Afrika-Dreharbeiten

16. März 2011 10:15; Akt: 16.03.2011 10:24 Print

Leopard tötet Deutsche mit Biss in den Hals

Ausgerechnet bei der Nonnen-Serie «Um Himmels Willen» ist es bei Dreharbeiten in Namibia zu einem tödlichen Zwischenfall gekommen: Eine Raubkatze tötete eine Frau.

Der Vorspann von «Um Himmels Willen». Quelle: YouTube
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Tödliche Dreharbeiten: Auf der «Farm Ongos», knapp 20 Kilometer von Namibias Hauptstadt Windhoek, ist am 11. März die Mitarbeiterin eines deutschen TV-Teams durch den Angriff eines Leoparden getötet worden. Die «neue deutsche Filmgesellschaft» dreht in dem afrikanischen Land derzeit Szenen für die ARD-Serie «Um Himmels Willen», die sich um Nonnen dreht, wie die «Allgemeine Zeitung Windhoek» berichtet.

Elektroschocks konnten Mensch und Tier nicht trennen

Die kurze Filmszene, bei der das Tier auf einen Jeep springen und durchs Fenster schauen sollte, war bereits abgedreht, sagte Dr. Ulf Tubbesing. Dem Veterinär gehören die Farm und auch die Raubkatze. Die Frau stieg aus dem Wagen und wurde plötzlich von dem Leoparden angefallen. «Als er neben der Frau war, sprang er ihr völlig unerwartet an den Hals», so der Tierarzt, der versuchte, das achtjährige Tier mit einem Elektroschocker und dann mit blossen Händen von seinem Opfer zu trennen.

Schliesslich habe das Tier den Kiefer gelockert. «Ich habe das Tier sofort von meinem Farmmanager erschiessen lassen, denn wir konnten es nicht riskieren, den Leoparden um uns zu haben, während wir Nothilfe leisteten», sagte Dr. Ulf Tubbesing weiter. «Über eine Stunde habe ich und die anderen versucht, mit Mund-zu-Mund-Beatmung die Frau mit den schweren Verletzungen am Hals und Kehle am Leben zu halten, bis endlich ein Rettungswagen eintraf.» Ein Ruf nach einem Helikopter sei ungehört verhallt, im Krankenhaus starb die Deutsche an den schweren Verletzungen am 12. März.

Dreh für «Weihnachtsspecial»

Die örtlichen Behörden haben gegenüber der «Allgemeine Zeitung Windhoek» inzwischen bestätigt, dass das Opfer eine 46-jährige Deutsche aus München ist. Die Behörden Namibias sind aber offenbar nicht gut über die Geschehnisse informiert. «Wir haben bisher keine Informationen von den betroffenen Personen erhalten, aber unsere Beamten haben den Auftrag erhalten, den schrecklichen Vorfall zu untersuchen», sagte der Staatssekretär des Ministeriums für Umwelt und Tourismus Dr. Kalumbi Shangula der deutschsprachigen Zeitung.

Dass überhaupt in Afrika und nicht in Deutschland gearbeitet wurde, kann der Kölner «Express» erklären: Die Aufnahmen sind für ein «Um Himmels Willen»-Weihnachtsspecial gemacht worden. Die Hauptdarsteller der Serie waren nicht vor Ort, es sollten bloss einige Zusatzszenen gedreht werden. Für das Opfer, dessen Ehemann ebenfalls in Namibia war, endete diese Arbeit tödlich.

(phi)