-Dollar-Imperium auf.

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Warum ist er umstritten?

Choudhury hält seine Yoga-Klassen in einer knappen schwarzen Badehose und mit einer Rolex am Handgelenk ab. Seine Jünger begrüsst er so: «Willkommen in der Bikram-Folterkammer, wo ihr euch die nächsten 90 Minuten selbst umbringen werdet.»

Wie Teilnehmer in der Netflix-Doku berichten, soll er sich über ihr Aussehen und Übergewicht lustig gemacht haben. Vor allem aber werden dem Guru systematischer sexueller Missbrauch und Schikanen verschiedenster Art vorgeworfen.


Wurde er verurteilt?

Laut ABC News gingen 2013, lange vor dem Beginn der #MeToo-Bewegung, insgesamt sechs Frauen mit Vergewaltigungsvorwürfen gegen den Yogi an die Öffentlichkeit. Durch aussergerichtliche Einigungen in mehreren Fällen häufte er 16 Millionen Dollar Schulden an und erklärte den Konkurs.

Er floh aus den USA, nachdem seine frühere Anwältin Micki Jafa-Bodden ein Gerichtsverfahren gegen ihn gewonnen und 7 Millionen Dollar zugesprochen bekommen hatte. Bis heute soll der umstrittene Guru keinen Cent davon bezahlt haben.

Wo ist er jetzt?

Choudhury lebt mittlerweile in Mexiko und hält dort in Acapulco und in seiner Heimat Indien weiterhin Yoga-Klassen ab. Fans aus aller Welt reisen extra zu ihm, um sich ausbilden zu lassen.

Bikram-Studios florieren weltweit. Kommendes Jahr will der 75-Jährige durch Indien touren und dort seine Yoga-Klassen halten. Kostenpunkt: knapp 4000 Dollar pro Person.

Was sagt er über den Film?

Choudhury hat die Netflix-Doku gesehen und sieht die Sache naturgemäss anders als seine Ankläger. Über seinen Sprecher liess er ausrichten: «Bikram Choudhury weist die im Film erhobenen Vorwürfe von sexuellem Missbrauch und Belästigung entschieden zurück und ist tief betroffen von der anhaltenden Diffamierung seines Charakters.» Netflix bereite nur alte Vorwürfe neu auf.

Fakt ist aber: Durch den Film erlebt das Hot Yoga eine Art Renaissance. Leute strömen in die Studios, um Bikram auszuprobieren. Davon profitiert schlussendlich wieder Choudhury. Die Netflix-Doku habe dem Hot Yoga zu einem Comeback verholfen, sagt sein Sprecher.

«Bikram: Yogi, Guru, Predator» ist jetzt auf Netflix abrufbar.

(cat)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Thomas am 27.11.2019 12:08 Report Diesen Beitrag melden

    Warum rennen immer alle so jemanden nach

    Leute die solchen Personen nachlaufen sind einfach selber schuld. Als Frau würde ich nur schon gehen, wenn er in den Joga-Kurs in dieser engen schwarzen Hose kommen würde. Absolut unnötig für Joga. Und Frauen: Man kann auch nein sagen!

  • Sandro am 27.11.2019 12:16 Report Diesen Beitrag melden

    Bikram gesund?

    Ich traf mal einen Inder der folgendes sagte: »Wir in Indien praktizieren Yoga am frühen morgen und nach Sonnenuntergang, da Yoga in der Hitze nicht gesund ist. Die im Westen haben da was wohl falsch verstanden.» Irgendwie logisch oder?

  • Ich am 27.11.2019 12:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Folterkammer?

    Sowas hat mit Yoga und seiner Philosophie nicht im entferntesten etwas zu tun. Ist reine Abzocke und Geldmacherei, wer drauf reinfällt ist selber schuld.

Die neusten Leser-Kommentare

  • jj am 27.11.2019 17:01 Report Diesen Beitrag melden

    Man kann auch nein sagen...

    Die Frauen in der Doku habe klar nein gesagt und bestimmt nicht zu sexuellen Übergriffen eingewilligt.... Männer: Nein heisst nein!

  • Bera am 27.11.2019 15:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Yoga oder Bikram?

    Geht es hier um Bikram Yoga oder den Mann Bikram? 1. Das mit dem Franchise System stimmt schon seit Jahren nicht mehr 2. Bikram Yoga selber hat viele gute Eigenschaften, die zig Menschen schon geholfen haben, da sie auf den ganzen Körper und den Geist Einfluss haben, wenn es ernsthaft und richtig praktiziert wird. Also warum die erfolgreiche Bikram Yoga Serie mit dem Mann Bikram vermischen? Ich selber bin Bikram Yoga Lehrerin und während meines Teacher Trainings gab es keine bekannten Übergriffe seinerseits. Was ich jedoch gesehen habe, waren Frauen, die immer in der ersten Reihe standen oder sassen, ihn als Guru verehrt und angebetet und jedes seiner Worte für bare Münze genommen haben. Ich bin mir nicht sicher, ob einige davon abgelehnt hätten, wenn er sie denn in seine Villa eingeladen hätte..... und zu diesem Zeitpunkt war bereits öffentlich bekannt, dass es in den USA Klagen gegen ihn gab. Wer sich nicht gegen seine Bemerkungen wehrt, ist selber schuld. Auch für mich hatte er eine bestimmte Bezeichnung, ich habe ihm in einem ruhigen Moment freundlich gesagt, dass ich diese nicht speziell mag und nachdem er mir sogar erklärte, warum er diese für mich ausgesucht hatte, hat er damit aufgehört. Mir selbst bringt Bikram Yoga und auch das Unterrichten sehr viel und das Teacher Training war trotz der körperlichen Anstrengung (zwei laaaaange Klassen pro Tag während neun Wochen) eine der besten Zeiten meines Lebens.....

  • Nino am 27.11.2019 15:36 Report Diesen Beitrag melden

    Werbung - Werbung - Werbung

    "«Bikram: Yogi, Guru, Predator» ist jetzt auf Netflix abrufbar.". Es ist also nichts als Werbung für Netflix die als Artikel getarnt wird.

  • Bendme Dontbreakme am 27.11.2019 14:39 Report Diesen Beitrag melden

    Trauriger Trend

    Kommentar von "coach_supergringo" auf IG : "Oh look it's the Harvey Weinstein of the yoga world"... Lol! Verrenken kann ich mich auch ohne Yoga, das nennt sich strecken und ist nicht so gefährlich auf Dauer für die Bandscheiben. Ich bin auch ohne das dehnbarer als der Durchschnitt. Der ganze Yogatrend beruht nur darauf, dass jeder das schnell lernen und sich als Guru ausgeben kann. Und ausserdem kommt es aus dem Götzendienst, wer an Gott glaubt sollte auch das mal überlegen.

  • Thomas am 27.11.2019 13:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Yes, Doku geschaut...aber

    So eindeutig ist die Sache nicht. Nur weil von Millionen Schülerinnen 5 Melden die Kohle wolle muss das nicht stimmen. #menot

    • Sixty2ten am 27.11.2019 14:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Thomas

      Ja klar, das ist die selbe Argumentation wie bei Micheal Jackson. Obwohl die Beweislage niederschmetternd eindeutig war, können die Menschen nicht fassen, dass ihr grosses Idol zu sowas fähig ist. Zu viel Geld & Macht lässt Menschen denken, sie seien unbesiegbar und können sich alles erlauben.

    • orthographiel am 27.11.2019 18:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Thomas

      Deutsch sprach, schwer sprach. Das Training bei 40 Grad war dann wahrscheinlich doch zu viel.

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