Supertalent-Einladung

01. März 2011 11:23; Akt: 01.03.2011 14:26 Print

Bohlen gibt Sarah Engels eine zweite Chance

Teenie Sarah Engels zählte bei «Deutschland sucht den Superstar» zu Dieter Bohlens Lieblingen. Ihren Rauswurf will der Pop-Titan deswegen nicht einfach auf sich sitzen lassen.

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Willkommen zur ersten Mottoshow von «Deutschland sucht den Superstar». Das Motto: Mega-Hits. Die verbliebenen zehn Kandidaten stellen sich vor. Moderator Marco Schreyl begrüsst das Publikum und stellt gleich die Jury vor - alle mit einem einprägsamen Attribut ... ... so ist Jurorin Fernanda Brandao eine «Gesamtgranate» ... ... während der Schweizer Patrick Nuo als «Singer-Songwriter und Augenweide» tituliert wird. Apropos Titel: Dieter Bohlen wird als «Unser Unterhaltungsminister, Doktor Dieter Bohlen» angekündigt. In Deutschland geht man mit Doktortiteln lockerer um als im Ausland, so scheint es. Und los gehts mit dem Österreicher Marco Angelini, der für den heutigen Auftritt stylingmässig offenbar alles vom Onkel, der in den 80ger Jahren der Dorfheld war, auslieh. Nur das Puch Maxi fehlte. Publikum und Jury gefiel der Auftritt. «Fehlerlos», so Nuo. «Die Fresse! Wer war das denn? Sieht aus wie eine Granate!» Moderator Schreyl hat die Zürcherin Zazou Mall längst als «unsere kleine Tanzmaus» abgestempelt. Zazou bringt «Don't Stop the Music» von Rihanna – nicht unbedingt der vorteilhafteste Song, um Gesangskönnen zu demonstrieren (starker Beat, schwache Melodie). Doch der Auftritt sitzt: Das Tanzen ist gewohnt souverän, der Gesang treffsicher und gut (was man von etlichen anderen Kandidaten nicht behaupten konnte …) Doch die Jury hat offenbar jene verinnerlicht, die prophezeiten, für Zazou würde es eng werden und meckert schonungslos am Auftritt herum. Nuo: «Stimmlich schwach.» Fernanda: «In dir steckt mindestens 40 Prozent mehr Gas.» Bohlen gewohnt in Alt-Macho-Manier: «Deine Beine sind dünner als Rihanna – die Stimme auch.» Sie müsse einfach mal richtig ins Mikro brüllen, die Sau rauslassen, sonst werde sie hier nicht lange überleben. Zazou lässt die Kritik über sich ergehen und bleibt cool. Ebenfalls auf der Abschussliste ist Nina Richel. Moderation und Jury spricht des Längerem über kürzlich geschossenen Bikini-Fotos und die Frage, wie viel Speck an den Hüften zu ertragen sei – wahrlich keine aufmunternde Song-Vorbereitung! Mit «Breakaway» von Kelly Clarkson ist eine Power-Ballade angesagt – eine schlaue Wahl, denn die zeitweiligen schrägen Töne werden vom Bombast-Arrangement grosszügig kaschiert. Nuo ist aber «enttäuscht». Bohlen: «Du hast abgenommen – aber an der falschen Stelle, an den Stimmbändern.» Fernanda verrät: Nina sei heute krank – von daher gesehen wars ein guter Auftritt. Ardian gilt als Favorit. Grund genug, seinen despektierlichen Ausraster gegenüber gewissen Konkurrentinnen in der vergangenen Woche des langem und breiten auszuwalzen. Der als «Knuddel-Macho» Titulierte zeigt Reue ob seiner Blödheit und gelobt Besserung. Und schon kanns zum Auftritt gehen! Er singt einen angeblichen Megahit, den niemand kennt, ein einfaches Melodielein, das aber beim Plebs Eindruck macht. Klar kommt er weiter! Es folgt «Schlagerkanone» Norman, der wiederum vollkommen ironiefrei einen Bierzelt-Halligalli übelster Sorte zum Besten gibt. Trotz angeblichen Textpatzern muss man ihm eines lassen: So selbstsicher wie er in seinem musikalischen Stil sind wenige am heutigen Abend. Sarah Engels singt Mariah Carey. Oh je. Auch die von der internationalen Castingshow-Polizei vorgeschriebenen Fensterputz-Handbewegungen können nicht davon ablenken, dass der Song eine Nummer zu gross für die 18-Jährige ist. Doch sie schlägt sich tapfer, was Nuo mit «beim letzten Mal wars Schokoriegel, heute Mousse au chocolat» quittiert. Auch Bohlen zeigt sich begeistert: «Du heisst Engel, hast auch so gesungen. Du warst bisher die Beste hier.» Sebastian «Justin Bieber» Wurth singt Westlife ganz passabel, obwohl er – 16-jährig – nicht so recht weiss, was er während dem Solo anstellen soll. Fernanda dazu: «Wir können gerne mal zusammen an der Körperhaltung arbeiten.» Die pubertären Hormone gehen in Kampfstellung. Pietro Lombardi singt «With You», der Megahit von Chris Brown – eine grauenhafte Plattitüde. Streng genommen ist der Song schwach gesungen und schwach performt. Doch Pietro wird von allen Seiten einen «riesengrossen Sympathiefaktor» (Bohlen) attestiert, was sich unter anderem darin bemerkbar macht, dass er seelenruhig in der Nase bohrt, während ihm die Jury die Leviten liest. «Hast du den Popel auch erwischt?», fragt Moderator Schreyl. «Ja, er hat auch geschmeckt!», so Pietro. Als «Puppenspielerin» wird Anna-Carina Woitschack tituliert – und gleich wird ihr Zickenkrieg mit Sarah Engel thematisiert. Reichlich sympathisch kommt sie dabei nicht weg. Und dann wagt sie sich noch an die Über-Ballade «I Will Always Love You». Gleich im ersten Refrain scheint sie der Mut zu verlassen. Der Tonartwechsel beim Schlussrefrain ist schliesslich ihr Tod. Die Halbtonschritte, die sie daneben liegt, sind geradezu schmerzhaft. Doch die Jury sieht darüber hinweg, moniert aber am optischen Auftritt: «Du wirktest wie ein eingesperrtes Tier», so etwa Bohlen. Marvin Cybulski, der Proll mit Soul, besticht durch seine sympathische Art, in der er sich konsequent den gängigen Normen der DSDS-Vorgaben widersetzt: Nein, keine doofen Tanzbewegungen! Nein, kein aufgesetzter, neuer Modeoutfit! Dafür liegt er mit der Songauswahl des gänzlich untrendigen Kenny-Rogers-Hit «We've Got Tonight» für seine Stimme haargenau richtig. Nuo: «Sehr, sehr, sehr geil gemacht.» Dieter: «Die Stimme ist fantastisch wie immer.» Auch bei der Schlussprognose waren sich Dieter, Fernanda und Patrick einig: Zazou und Nina packens nicht mehr. Doch siehe da! Zazou Mall kommt weiter! Eng wird es für Nina, Norman und Sarah, die zunächst als Zitterkandidaten ausharren müssen. Schlussendlich kommt Nina weiter. Sarah muss gehen. Somit erwiesen sich die Prognosen der Jury als komplett falsch. Das sind die neun verbliebenen Kandidaten: Marvin Cybulski, Marco Angelini, Anna-Carina Woitschak, Pietro Lombardi, Nina Richel, Sebastian Wurth, Zazou Mall, Norman Langen und Ardian Bujupi (v.l.).

