DGST-Umfrage

12. Februar 2011 11:14; Akt: 12.02.2011 11:24 Print

Die unglaubwürdige Reinzapp-Show

von Madeleine Sigrist - Wie in anderen Castingshows wird auch bei «Die grössten Schweizer Talente» einiges inszeniert. Was die Glaubwürdigkeit der SF-Sendung angeht, sind sich die Leser von 20 Minuten Online (fast) einig.

Das denken die Leser von 20 Minuten Online laut einer Umfrage über die Show.
Quelle: 20 Minuten Online

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Wer sich seit Jahren Reality-Shows wie «Deutschland sucht den Superstar» oder «Popstars» ansieht, weiss, dass das, was im TV gezeigt wird, weit von der Realität entfernt ist. Da werden emotionale Szenen auch mal inszeniert oder so zusammengeschnitten, dass die Geschichten aus dem «wahren Leben» einen völlig neuen Sinn ergeben. Auf die Gefühle der Kandidaten wird dabei in der Regel keine Rücksicht genommen - schliesslich geht es um die Quote.

Bei «Die grössten Schweizer Talente» geht es scheinbar ähnlich zu und her: Künstler, die gezielt für eine Teilnahme in der Show angefragt wurden, oder eine Bus-Chauffeuse, die eigentlich ein Gesangs-Diplom hätte, aber als Überraschungs-Sensation verkauft wird, dominieren auch die Schweizer Castingshow (20 Minuten Online berichtete). Aber wer kauft dem SF seine Spielchen ab? 20 Minuten Online hat seine Leser gefragt.

Fast 37 Prozent interessieren sich nicht für DGST

Von den knapp 3500 Lesern, die an der nicht repräsentativen Umfrage teilnahmen, gaben 36,6 Prozent an, sich nicht für «Die grössten Schweizer Talente» zu interessieren, während fast die Hälfte der Befragten meinten, dass sie «ab und zu in die Sendung reinzappen» würden.

Dass die Zuschauer oftmals für dumm verkauft werden, wissen unsere Leser selbst. «Haben Sie das Gefühl, dass die Talentsuche vom SF zu sehr inszeniert ist?» fragte 20 Minuten Online seine User. Ganze 58,6 Prozent davon waren sich sicher: «Natürlich, bei 'DGST' ist doch gar nichts mehr echt» und 31,5 Prozent gaben an, dass es ihnen sogar egal sei.

Als «sehr glaubwürdig» beurteilten die Sendung bloss 2,4 Prozent. Als «völlig unglaubwürdig» und «recht unglaubwürdig» aber 39,1 Prozent.

Gefragt nach der Glaubwürdigkeit der Sendung und der Kandidaten, attestieren insgesamt 63,6 Prozent der insgesamt 3482 Teilnehmer dem SF deutlich Unglaubwürdigkeit.
Quelle: 20 Minuten Online

Der kranke Vater von Kandidatin Anthea ist noch vor der Ausstrahlung von «DGST» gestorben. Trotzdem wurde er (der Quote zuliebe?) im TV gezeigt. Für 1024 Leser ist das aber kein Grund zur Aufregung. Dass Kandidatin Flora zufälligerweise im Publikum stand und wie eine Göttin sang, kaufen dem SF hingegen nur wenige ab: 56,6 Prozent sind der Meinung: «Sowas kann kein Zufall sein.»

Übrigens: 71,5 Prozent der Befragten User sind männlich, nur 28,5 weiblich. So viel zum Thema «Castingshows sind Weiberkram».