Doppelfolge

01. Januar 2016 21:39; Akt: 03.01.2016 17:17 Print

Düsterer Auftakt zum Helene-«Tatort»

von Andreas Hauri - So ziemlich jeder kriegt im neusten «Tatort» mal eine Pistole an den Kopf gehalten. Im Kugelhagel geht Helene Fischers Debüt etwas unter.

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Dass den Machern des Hambuger «Tatorts» nicht zu Unrecht mehr Action-Kino-Format nachgesagt wird als anderen «Tatort»-Städten, stellt auch der der neuste Krimi aus der Hansestadt vom Neujahrstag unter Beweis. Die Geschichte der NDR-Produktion «Der grosse Schmerz» von Regisseur Christian Alvart dreht sich – wie in den Fällen zuvor – wieder um den kriminellen Hamburger Clan, der von Firat Astan (Sahin Eryilmaz) angeführt wird. Astan sitzt zwar mittlerweile im Gefängnis, doch plant der Gangsterboss nun von dort aus einen neuen Coup. Der Hamburger Senat schlägt derweil vor, Astan nach Bayern zu verlegen, sodass Hamburg endlich zur Ruhe kommen möge.

Kommissar Nick Tschiller (Til Schweiger) will unterdessen eigentlich nur sein Leben wieder in den Griff kriegen: Er will sich mit seiner Ex-Frau und seiner Tochter versöhnen und seinem Kollegen Yalcim Gümer (Fahri Yardım) ein besserer Partner sein. Soll heissen: die Bösewichte nicht auf eigene Faust zu jagen. Doch den guten Vorsätzen Tschillers macht eine russische Auftragskillerin namens Leyla (Helene Fischer) einen Strich durch die Rechnung: Sie entführt Tochter und Ehefrau des Fahnders und geht dafür über Leichen. Wieder frei bekommen kann der Kommissar seine Liebsten nur im Tauschhandel gegen den Clanchef Astan.

Fischers Auftritt für einmal eher blass

Ein nuschelnder Til Schweiger, dem als Kommissar ein paar Tage Malediven und schnorcheln am Korallenriff guttäten, führt gekonnt durch die sich immer mehr zuspitzende «Tatort»-Folge. Seinem impulsiven und «Ich regle das auf meine eigene Art»-Gehabe steht eine kaltblütig berechnende Helene Fischer gegenüber. Die verzieht zwar das Gesicht regelmässig zur finsteren Schnute, den anderen Schauspielern kann sie in ihrem «Tatort»-Debüt aber kaum das Wasser reichen. Wortlos hält sie ihren Geiseln die Knarre vor die Nase, gibt ihren Ganoven-Kollegen Kurzbefehle auf Russisch – die sonst so telegene Helene Fischer bleibt für einmal ziemlich blass. Das kann nicht nur am scheusslichen Winterwetter in Hamburg liegen.

So ziemlich jeder kriegt im neusten «Tatort» mal eine Pistole an die Schläfe gehalten. Detektiv-Spürsinn muss hier dem Actionkino weichen. Tschiller kann gut mit der Kanone umgehen, notfalls setzt er auch mal vier kräftige Typen mit blossen Händen ausser Gefecht. Auf Köpfchen sowie die Hilfe von Kollege Gümer verzichtet er.

Kugelhagel und Action

Dass Schweiger in seiner Rolle als Kommissar keine Witze erzählen würde, war schon 2013 beim ersten Hamburger «Tatort» klar. Mit einer Prise Galgenhumor wäre er dennoch gut beraten, zumindest würde dann das Gefühl verblassen, man schaue sich gerade «Stirb langsam» mit Bruce Willis an. Mal sehen, was der zweite Teil am 3. Januar da noch geradebiegen kann.

«Fegefeuer», die Fortsetzung zur «Tatort»-Doppelfolge mit Helene Fischer, wird am 3. Januar um 20.15 Uhr ausgestrahlt.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Susanne K. and Friends am 02.01.2016 09:02 Report Diesen Beitrag melden

    Ich frage mich?

    Ich frage mich? was will diese Schlagersängerin Fischer in einem Krimi.

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  • Faraja am 02.01.2016 06:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lille

    Der schlechteste Tatort seit langem Till Schweiger bleib bei deinen Leisten , Helene Fischer sing lieber

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  • Kurt Leder am 02.01.2016 06:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wildwest - ballerei

    Seid langem wieder mal den Tatort geschaut. Macht diese "Wildwest" ballerei Sinn?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • SchweigerderLämmer am 02.01.2016 20:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bitte absetzen!

    Die Hamburg-Tatorte von und mit Til Schweiger sind für mich Etikettenschwindel da sie nicht die üblichen Tatort-Gedanken und -Zweck entsprechen. So war auch die gestrige Folge sehr enttäuschend. Im Gegensatz zum Schweiger hat mir die schauspielernde Leistung von Helene Fischer besser gefallen. ich beantrage die sofortige Neubesetzung des Hamburger-Tatorts, ohne jemand von Familie Schweiger!

  • L. Iam am 02.01.2016 18:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zuviel Taken

    Die Parallelen zum Film Taken sind frappant. Inspiration ist ja das eine, aber soviel Abkupfern ist doch sehr einfallslos.

  • Myriam am 02.01.2016 15:12 Report Diesen Beitrag melden

    Schlechtester Tatort

    Schlechtester Tatort, wie ein Ami-Film aber ein schlechter.

  • Erika am 02.01.2016 15:09 Report Diesen Beitrag melden

    Mieser Tatort

    Schlechtester Tatort aller Zeiten, amerikanisch aber noch schlechter dazu. Falsche Rolle für Till Schweiger, der hat nicht das Zeug als Kommisar und aussserdem versteht man ihn schlecht.

  • tatorttante am 02.01.2016 15:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gümer 4 the win 

    Gümmer hätte mit seiner schauspielerischen Leistung einen eiGenen Tatort verdient. Tschiller(Schweiger) ist einfach nur langweilig. Sogar die Asistentin fand ich besser.