«Schweizer Talente»

24. Februar 2011 18:37; Akt: 25.02.2011 10:46 Print

Köbi plant Anti-Bobo-Demo vor Live-Show

von Bettina Bendiner - Jakob Bolliger ist gar nicht zufrieden: Beim «DGST»-Casting kassierte er dreimal ein Nein. Jetzt sinnt er auf Rache – und plant eine «sanfte Revolte».

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«Köbi Rex National» alias Jakob Bolliger mit Hund Rex beim Casting-Auftritt für «Die grössten Schweizer Talente».

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Es war ein dramatisches Erlebnis für «Köbi Rex National»: Bei «Die grössten Schweizer Talente» wollte der 58-Jährige Kranführer der ganzen Nation zeigen, dass er etwas kann. Und scheiterte mit seiner Hunde-Nummer im Patriotenkostüm kläglich. Die «DGST»-Juroren DJ Bobo, Christa Rigozzi und Roman Kilchsperger zeigten dem Fussball-Fan die rote Karte: dreimal nein. Köbi flog raus. Doch das lässt Jakob Bolliger alias «Köbi Rex» nicht auf sich sitzen. Am Sonntag bläst er zum Angriff – und veranstaltet vor der Live-Show eine «Anti-DJ-Bobo-Demo».

«Was Bobo kann, kann ich auch. Ich fordere ihn zu einem Gesangsduell heraus», sagt Bolliger zu 20 Minuten Online. Für das Kräftemessen der Stimmbänder hat Köbi das Volkslied «Grüeziwohl Frau Stirnimaa» ausgesucht. Er will beweisen: «Bobo kann gar nicht singen.» Seinen Auftritt vor der Bodensee Arena in Kreuzlingen würzt der Walliser mit pikanten Sprechchören: «Wir werden `DJ Bobo, Kilchsperger raus` rufen.» Er betont aber, es solle absolut «friedlich und gewaltfrei» ablaufen. Das Schweizer Fernsehen sieht der sanften Revolte gelassen entgegen: «Herr Bolliger möchte offenbar sein Bürgerrecht zur freien Meinungsäusserung ausüben. Das SRF sieht darin derzeit keinen Grund zu Befürchtungen», sagt Sprecher Martin Reichlin.

Lob für den Hund

Doch woher kommt die Wut auf die Jury? Bolliger glaubt: «Ich war ihm mit den vielen Fahnen und Treicheln einfach zu patriotisch.» Er befürchtet sogar Schiebung. «Sie haben mir keine Chance gegeben. Dabei kann mein Hund sogar Saltos schlagen. Und das zu einem Baschi-Song.» Dabei war DJ Bobos Urteil ganz mild, er lobte sogar explizit die Leistung des Hundes. Das reichte Köbi nicht – er protestierte: «Ich hab mit ihnen diskutiert. Und dann wurde ich vom Sicherheitspersonal rausgeschmissen.» Das SRF empfand die Situation ein wenig anders: «Herr Bolliger wurde nicht abgeführt. Er fiel im Anschluss an seinen Auftritt im Theater 11 leider durch sein Verhalten gegenüber unseren Mitarbeitern auf und wurde deshalb höflich gebeten, das Gebäude zu verlassen», so Martin Reichlin.

Höflich oder nicht: Bolliger ist sauer. Und will am Sonntag richtig auf die Pauke hauen. Zur Unterstützung hat er angeblich Fans des FC Zürich im Schlepptau. «Ich habe ganz vielen eine SMS geschickt», behauptet Bolliger. Auch die Kantonspolizei sei informiert über die «Protestaktion wegen einer Fehlentscheidung». «Doch etwas Gutes hatte mein Auftritt bei `DGST`», verrät Köbi. «RTL hat mich zu `Das Supertalent`eingeladen.» In einem Monat reise er nach Köln. «Und dann zeig ichs allen.»