Netflix-Doku

28. April 2017 13:57; Akt: 28.04.2017 14:51 Print

Der Mord, der die USA seit 20 Jahren in Atem hält

JonBenét Ramsey starb 1996 und ziert noch immer Titelblätter. Warum sind die Amerikaner so von ihr besessen? Ein neuer Film sucht Antworten.

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Kaum ein Gewaltverbrechen erschütterte die USA nachhaltiger als jenes an JonBenét Ramsey. Das sechsjährige Mädchen, von seiner Mutter auf Schönheitskönigin im Miniaturformat getrimmt, liegt an Weihnachten 1996 tot im Keller ihres Zuhauses im Nobelort Boulder, Colorado. Die Obduktion zeigt, dass sie stranguliert wurde. Steckt hinter der Tat ein Familienmitglied? Ein Triebtäter? Oder gar ein Pädophilen-Ring?

Nur acht Stunden davor, in den frühen Morgenstunden des 26. Dezember 1996, hatte Mutter Patsy Ramsey den Notruf gewählt. Ihre Tochter JonBenét sei gekidnappt worden. Ein mehrseitiger Erpresserbrief liegt vor. Die Entführer fordern 118'000 Dollar – fast genau die Summe, die Vater John gerade als Bonus von der Firma ausbezahlt bekam.

Von der eigenen Familie ermordet?

Zur Tatzeit im Haus waren Vater John, Mutter Patsy und Bruder Burke, der damals neun Jahre alt war. Alle drei geraten unter Verdacht. Doch die Beweise reichen nicht aus, um jemanden zu verurteilen. Laut Statistik liegt die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kind von einem Familienmitglied oder einer Betreuungsperson und nicht von einem Fremden ermordet wurde, bei 12:1. Doch JonBenét ist kein normales Mädchen. Sie war eine lokale Berühmtheit, die in aufreizender Kleidung an Schönheitswettbewerben teilnahm. Wurde ihr das zum Verhängnis?

Wer die Tat begangen hat, ist bis heute unklar. Mutter Patsy starb 2006 an Krebs. «Ich glaube nicht, dass der Fall gelöst werden kann. Es gibt einfach zu wenig Beweise», sagt Kitty Green. Die Regisseurin beleuchtet den Fall in ihrer neuen Dokumentation «Casting JonBenet», die ab morgen auf Netflix zu sehen ist.

Doch die Australierin wählt nicht die Form des klassischen Whodunit à la «Making a Murderer», sondern machte einen semi-dokumentarischen Film, der auch das makabre Vermächtnis des Kinder-Starlets untersucht. Denn 20 Jahre später ziert JonBenét noch immer Titelblätter in den USA. «Die Öffentlichkeit ist von diesem Fall besessen. Sie ist zur Ikone geworden. Das hat mich mehr interessiert, als wer sie ermordet hat», so Green.

Der Trailer zum Dokfilm:

(cat)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • wasp am 28.04.2017 14:51 Report Diesen Beitrag melden

    Eltern, die ein 6jähriges Kind

    an Schönheitswettbewerben teilnehmen lassen, sollte man bestrafen. Ebenso die Veranstalter.

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  • Herr Max Bünzlig am 28.04.2017 14:35 Report Diesen Beitrag melden

    ja genau

    da muss ich wohl warten, bis 2090 bis die Doku im SF1 kommt

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  • Mimi mimimi am 28.04.2017 15:26 Report Diesen Beitrag melden

    Schlecht

    Gerade angeschaut, 120minuten meines Lebens weggeworfen..... bleibt bitte bei normalen Dokus!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Romy am 28.04.2017 19:52 Report Diesen Beitrag melden

    Weekend?

    Es ist klar, das Verlagshaus muss sparen. Trotzdem sind diese Koservendosen-Geschichten einfach uninteressant. Bei der Konkurrenz gibt's inzwischen spannende Themen, etwa das vom Oberleutnant Franco A., der sich ein Doppelleben als fingierter syrischer Flüchtling zulegte und unter dieser Deckung in Deutschland ein Attentat plante. Warum gibt's hier nichts dazu zu lesen?

  • L.D. am 28.04.2017 19:51 Report Diesen Beitrag melden

    Verschwendete Zeit

    1. der Film ist schon auf Netflix, nicht erst morgen 2. was für einen Mist habe ich eben geschaut? das ist kein Dokumentarfilm, fremde Leute schlüpfen in die Rolle der Familienmitglieder und spielen im Theater.

  • F.D. am 28.04.2017 18:14 Report Diesen Beitrag melden

    15 USA

    Ich lebe in den USA und habe nie aber wirklich nie was von dieser Story gehört in den letzten 15 Jahren in den Medien!!!!

    • Innerschweizer am 28.04.2017 18:26 Report Diesen Beitrag melden

      .....

      Das dieser Fall in Europa für mehr Aufsehen sorgt als in der USA selber liegt vermutlich daran das man hier absolut kein Verständnis für diese art vom Schönheits Wettbewerbe hat.

    • Louis am 28.04.2017 19:41 Report Diesen Beitrag melden

      Nicht unbekannt

      Ich hab immer wieder online in US-amerikanischen Medien darüber gelesen. Mir war der Fall alles andere als unbekannt.

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  • Roland am 28.04.2017 16:43 Report Diesen Beitrag melden

    Unverständlich

    Die Summe, die gefordert wurde, die mit dem Bonus überein stimmt, wussten doch auch andere, ausserhalb der Familie. Vielleicht im Geschäft, oder sonst wo. Warum verdächtigte man diese nicht?

  • Giancarlo am 28.04.2017 16:29 Report Diesen Beitrag melden

    Hier nicht wirklich von Bedeutung

    Die Öffentlichkeit ist von diesem Fall besessen? Keine Ahnung, wo das herkommt, doch in den letzten 10 Jahren wurde hier in den USA auf keinem Nachrichtensender davon berichtet. Ich lebe in den USA und habe viel mit Medien zu tun. Denke deshalb, dass es mehr um Marketing für den Dokumentarfilm geht.

    • S. B. am 28.04.2017 16:49 Report Diesen Beitrag melden

      Lokal nicht ganze USA

      Sogar ich kenne den Fall, obwohl ich nie in den USA war. Ich glaube, sie leben dort einfach nicht in der Nähe, weswegen lokal bekannt durchaus stimmen kann.

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