Christa Rigozzi verliert SRF-Job

04. Februar 2019 10:43; Akt: 04.02.2019 17:00 Print

«Ich bedaure es sehr»

Auch bei der «Arena» muss das SRF sparen. Weil es im Wahljahr 2019 drei Wahl-«Arena»-Sendungen realisieren will, verzichtet es fortan auf das Format «Arena/Reporter» mit Rigozzi.

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SRF setzt das Format «Arena/Reporter» nach nur wenigen Sendungen wieder ab: 2017 wurden drei Ausgaben produziert, 2018 vier. Fürs Wahljahr 2019 werden drei Aussensendungen produziert – hier im Bild die Aufzeichnung der «Arena vor Ort» im Jahr 2015 in Luzern. Damit verliert Christa Rigozzi den prestigeträchtigen Moderationsjob beim SRF wieder. «Ich bedaure sehr, dass die Sendung nicht weitergeführt wird, aber verstehe natürlich, dass im Wahljahr Prioritäten gesetzt werden», sagt die Tessinerin. «Arena»-Chef Jonas Projer betont, dass der Entscheid kein leichter war: «Besonders wegen der grossartigen Zusammenarbeit mit Christa Rigozzi. Mit ihrer Intelligenz, ihrem Charme und ihrer Professionalität wertete sie ein nicht nur einfaches Format massiv auf.» Im Juni 2017 gab die Ex-Miss Schweiz in der neuen SRF-Sendung «Arena/Reporter» live ihr Debüt als Polit-Moderatorin. In ebenso italienisch gefärbtem Hochdeutsch stellte sie den geladenen Gästen einige Fragen. Autorin Julia Onken liess sich gleich anstecken. «Jetzt rede ich schon Hochdeutsch aufgrund Ihrer Ansage», korrigierte sich Onken nach ihrer Antwort. Im Vorfeld war das Engagement der ehemaligen Schönheitskönigin kontrovers diskutiert worden. Kommunikationsberater Marcus Knill beurteilt, wie sich die Tessinerin mit Studienabschluss in Medien- und Kommunikationswissenschaft an der Seite von Jonas Projer geschlagen hat: «Rigozzi ist gut vorbereitet und bringt über die Publikumsbeiträge wichtige Aspekte der Kesb- Problematik in die Diskussion ein. Die Fragestellungen sind klar und gut strukturiert.» «Eine wache Persönlichkeit, die das Lampenfieber, das bei jedem wichtigen Auftritt vermehrt vorhanden ist, sofort in positive Ausdruckskraft umsetzt. Der einmalige Medienwirbel im Vorfeld der Sendung ist zweifelsfrei belastend.» «Sie nahm die Rolle der Mutter ein, indem sie jemanden fragte, was man mit dem Kind hätte machen sollen. Das ist ein Kapitalfehler. Als Moderatorin darf man niemals persönlich Stellung nehmen.» «Beim Start der Sendung war Frau Rigozzi weniger locker als bei anderen Auftritten. Im Laufe der Sendung wurde sie immer schlechter und immer nervöser. Sie fingerte am Stift herum. Frau Rigozzi schien durch dieses Durcheinander im Gespräch und ihre gleichzeitige Arbeit in den sozialen Medien zusehends überfordert.»

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Am 20. Oktober stehen die eidgenössischen Parlamentswahlen an – ein grosses und wichtiges Thema für das SRF. Im Vorfeld soll dieses in der Polit-Diskussionssendung «Arena» behandelt werden. Dazu gehören drei Aussenproduktionen der Wahl-«Arena».

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Aufgrund der anhaltenden Sparmassnahmen hat sich die Redaktionsleitung Info-Talk und die Chefredaktion TV dazu entschieden, die Kombi-Show «Arena/Reporter» mit Christa Rigozzi (35) zu streichen. Das dadurch freigewordene Budget wird für die besagten Wahl-«Arena»-Sendungen genutzt. Dies gab das SRF am Montagvormittag in einer Mitteilung bekannt.

Rigozzi zeigt sich traurig, aber verständnisvoll

«Ich bedaure sehr, dass die Sendung nicht weitergeführt wird», so Christa Rigozzi. «Ich kann aber verstehen, dass SRF im Wahljahr solche Prioritäten setzt.» Sie sei von Redaktionsleiter Jonas Projer (37) schon «frühzeitig» über die Absetzung des Formats informiert worden.

«Wir hatten immer einen guten und offenen Austausch. Er hat mir signalisiert, dass SRF sparen muss und er sich aus finanziellen Gründen zwischen ‹Arena/Reporter› und den Wahl-‹Arenas› entscheiden muss.»

Rigozzi nimmt das Gute aus der Erfahrung mit: «Ich durfte viel lernen und spannende Momente erleben. Für das Vertrauen und die Zusammenarbeit bedanke ich mich bei Jonas Projer und der ganzen Redaktion.» Beim SRF seien zurzeit keine neuen Moderationen mit ihr in Planung, sagt die Tessinerin.

Nur sieben Sendungen

Damit ist nach insgesamt sieben Ausgaben von «Arena/Reporter» bereits wieder Schluss mit dem Format: 2017 wurden drei Ausgaben produziert, 2018 vier. Durchschnittlich schalteten am Sonntagabend 187'000 Zuschauer pro Sendung ein, was in einem Marktanteil von 16,9 Prozent resultierte.

Die reguläre «Arena», die allerdings auf einem anderen Sendeplatz am Freitagabend ausgestrahlt wird, erreichte im Jahr 2018 fast denselben Durchschnittsmarktanteil: 17, 4 Prozent.

(20 Minuten)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Urs am 04.02.2019 11:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fehlbesetzung

    Macht nichts! War eine totale Fehlbesetzung.

    einklappen einklappen
  • Mia ruef am 04.02.2019 11:25 Report Diesen Beitrag melden

    Manu

    Ich denke, es weint der Frau Rogozzi niemand nach.

    einklappen einklappen
  • Josef gut am 04.02.2019 11:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Arena

    Höchste Zeit. Das war reine Geldverschwendung! Es gäbe noch weiter für den Rauswurf.

Die neusten Leser-Kommentare

  • manu am 04.02.2019 17:13 Report Diesen Beitrag melden

    kann CR nicht ernst nehmen

    aber wir bedauern es nicht... jemand, der für alles mögliche Werbung macht, auf allen Hochzeiten tanzt, kann in der Politik nicht gut sein, lieber etwas richtig machen - oder ist es wegen dem Geld?

  • Marc am 04.02.2019 16:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Projer

    Ich habe seit Projer die Arena moderiert die Sendung 2x gesehen, das erste und das letzte mal.

  • Gügi am 04.02.2019 14:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Abschaffen

    Ich finde, dass die Arena ein Auslaufmodell ist und komplett neu überdacht werden muss. Die Politdiskussionen sind gehässig geworden, weshalb ich die Sendung nicht mehr schaue. Rigozzi: manchmal reicht eben hübsch zu sein nicht aus.

  • John Burlon am 04.02.2019 13:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sparkurs?

    Und warum heisst es im Artikel "Sparkurs"? Das Geld wird ja trotzdem verwendet. Schon komisch, das SRF scheint tatsächlich mühe zu haben Kosten einzusparen.

  • Lars s am 04.02.2019 13:36 Report Diesen Beitrag melden

    Ja das habe ich auch gehört

    weil sie mit den Gebühren runter sind, müssen sie jetzt bei der Deko sparen. ;)