Kochsendungen

14. November 2015 12:45; Akt: 14.11.2015 13:15 Print

Brutzel-Wahn auf allen Kanälen

von Lucien Esseiva - Egal, wann man den TV einschaltet – überall wird frittiert, gebacken und geschnippelt. Vor Kochsendungen gibt es kein Entrinnen.

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Der Brite Gordon Ramsey ist in Amerika der absolute TV-Starkoch. Berühmt machten ihn weniger seine Kochkünste als seine schlimmen Wutausbrüche in seiner Sendung «Kitchen Nightmares». Die deutsche TV-Kochelite schart sich um Mega-Star Jamie Oliver. Wir präsentieren: Sarah Wiener, Horst Lichter, Jamie Oliver, Alfons Schuhbeck und Mario Kotaska. Sie alle waren Gast bei« Kochen bei Kerner». Ja, auch er hatte eine eigene Kochsendung. Wo wir schon bei Jamie Oliver sind: Er war einer der ersten TV-Köche mit Grosserfolg. Das beschert ihm heute ein Einkommen von 82 Millionen Franken im Jahr und ein Vermögen von 245 Millionen. Tim Mälzer war einer der Ersten, die in Deutschland vor laufenden Kameras die Kochlöffel schwangen. 2006 musste er wegen eines Burn-outs in eine Klinik eingeliefert werden. Steffen Henssler ist der aktuelle Überflieger im deutschen TV-Kochbusiness. Er versucht Comedy mit Kochen zu verbinden und hat damit Erfolg. Auch um ihn kommt man im TV nicht herum. Der Österreicher Johann Lafer wurde vor allem durch «Lafer! Lichter! Lecker!» bekannt. Die deutschen TV-Köche sind oft gleich in mehreren Sendungen präsent. Tim Mälzer (l.) zum Beispiel, genauso wie Frank Rosin. Hier posieren sie für die Sat 1-Show «The Taste». In der Schweiz gibt es zwei Kochsendungen. «Swiss Dinner» mit Erik Haemmerli auf Tele Züri ... ... und «Flavorites» auf Sat 1. René Schudel weiss sich fast so gut wie die deutschen Köche zu vermarkten. Unter anderem wirbt er für Lidl und Breitling.

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Jede Zeitepoche hat ihre TV-Sendung. Mit dem Aufkommen des Privatfernsehens in den 90er-Jahren waren es die Talkshows mit Hans Meiser, Arabella Kiesbauer, Ricky oder wie sie alle heissen. Später waren grosse Samstagabend-Kisten der Hit und heute werden wir täglich und auf allen Kanälen gegrillt und gebrutzelt.

Egal, zu welcher Zeit man den Fernseher einschaltet, überall lacht einem ein Schnitzel, ein Kuchen oder ein Koch entgegen. Bereits am frühen Morgen wird aus allen Backrohren gesendet, am Nachmittag steigert sich die Frequenz noch ein bisschen mehr und am Abend, wenn man denkt, man habe alles überstanden, stehen bereits die ganz grossen Kochshows in den Startlöchern.

Der Koch ist heute schlank und reich

Die Häufung hat mit dem komplett neuen Bild des Kochens und des Kochs zu tun. Diente Essen früher den meisten Menschen einfach nur der Kalorienzufuhr, ist es heute Lifestyle. Waren Köche früher übergewichtige Büezer, sind sie heute schlank, cool und wortgewandt.

Einer der ersten Köche, die in Europa Kochen sexy machten, ist Jamie Oliver. Der 40-jährige Brite hat mit seiner Lockerheit, seinem Charme, vor allem aber mit seinen einfachen, aber überzeugenden Rezepten Horden an den Herd und vor den Fernseher gelockt. Seine Kochsendung «The Naked Chef» gehört zu den beliebtesten Kochsendungen überhaupt.

Jamie Oliver verdient 82 Millionen im Jahr

Heute ist Jamie der bestbezahlte Koch der Welt. Gemäss «People With Money» hat Oliver zwischen Oktober 2014 und Oktober 2015 unglaubliche 82 Millionen Franken verdient. Sein Vermögen beläuft sich auf 245 Millionen Franken.

Ein solcher Erfolg ruft Nachahmer auf den Plan. Einer der ersten Köche, die in Deutschland in Olivers Fussstapfen treten wollten, war sein ehemaliger Arbeitskollege Tim Mälzer (die beiden standen zusammen bei Gennaro Contaldo am Herd). 2003 präsentierte er die Kochsendung «Schmeckt nicht, gibt’s nicht» und trat damit eine Lawine von Kochsendungen im deutschen Fernsehen los. Mittlerweile laufen nicht weniger als 15 Sendungen auf deutschen Sendern, in der Schweiz sind es mit «Swiss Dinner» auf Tele Züri und «Flavorites» in Sat.1 immerhin nur zwei fett produzierte Formate. Das Schlimme dabei: Ein Ende des Brutzel-Terrors ist nicht abzusehen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • A. Schwab am 14.11.2015 16:49 Report Diesen Beitrag melden

    Es gibt Schlimmeres ...

    Es gibt Schlimmeres ... viel Schlimmeres und davon mehr als genug!

  • Gluebaker am 14.11.2015 13:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Traurige Tatsache

    Ja, das ist leider so, aber die Zuschauerzahlen können ja nicht so schlecht sein wenn es immer wieder neue Kochsendungen dazu gibt und die alten weiterlaufen... Spannende Filme würden ein grösseres Publikum ansprechen

  • Brumm am 15.11.2015 07:41 Report Diesen Beitrag melden

    TV ist zum Glück unwichtig

    Dauernd neue Sender die genau die gleichen Serien bringen wie alle anderen zuvor auch. Und sonst halt kochen, singen und Promis die sich selber feiern. Bei mir läuft die Kiste eigentlich nur noch nebenbei wenn ich gerade allein bin.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Brumm am 15.11.2015 07:41 Report Diesen Beitrag melden

    TV ist zum Glück unwichtig

    Dauernd neue Sender die genau die gleichen Serien bringen wie alle anderen zuvor auch. Und sonst halt kochen, singen und Promis die sich selber feiern. Bei mir läuft die Kiste eigentlich nur noch nebenbei wenn ich gerade allein bin.

  • A. Schwab am 14.11.2015 16:49 Report Diesen Beitrag melden

    Es gibt Schlimmeres ...

    Es gibt Schlimmeres ... viel Schlimmeres und davon mehr als genug!

  • Gluebaker am 14.11.2015 13:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Traurige Tatsache

    Ja, das ist leider so, aber die Zuschauerzahlen können ja nicht so schlecht sein wenn es immer wieder neue Kochsendungen dazu gibt und die alten weiterlaufen... Spannende Filme würden ein grösseres Publikum ansprechen