In der Mottoshow am 26. Februar 2011 musste Sarah ihren Hut nehmen.

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Glück im Unglück: Sarah Engels flog bei «Deutschland sucht den Superstar» raus, doch Chef-Juror Dieter Bohlen will das Mädchen wieder ins Fernsehen bringen. Das traurige Ende und die Tränen der 18-Jährigen schockierten die Fans und erweichten offensichtlich auch das Herz des sonst so knallharten 57-jährigen «Cheri Cheri Lady»-Sängers.

«Ich akzeptiere die Entscheidung der Zuschauer, das ist 'DSDS'. Trotzdem hat mir das Herz geblutet», sagt der Pop-Titan im Interview mit der Tageszeitung «Bild». Doch Bohlen wäre nicht Bohlen, würde er keinen Ausweg finden. Der Star-Macher enthüllte: «Ich habe nach der Sendung noch lange nachgedacht und bin zum Schluss gekommen: Dieses Mädchen verdient eine zweite Chance! Ich lade sie ein, bei der nächsten Staffel vom 'Supertalent' mitzumachen.»

Nach diesem einmaligen Angebot waren die Tränen der Nachwuchskünstlerin schnell getrocknet und sie strahlte: «Das ist unbeschreiblich, ich bin so dankbar. Ich möchte den Leuten beweisen, dass ich was kann. Ich bin doch ein nettes Mädchen und keine Zicke!» Im Herbst startet «Das Supertalent» erneut auf RTL und die Sarah-Engels-Fans können sich nochmals auf ihren Liebling freuen. Ebenso wie Star-Papa Bohlen: «Sie sieht super aus, kann super singen. Sie muss nur daran arbeiten, wie sie sich verkauft. Mir war es wichtig, diesem fleissigen Mädchen sagen zu können, dass es nicht mehr traurig sein muss.»

(Cover Media)